• 20.30 Uhr in Afrika…

    18. juni 2025, Sydafrika ⋅ ☀️ 21 °C

    Freitag, 20.30 Uhr in Afrika!
    Da brodelt die Stimmung. Da explodiert die Extase?
    Oder nicht?

    Antwort: Eher nicht!

    20.30 Uhr! Alle liegen schon im Zelt. 20.30 Uhr!! Wie soll ich denn die Nacht rumkriegen?

    Die Wärmflasche liegt heiß und geschmeidig am Fußende meines Schlafsacks. Hab Stöpsel in den Ohren und lausche der 1. Sinfonie vom Mendelssohn.
    Die Gesamtkomposition mit Zelt, Wärmflasche und Mendelsohn ist schon schräg, aber was soll ich machen. S‘ ist erst 20.30! Die Nacht ist lang… …und kalt.

    Also schreib ich noch ein bisschen.
    Drei Tage Hunters Rest liegen hinter uns. Drei Tage vier Wände, Heizung, Buffett und gute Weine. Und Wellness, versteht sich!
    An zwei Tage gab‘s Wein für die Seele, und Hot Stone Full Body Aromatic Massage für den Körper. Am dritten Tag, gestern, stand ein Ausflug in den Pilanesberg National Park auf dem Programm. Ein kleiner Park mit wunderschöner Landschaft und vielen Tieren.

    Klar war, dass dieses dekadente Leben ein Ende haben musste. So duschte ich heute morgen lange und heiß in der Gewissheit, dass es so einen variabel einstellbaren heißen Strahl aus der Wand in den nächsten Tagen nicht geben wird.
    Camping in der frischen Luft Afrikas ist seit heute wieder angesagt. Die nächsten drei Nächte jedenfalls.
    So verließen wir am frühen Morgen (7 Uhr) Hunters Rest und fuhren in Richtung Norden.
    Ziel war die Grenze nach Botswana und dahinter das Camp im Rhino Sanctuary Park in Serowe.
    Das Wetter war perfekt. Morgens knackig kalt, jedoch mit strahlend blauem Himmel. Ab späten Vormittag war wieder Sommer und alle dicken Jacken verschwanden auf den Rücksitzen.
    Acht Stunden dauerte die Fahrt in den Norden. Erwähnenswert ist, das die südafrikanischen Straßen hervorragend sind. Die Landschaft in großen Teilen großartig. Der Grenzübertritt tatsächlich wieder ein „Geschmäckle“ hatte, da die südafrikanischen Beamten/Zöller eher weniger nett und motiviert waren.
    Komisch oder?
    In den viel ärmeren Ländern wie Sambia oder Malawi waren alle super nett und in Südafrika, wo‘s den Menschen im Vergleich viel besser geht, waren die Grenzer echt merkwürdig.
    Oder wir verstehen deren Humor einfach nicht!

    Heute Abend betten wir unsere teutonischen Häupter wieder auf botswanischem Boden.
    Grob gesehen sind wir auf dem Weg zurück nach Namibia.
    Wie wandeln auch immer noch auf den Spuren des liebem Paul Graetz. In Serowe, wo wir heute sind, hatte Paul eines seiner Benzin Depots. Carsten erzählte heute Abend wieder in aller Empathie über sein Idol.
    Darf man das sagen? Idol?
    Im Fall von Carsten würd‘ ich schon sagen. Carsten meint selbst, dass er sehr viel von sich bei Paulchen entdeckt und umgekehrt. Also doch: Idol!
    Brauchen wie nicht alle Idole? Vorbilder?
    Sind wir nicht alle irgendwie von unseren Vorbilden/Idolen geformt? Bewusst oder unbewusst?

    Wer sind/waren eure Idole/Vorbilder?
    Wie haben sie euer Leben, euer Leben beeinflusst?
    Seid ihr Vorbilder? Bewusst? Oder unbewusst?

    Ä guet‘s Nächtle! 💫
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