Tag 7: Mucubal und Serra da Leba
November 10, 2024 in Angola ⋅ ⛅ 24 °C
Tag 7 brachte den Abschied von Wüste und Meer und den Aufstieg auf das Hochplateau Angolas. Von 0 auf 2.000 m. Von 35 Grad runter auf knappe 20 Grad.
Ziel war die Großstadt Lubango. Der Aufstieg vom Meer auf‘s Plateau führt über die berühmten 45 Serpentinen der Serra da Leba. Berühmt deshalb, weil diese Serpentinen jeden Bildband und jede Reportage zieren.
Bevor‘s in die Berge ging lagen noch einige Kilometer vor uns. Neben uns lag auch immer Müll. Plastikmüll! Das ist der Teufel schlechthin! Überall Plastikmüll. Mal in ganzen Müllbergen, mal als Müllteich, aber immer Müll, Müll, Müll. Und na klar mache ich nicht gerne Fotos von Müll, aber verschweigen/ausblenden geht auch nicht. Heute hatte ich ein längeres Gespräch mit Martha darüber. Den Menschen hier fehlt schlichtweg das Bewusstsein für das Vermeiden von Müll. Die denken garnicht dran und es macht ihnen -bis dato- auch nichts aus vom Plastikmüll umgeben zu sein. Ein großes Problem! Denn der Müll verschwindet ja nicht. Im Gegenteil, er wird immer mehr.
Nun aber genug gemüllt.
Auf dem Weg in die Berge hielten wir auf einem lokalen Markt an dem es auch „Restaurants“ gab. Diese Restaurants bestanden aus einef Alufelge, in der Holzkohle glimmte. Darauf ein Topf mit Öl und wahlweise Hühnchen oder Kartoffeln drin. Wenn kein Topf dann ein Rost, auf dem alle Teile von Hühnchen gegrillt werden. Selbstverständlich gönnten wir unser eine Portion frisch frittierte Alufelgen-Kartoffeln. Fazit: Könnten nicht besser sein!
Der Markt befindet sich auf dem Gebiet des Mucubal Stammes. Hier wird gekauft und verkauft. Hauptsächlich von Frauen und fast alle in ihrer traditionellen Kleidung. In unserem Sprachgebrauch heisst das: fast nackt. Nacktheit bzw. Scham ist hier aber unbekannt. Ganz selbstverständlich sind Frauen am Oberkörper nur mit dem Band bekleidet, welches ihnen den Busen abdrückt. Marthas‘ Vater ist der Saba (=Stammeshäuptling) des dortigen Mucubal Stammes. Viele auf dem Markt sind Marthas Verwandte. So war/ist es für uns einfacher in Kontakt bzw. näher an die Welt der Mucubal zu kommen. Die Goldringe an Beinen und Armen zeigen die Anzahl der Kinder der Frauen und den Stand der Frauen.
Das Band mit dem die Brüste abgebunden werden ist für die Mucubal Frauen eine Art Büstenhalter, der verhindern soll, dass diese herumschlackern. Brüste habe den Stellenwert von Milchspendern und sind frei von jeglichem Erotischen.
Direkt neben dem Markt war wiedermal eine große Fläche mit Plastikmüll belegt. Darauf stand eine Kuh, die irgendwas fraß. Ein skurriles Bild!
Dann ging‘s hinauf in Serra de Lena. 45 Serpentinen gespickt mit Schlaflöcher winden sich auf das Hochplateau hinauf. Oben ist die Welt eine andere. Während unten Ackerbau und Wasser limitiert sind, ist hier oben quasi das Paradies. Alles wächst hier. Alles ist grün. Wasser zur Genüge. Am Straßenrand stehen Jungen und Mädchen, die Erdbeeren, Pflaumen, Mangos u.v.m verkaufen. Lubango war unser Ziel. Aber die Zeit war gegen uns bzw. es wurde klar, dass wir die Stadt nicht vor Einbruch der Nacht erreichen würden. Ohne zu wissen wo wir ein Camp aufschlagen können, war das keine Option. Also mussten wir vor Lubango ein Plätzchen finden. Es gibt hier keine offiziellen Campingplätze oder Hotels. Wieder mal war Martha unsere Heldin. Sie kannte jemand, der jemand kennt, der wiederum gerade dabei ist ein Art Lodge auf zu bauen. Da fuhren wir hin und schlafen nun quasi auf einer Baustelle. Einige Dinge sind schon fertig. So z.B. eine Küche mit Essensraum. Micha zauberte ein leckeres Chilli con Carne aus dem Topf, so dass alle satt und zufrieden den Tag beschließen konnten. Was zu einem Tagesabschluß noch fehlte? Klaro, ein Absacker, ein Gute-Nacht-Getränk. Da wir alle glücklicherweise unsere Lecker-schmecker-Getränke in Namib gut füllen konnten, stand plötzlich drei Flaschen Amarula auf dem Tische. Ein original Amarula, ein The Best Amarula und ein American Dew. Das war lustig. Uns es gab auch einen Geschmackssieger. Welcher es war verrate ich noch nicht, denn der heutige Sieger muss in den nächsten Tagen gegen den derzeitigen Champion Wild Africa antreten.
Wer wird diese Finalrunde für sich entscheiden? Wir werden sehen!
Für jetzt wünsche eine wunderbare Gute Nacht!Read more





















Top freue mich schon auf morgen [Kay]