Tag 8: Viva a Vida-Angolas Zukunft leb
November 11, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 19 °C
Nach der Nacht auf der Baustelle stand heute die Besichtigung der Jesus Statue in Lubango an. Die Jesus Statue ist der kleine Bruder der Statue von Rio de Janeiro und thront hoch über der Stadt. Also wir rauf zu der Statue. Martha mahnte uns die Autos abzuschließen und alle Wertsachen sicher zu verstauen. Da die Statue ein Magnet für die Menschen ist treiben sich dort auch welche rum, die weniger nette Dinge im Schilde führen. Wir also vorgewarnt und entsprechend alles gesichert. Wir laufen also auf den Platz der Statue und lauter Gesang und jede Menge Jugendlicher erwartet uns. Es war uns echt etwas mulmig zumute bis wir begriffen, dass das alles Pfadfinder waren. Also keine Laus(Diebes)buben sondern die angolanische Jugend bei einem Auflug.
Ja und dann ging‘s los. Also diese unglaubliche Lebensfreude, diese Energie der Jungs und Mädchen riss uns mit. Und nicht die Statue war die Attraktion sondern wir, diese weißen Menschen aus einer fernen Welt. Nicht wir mussten fragen ob wir ein Foto machen dürften, sondern wir wurden mit Fotoanfragen bombardiert. Alles wollten sich mit uns ablichten lassen. Das war ein unglaubliches (schönes) Erlebnis. Mit welcher Unbefangenheit, mit welcher absoluten Freude diese jungen Angolaner uns und den Tag feierten. Da war echt fantastisch.
Tolle Fotos! Tolles Erlebnis! Und der Glaube an die Jugend und das alles gut wird (und auch ist!) feiert Freudentänze.
Irgendwann ist jede Party zu Ende und so machten wir uns auf den Weg in Richtung (Benguela). Das sind ca. 500 km, also nicht in einem Tag zu schaffen. Vorab wollten/mussten wir tanken. Auch das ist in Angola nicht so selbstverständlich. In einem der Erdöl reichsten Länder der Welt mussten wie vier Tankstellen abklappern, um an Diesel zu kommen. Drei winkten gleich ab, „no Gasoleo“ bis am Schluß die letzte uns den erhofften Treibstoff lieferte. Nur so mal am Rande: Ich tankte 75 Liter und bezahlte umgerechnet 14,80 €! Da macht Tanken richtig Spaß!
Dann ging‘s auf in Richtung Küste in Richtung Benguela. Diese Straße ist die Lebensader zwischen den Großstädten Lubango und Benguela. Der Zustand der Straße wurde dieser Wichtigkeit aber nur selten gerecht. Schlagloch an Schlagloch. Mal Teer, mal Piste. Und alle mussten da durch. Lkws‘, Busse , Motorräder, Pkw‘s. Das wie ein Ballett anzuschauen. Alle schlingerten und hüpften auf der Straße und um die Schlaglöcher herum. Das Leben der Menschen spielt sich entlang der Straße ab. Ob Gemüse, Obst, Hühner, Holzkohle, Nüsse, Schalen, Pilze, was auch immer, es wurde entlang der Straße angeboten. Da wir größere Mengen brauchten lenkte uns Martha jedoch zu einem großen Markt in der Nähe der Straße. Es sei ein überregionaler Großmarkt wo alles, wirklich alles gekauft und verkauft. Wir waren schon freudiger Erwartung auf ein nettes Shopping Erlebnis als wir in Richtung Markt fuhren. Aber als wir dann da waren wich die freudige Erwartung dem Entsetzen. Müll soweit das Auge reichte. Überall. Zwischen den Menschen, zwischen den Tieren, zwischen den Waren, einfach überall. Keiner von uns hatte Lust sich diesen Markt näher anzuschauen, geschweige dort was zu kaufen.
Unverrichteter Dinge ging‘s zurück auf die Hauptstraße und immer weiter auf der Schlaglochpiste in Richtung Benguela. Die Landschaft war/ist spektakulär. Viel Grün und mächtige Bergformationen. Immer gesäumt von Straßenhändler. Uns lief etwas die Zeit davon, denn wir mussten ja vor Einbruch der Nacht irgendwo ein Camp finden und aufbauen. Und irgendwann tauchte am Straßenrand das Schild „POUSADA DE QUILENGUES“ auf. Pousada = Gasthaus und so setzten wir Blinker und schauten uns die Pousada an. Boah eeeh, welch ein Ding! Welch ein Kontrast zur Schlaglochpiste und den Häusern/Hütten am Wegesrand. Die Pousada ist ein Juwel! Dass wir unsere heutige Nacht in solch wunderbaren Betten und mit Abkühlung im Pool verbringen würden, darauf waren wir nicht gefasst. Aber wie tragen dieses Glück mit Fassung und so verabschiede ich mich in die Nacht!
Boa noite e bons sonhos!Read more























TravelerSchöne Fotos, tolle Eindrücke! Danke
Moin moin tolle geschichten [Kay]