• 13.Etappe: Grande Finale | Der Weg!

    April 3 in Spain ⋅ 🌙 7 °C

    Irgendwann kommt er, der finale Tag!
    Der Tag, wenn eine Aufgabe gemeistert, eine Reise beendet und ein Ziel erreicht ist.
    Karfreitag 2026 sollte der Tag sein, an dem ich die längste Wanderung meines Lebens abschließen werde. Coole Sache!
    Alles war bereit für diese eine letzte Etappe.
    Das Wetter war bestens. Der Körper bereit.

    Wie in den letzten Tagen ging‘s gegen 7.30 h los. Eigentlich war noch dunkel. Aber nur „eigentlich“. Ein perfekter Vollmond strahlt von einem makellosen Himmel auf den Pfad der mich (uns) nach Santiago leiten sollte.
    Ich schreibe „uns“, denn wie in den letzten Tagen, ich war nicht alleine.
    Überhaupt nicht alleine. Das genaue Gegenteil von alleine.
    Es waren wirklich viele, viele Menschen unterwegs.
    Es fühlte sich -für mich- nicht mehr an wie pilgern. Die Ruhe war weg.
    Es zogen Menschen in einem „Affenzahn“ an mir vorbei.
    Manchmal kam es mir vor wie beim Schlußverkauf, wenn die Türen sich öffnen und die Massen an die Wühltische rennen.
    Aber was soll‘s. S‘ isch wie‘s isch und d‘rum isch‘s wie‘s isch.
    Die allgemeine Laune war gut. Es wurde gegrüßt, es wurde geredet. Man traf „alte Bekannte“ aus vorigen Etappen.
    Und ich, ich wartete auf den Berg. Auf die Steigung. Auf die 450 Höhenmeter, die mir Komoot ankündigte.
    Es zog sich und zog sich. Es ging immer wieder ein bisschen bergauf, aber nicht wirklich steil. Nicht Aufstieg Kandel, sondern Föhrentalstraße vom Kreuz nach hinten (für nicht eingeweihte Leser: Es ist beispielhaft die Topographie des Glottertales genannt).
    Und die Kilometer schmolzen. 20, dann 15, dann 10 und immer noch kein Berg. Ich dachte „Jetzt muss er doch mal kommen der Anstieg“. Aber irgendwann ging‘s um eine Ecke und die Stadt Santiago de Compostela lag vor. Jetzt kommt er nimmer, so meine innere Kommentierung des Anblicks.
    Ob Berg oder nicht, jedenfalls waren am Schluß rd. 24 Kilometer und 450 Höhenmeter geloogt (Komoot). Die finale Etappe meines Camino Portugues.

    Schon am Morgen dachte ich „heute nimmst Du alle Stempel mit, die Du kriegen kannst“. So blieb ich in jeder möglichen Stempelstelle hängen und zierte meine Stempelkarte mit vielen Erinnerungen. Es gab wieder schöne Wachsstempel (siehe Videos).

    Wieviel Uhr war‘s denn? Ich weiß garnicht genau. Irgendwann zwischen 12 Uhr und 13 Uhr bog ich in die historische Altstadt von Santiago und rrrruuuuummmmssss wurde ich ausgebremst. Die Straße wurde von einem Polizeiwagen gesperrt und die Herren Polizisten standen da mit Maschinenpistole im Anschlag.

    Na das ist ja mal ein schöner Empfang, dachte ich.

    ….wie weiter geht?

    Es folgt: Grande Finale | Der Einzug
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