„Best Of“ und Resümee
April 5 in Spain ⋅ ☁️ 5 °C
Sodele, Tag 2 nach Ankunft in Santiago.
Ostersonntag, 21 Uhr, das Handy (Display) auf ein Kissen gelegt und die Tastatur auf dem Schoß.
Es stehen die letzen beiden Berichte von meiner Pilgerwanderung auf dem Camino Portugues Central nach Santiago an.
Der erste footprint (Bericht) wird wie bei den vorherigen Reisen ein Resümee.
Was war der Plan? Wie ist‘s gelaufen? Was geht besser?
Der Plan!
Der Plan war den Camino Portugues mit seinen rund 250 Kilometer von Porto nach Santiago de Compostela zu laufen.
Warum?
Immer eine gute Frage nach dem Warum! Und eine Frage, die sehr oft auf dem Camino gestellt wird. „Wieso gehst Du den Camino?“
In meinen vorigen Beiträgen habe ich den ein oder anderen Beweggrund meiner Pilgergefährten angerissen, aber nie wirklich benannt, weil diese letztendlich sehr privat sind. Im Gespräch werden die Beweggründe zwar genannt, aber sie sind nicht für die Veröffentlichung auf einer Plattform wie dieser geeignet.
Nur soviel. Die Beweggründe waren so vielfältig wie die Menschen vielfältig sind. Ich habe nur ein einziges Mal als Beweggrund den katholischen Glauben genannt bekommen. Das war bei einer Teilnehmerin einer dänischen Pilgergruppe.
Bei allen andern stand schon irgendwie das „finden von sich selbst“ und das „finden von Antworten“ als spirituelle Überschrift über der Wanderung, jedoch Religion im Sinne der katholischen Kirche nicht.
Und jetzt die spannende Frage: „Und bei Dir?“ = mir?
Meine Antwort war immer: „Ich hab Zeit, durchaus zu viel Energie und ich bin interessiert an Menschen und deren Geschichten.“
Aber klar war ich auch gespannt was der Camino mit mir macht. Vor allem was macht mein Körper. Hält er das aus?
Und ja, er hält das aus. Ich bin hochzufrieden. Schon mehrfach hab ich meine Körperteile auf einer Skala von 0-10 beurteilt. Die damaligen Wertungen bestehen auch nach den rd. 300 gelaufenen Kilometern (250 Kilometer Camino + vorher, nachher).
Beine, Knie, Hüften, Rumpf, Schultern, Kopf = 10 *
Linker Fuß = 10 *
Rechter Fuß = schwankend! Von 6 auf 7,5 auf 9 steigernd, jetzt am letzten Tag wieder auf eine 7 zurückgefallen. Kurioserweise nie während des Laufens. Da gib‘s immer 8,5 - 9,5. Es war dann immer abends und am nächsten Morgen, dass der rechte Fuß zickte. Von unterwegs hab ich mir schon einen Termin bei einem Osteopathen gemacht. Mal schauen was der meint.
Ausrüstung:
Knöchelhohe Schuhe von Salomon: 10
Meshsandalen von Croc: 10
Shirts und Jacken von Mammut: 10
Hose von Fjell Raven: 10
Rucksack von North Face 35 ltr: Im Prinzip eine 10. Jedoch hat der wirklich gelitten. Für den Rucksack wird‘s keine weitere Reise geben, der wird in den Ruhestand verabschiedet.
Medikamente:
Ausgestattet vom Grippepulver (Geloprosed) über Hustentabletten, Paracetamol, Ibuprofen, Diclofinac, Immodium bis hin zu Pflaster aller Arten und Retterspitz Muskelcreme.
Gebraucht hab ich 3 Stück Diclofinac, alle zwei Tage ein Pflaster zum Schutz eines Zeh und eine Tube Retterspitz Muskelcreme. Ob die Retterspitz Creme wirklich was genutzt hat kann ich nicht sagen, jedoch war‘s ein Ritual meine Füße nach dem Duschen, abends vor dem ins Bett gehen und morgens vorm Socken anziehen, schön mit Retterspitz ein zu cremen.
Kleidung/Kleinteile:
Hat gepasst. 3 Unterhosen, 2 T-Shirt kurz, 1 T-Shirt lang, 3 Paar Wandersocken, 4 Halstücher, 1 Ersatzbrille, 2 Powerbank, 2 Ladekabel, 1 Kopflampe, 1 Wasserflasche, 1 Brotbüchse, 1 Leinenhose, 2 Baumwollhemden lang, 1 Pullover, 1 Regenponcho, 1 Seidenschlafsack (Herbergsschlafsack)
Der Rucksack wog 8 kg (Wasserflasche leer, Brotbüchse leer).
Das Gewicht hat gut gepasst. Es war nicht zu viel. Wenn ich was weglassen würde dann wäre es eine Powerbank. Den Rest würde/werde ich so lassen wie‘s war.
Mitnehmen würde ich grundsätzlich immer ein Taschenmesser bzw. Multitool. Aber da ich meinen Rucksack als Handgepäck mit ins Flugzeug nehme, war das nicht möglich.
Was gibt‘s noch zu erwähnen?
Englisch! Es hilft ungemein, wenn Englisch einigermaßen fließend gesprochen wird. Oft war es in den Gruppen so, dass zwar Deutsche dabei waren, aber eben auch viele aus anderen Ländern. Die Kommunikationssprache war, bleibt und ist: Englisch. Da führt kein Weg dran vorbei.
Jahreszeit
Diese zweieinhalb Wochen waren/sind perfekt! Das Wetter war vom ersten Tag an super, super, super. Besser geht‘s nicht! Für‘s Wandern perfekt.
Wir hatten das Glück, dass es bis kurz vor unserem Reiseantritt regnete. Quasi ab dem Wochenende als ich in Porto eintraf war Frühling angesagt. Das zeigte sich in der Natur. So viele blühende Pflanzen! Eine Augenweide.
Frühling ist nach meiner jetzigen Erfahrung eine sehr gute Zeit für den Camino. Ab Mittag ist jetzt schon so warm, dass ich mir nicht vorstellen mag, im Sommer den Camino zu wandern. Herbst ist bestimmt auch ganz gut. Jedoch fehlt da die Blütenpracht des Frühlings.
Kommunikation untereinander
Irgendwie scheint ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass alle miteinander reden. Alle grüßen „Bon Camino“ und alle gehen sehr offen miteinander um. Ob das jedem gefällt? Würde sagen, dass der Camino auch ein Erlebnis ist, wenn man nicht mit jedem seine Geschichten teilt. Mir macht‘s halt einfach Spaß mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Das macht‘s Leben für mich aus. Generell, nicht nur auf dem Camino.
Altersgrenze
Jeder/jede in jeder Altersklasse kann den Camino gehen. Wilken ist 73. ist ihn gegangen. Val ist 68 und ist ihn gegangen. Mein australischen Freunde Perry und Irina dürften um die 70 liegen. Ich selbst gehöre m.E. nach auch in die obere Altersklasse. Die Masse der Camino-Pilger ist doch eher in den 30ßigern und 40zigern. O.k. in den 50zigern sind auch einige dabei. Ab 60 wird‘s dann weniger.
Fazit:
Tolle Sache! Gerne wieder! …muss ja nicht gleich morgen sein 😌😁Read more

























Travelerich wünsche Dir eine gute Heimreise ,danke …ist immer schön wenn man mitreisen darf 😘
Traveler
einfach Klasse! Congrats! Die Atlanktiküberquerer sind stolz auf dich!
Traveler
Congratulations Meinrad