• Kap Martha & Offroad Spezial & Imodium

    15 novembre 2024, Angola ⋅ ☀️ 30 °C

    Es ist 20.30 Uhr. Neben mir laufen die Atlantikwellen weich auf den Strand auf. Ein idyllischer Sound. Und alle sind schon in ihren Betten (Zelten). Was ist passiert?
    Eigentlich Nichts und doch wieder Viel. Gestern fing‘s an, als Micha nach dem Mittagessen auf ungewöhnliche Weise seinen Fahrstil änderte. Von forsch vorwärts auf defensiv langsam. „Was ist da los?“, fragten wie uns. Dir Antwort kam durch den Funk „Wir müssen mal schnell anhalten“. Und Micha sprang mit einer Rolle Toilettenpapier aus den Auto. Sehr ungewöhnlich für Micha und ein deutliches Zeichen, dass da irgendetwas anders verdaut wurde als es normal ist. Und heute, eine Tag später ist die Liste der Imodium Empfänger auf 6 gestiegen. Das sind 50% unserer Truppe, die ein drängendes Problem mit ihrem Verdauungstrakt haben.
    Irgendwo ist irgendwas einem Großteil meiner Mitfahrer ziemlich auf den Verdauungstrakt geschlagen. Komisch, anderen (z.b. meiner Wenigkeit) geht‘s gut. Hmmh, wir habe alle immer das gleiche gegessen?! Nachdenken hilft nichts, Imodium ist der Helfer in der Not und morgen werden hoffentlich alle wieder auf‘m Damm sein.
    So ist zu erklären weshalb um 20.30 schon du komplette Mannschaft in den Zelten liegt.
    Ansonsten brachten die vergangenen Tage viele Kilometer durch Wüsten und wüstenartige Regionen. Die Farbe der Steine/Erde wechselte von sandfarben über rot, gelb bis tiefem schwarz. Tolle Landschaften, die mit dem Auge schön an zu sehen sind, aber auf den Fotos nicht zur Geltung kommen. Erwähnen möchte ich auf jeden unser Camp am Kap Martha. Irgendwann ging eine Piste rechts von der Hauptstraße ab und führt uns in ein Tal, das paradiesisch aussah, Paradiesisch deshalb, weil da plötzlich alles wuchs und alles grün war. Kultivierte Landwirtschaft mit strukturierten Feldern und Bewässerungssystem. Und das -muss man ehrlich sagen- kann nicht einem schwarzafrikanischem Geist entsprungen sein, denn alles was wir bisher an lokaler Landwirtschaft sahen war eher kleinteilig und sehr genügsam. Wir fuhren also an Bananenplantagen, Maisfeldern, Tomatenfeldern etc. vorbei. Leider bot sich hier kein Platz für ein Camp an. Also ging‘s weiter Richtung Meer. Kilometer um Kilometer an skurrilen Landschaftsformationen (Canyons) vorbei. Vorbei an Hütten, die aus Abfall zusammengebaut wurden. Vorbei an Fischern die bemüht waren große Netze an Land zu ziehen. Irgendwann war dann das Land zu Ende und ein Leuchtturm tauchte auf. Kap Martha! Ein tolles Bild! Der Leuchtturm war sogar bewohnt. Die jungen Männer schickten uns jedoch eine steile Klippenabfahrt hinunter zu einem Öko-Projekt über Meeresschildkröten. Das war echt cool! Im Nirgendwo, am Rande des Nichts waren zwei Männer deren Aufgabe es war die Eiablage der Meeresschildkröten zu lokalisieren und zu dokumentieren. Wir waren willkommen und schlugen unser Camp auf einem Feldvorsprung über dem Schildkrötenstrand auf. Leider sahen wir keine der Tiere leibhaftig, aber Gelege und spuren konnten wir verfolgen. Ein sehr schöner Platz… …und Immodium akut machte seine Runde 🥴.
    Am nächsten Tag ging es wieder zurück über Stock und Stein auf die Hauptstraße und da in Richtung Namib. Die Strecke war unspektakulär, da Teerstraße. Mittags machten wir einen 26 km Abstecher (Offroad für Enthusiasten) zu den Rockpools. Rockpools sind Teiche, die bei Flut überspült sind unf bei Ebbe mit Wasser gefüllt bleiben, wahrend drumherum alles trocken fällt. Sehr nett anzuschauen. Drei Mutige nutzen eine Gelegenheit zu einem Bad in einem der Pools. Nachdem alles getrocknet und Imodium Bestand korrigiert wurde ging die Fahrt weiter zu unserem heutigen Nachtcamp. Idyllisch gelegen, direkt am Meer. Wenig/kaum Plastikflaschen am Strand und zum ersten Mal Mülltonnen. Es geht also, wenn man will!
    Micha kochte am Abend super leckere Gnochi mit Wildgulasch. Sehr lecker. Glücklicherweise bleibt bei mir alles noch drinn. …mal schauen was wird 😄
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