• Die ganz spezielle Pilgerreise!

    June 15 in Germany ⋅ ⛅ 14 °C

    Wenn man Meinrad heisst -so wie der Tipper dieser Zeilen- dann stellt man im Laufe des Lebens fest, dass dieser Vorname doch nur sehr, sehr selten anzutreffen ist und wohl nie auf der Namenshitliste der Neugeborenen weit oben stehen wird.
    Tatsächlich hatte ich bis vor wenigen Tagen noch keinen anderen Meinrad aus Fleisch und Blut gekannt. Klar, man kennt bzw. liest von Menschen, die Meinrad heißen, aber auch das sind nur sehr sehr wenige.
    Der Zufall -oder die Vorsehung ?!- wollte es, daß ich in einem Chor in Gundelfingen das Mozart Requiem singen möchte und, dass dort ein Fleisch gewordener Meinrad im Tenor singt. In der letzten Probe saßen wir nebeneinander und ich kann sagen, dass das schon komisch war, wenn „Meinrad“ angesprochen wurde und niemand mich meinte. Ich find‘s cool!
    Nun also: Meinrad!
    Der Vorname, denn ich nun schon seit einigen Jahrzehnten trage und der ein perfekter „Wie bitte?“ - Name ist. Bei Vorstellungsrunden, wenn der Vorname genannt wurde, war die durchaus geläufige Reaktion auf die Nennung meines Vornamens „Wie bitte?“.
    Auf meinen Reisen war mein Vorname eher ein Zungenbrecher, so dass ich bei Kurztrips mir den Decknamen „Michael“ zugelegt hatte. Michael gibt‘s auf der ganzen Welt und ist easy in jeder Sprache. Und für eine Kurztrip völlig ausreichend.
    Meinrad! Der heilige Meinrad!
    Jeder Vorname (in unseren Gefilden) bezieht sich mehr oder weniger direkt auf einen Heiligen. Tja und da gibt‘s tatsächlich den Gründer unserer Namensdynastie den Heiligen Meinrad.
    Der Heilige Meinrad hat seine Zentrale im Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Einsiedeln ist der wichtigste Pilgerort der Schweiz (so das allwissende Internet). Der Heilige Meinrad zu Einsiedeln ist quasi der Oberhirte über all die Nummernkonten in der schweizer Bankenwelt, welch unbescholtene, ehrlich-aufrichtige Menschen ihr Eigen nennen.
    Der Heilige Meinrad war allerdings kein Schweizer. Er war ein Schwabe! Gott-behüte, ein Schwabe! Jede gute Story hat ihren schwarzen Fleck 🥴.
    Also ein Schwabe, den es in die Schweiz zog. Davon ausgehend, dass er nicht irgendwelche Goldtaler in Sicherheit bringen wollte, ging es ihm -so wie‘s aussieht- um das Spirituelle, das Göttliche, das Leben im Einklang mit Gott.
    Die Sache mit Gott und Spiritualität hat so gut geklappt, dass er heilig gesprochen wurde und an seinem Todesort das Kloster Einsiedeln gegründet wurde.
    Was der Heilige Meini so alles in seinem Leben gemacht hat, werde ich in den noch kommenden Footprints erzählen.
    Jedenfalls fanden die Klosterbrüder zu Einsiedeln den Heiligen Meini so cool, dass sie einen Pilgerpfad entwickelten, der den Lebens- und Reiseweg des Heiligen Meinrads’ abbildet.
    Wiederum: Coole Sache!
    Und ich, der Meini des 21.Jahrhunderts, dachte sich, dass es doch ne tolle Sache sei, auf den Spuren des Heiligen Meinrads zu wandeln. Sozusagen ein Zwiegespräch von Meini zu Meini.
    Der Pilgerweg des Heiligen Meinrad, der MeinRadweg ist nicht als Fußmarsch ausgelegt, sondern als Rad-Pilgerweg.
    So werde ich denn am Montag von meiner Haustüre losfahren und so der liebe Gott, der Heilige Meinrad und der Hersteller meines Rades, wollen, am 22. Juni in Einsiedeln zusammen mit dem Heiligen Meinrad (im Geist und mit Reliquien) meinen Geburtstag feiern.

    Coole Sache! 😁
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