1.Tag: Brrrrrrrmmmmm…. 😁
September 4 in Italy ⋅ ☁️ 25 °C
Samstag, 05.09., morgens 07.11 Uhr.
Sitze im Garten unserer Herberge. Links ein Cafe Lungo (sehr viel Kaffee für wenig Wasser = seeehr verdauungsanregend). Rechts ein Glas Bergwasser (sehr erfrischend). Vor mir ein -noch- unberührtes Croissant und wenn ich den Kopf von der Tastatur hebe die absolut geniale Bergwelt der Dolomiten. Alles noch im Morgendunst. Die Sonne schiebt sich langsam über die Berge und schält die Umrisse der Gipfel aus der Dämmerung heraus. Tolles Panorama!
Und ich, ich hab Stress! Schreibstress! Selbst gewählter Stress! Denn ich will ja den gestrigen Tag, vom Kick-Off-Tag, der Rallye berichten. Nun heisst‘s tippen bis die Finger glühen.
Gestern! Morgens ab 08.30 war Line Up der Teams. Insgesamt sind es rd. 200 Teams. Alle Fabrikate, alle Altersklassen (Mensch und Maschine) und alle Aggregatzustände.
Wir bekamen das Roadbook für unsere Rallye. Im Roadbook stehen die Routen und die Aufgaben, die während der einzelnen Tage erledigt werden sollen. Das Roadbook ist recht aufwendig gestaltet und gespickt mit Informationen und Aufgaben, quasi unsere Bibel für die nächsten zwei Wochen.
Grundsätzlich gilt, alle Aufgaben sind freiwillig. Wer nicht will muss sie nicht erledigen und einfach die Länder-Menschen-Abenteuer erleben. Wer die Aufgaben als Herausforderung sieht, der hat sogenannten RM (Roadmission) und TD‘s (Task of the day). Die Roadmission sind Aufgaben, die entlang der Route erledigt werden können/sollen, beispielsweise auf den Passhöhen die Schilder mit dem Passnamen fotografieren. Die TD sind Tagesaufgaben. Die TD für den ersten Tag lautete: Mache eine Foto, auf dem jedes Teammitglied ein Glas Bergwasser, einen Tannenzapfen und einen Stein in Vulkanform in den Händen hält. Alles drei haltend muss er Barfuss im Schnee stehen. Nicht schlecht, oder ?
Bis auf den Schnee, welcher Dank heißem Sommer sich sehr, sehr zurückgezogen hatte, bekamen wir alles zusammen. Das Foto ist allerdings noch nicht gemacht, da es einfach gestern viel zu spät war als wir in unserer Unterkunft ankamen.
Kurz nach 11 Uhr fuhren wir durch den Start Bogen und los ging die wilde Fahrt auf die EUROPEAN 5000. Das war schon spannend. Die WhatsApp Gruppen (1 für Bilder und Chat, 1 für technische Probleme/Fragen, 1 für die Veranstalter), denn die „Familie“ hatte sich viel zu schreiben.
Da keine Autobahnen und kein Navi erlaubt sind, ging es via klassische Papierkarten in Richtung Österreich und Italien mit Endstation Dolomiten.
Ich muss gestehen, das war/ist schon eine Herausforderung nach „normalen“ Linien auf Papier zu fahren. Das gilt vor allem in dicht besiedelten Gebieten, wo es schon mal eine Herausforderung ist die Orte zu finden zu denen man hin muss. Da gab es durchaus atmosphärische Störungen innerhalb des Teams über die richtige Route. Aber alles gut, denn das gehört zur Schnitzeljagd im 21.Jahrhundert.
Unsere Route führte uns von Oberbayern über Reit im Winkel nach Österreich zur Großglockner Alpfenstraße. D‘ Knaller!! Bei allerbestem Traumwetter fuhren wir über Berge, Passe von grandioser Schönheit. Oben auf den Passhöhen wurden die RM (Roadmissions) erfüllt und die Fotos gemacht.
Der Dicke verhielt sich vorbildlich und schnurrte über Berg und Tal. 16 Liter war der Verbrauch. Angesichts der Höhenmeter ein akzeptabler Verbrauch. Erfreulich entwickelten sich die Dieselpreise. Von 2,45 € in Deutschland zu 2,13€ in Grenzgebiet Österreich und Italien.
Nicht alle Teams hatten einen so unkomplizierten Tag wie wir. Die WhatsApp Kanal mit den technischen Anliegen glühte. Geplatze Kühlerschläuche, ausgefallene Lüfter, kaputte Radlager und vieles mehr.
Am Start war auch ein Team aus Leipzig. Da wir (ich) ja Hälfte Paradise Valley (Glottertal) und Hälfte City of Heroes (Leipzig) bin, knüpften wir gleich mal östliche Solidaritätsbande. Die beiden Fahren mit einem alten Japaner (Modell ist mir entfallen). Jedenfalls flachste ich noch, dass ich sie ja abschleppen könnte, falls sie Sorgen haben sollten. Tja und es kam wie es kommen musste, die Beiden waren die ersten, die stehen blieben (Motor lief heiß, da Loch im Kühlerschlauch). Da gab‘s dann schon die ersten Tränen „Das schaffen wir nie!“ Solidarisch die die „Familie“ nun mal ist, wurde unterstütz und geholfen.
Vom Großglockner runter stand am Straßenrand ein alter VW Bulli mit offener Motorhaube. Die beiden waren/sind aus Lahr und hatten ein Problem mit dem Lüfter. Schon zwei Sicherungen hatten sie verbraten, nur um schließlich direkt ohne Sicherungen zu verkabeln. Wir hatten in unserem Bestand einige 50 Ampere Sicherungen und konnten den beiden weiterhelfen. So gibt einer dem anderen.
Claus hat sich einer jungen Damen angenommen, welche ganz alleine mir ihrem Fiat 500 die Rallye fahrt. Am ersten Pass saß sie etwas verloren in ihrem Fiat und Claus sprach sie an, ob er ihr helfen konnte. Sie war mental nicht ganz auf der Höhe, technisch war alles in Ordnung. Alleine fahren ist halt auch blöde. Claus nahm sie dann ins emotionale Schlepptau und so fuhr sie von da an hinter uns her.
Unterschätzt hatten wir die Länge der Strecke und die Dauer der Fahrt. Abends um 7 Uhr waren wir immer noch unterwegs und das ohne zu wissen wo wir unsere Häupter betten sollten. Dank Booking.com gab es irgendwo (den Namen hab ich vergessen) noch ein Zimmerchen (Hotel Bellavista) für die Nacht. Hier sitze ich nun in der Morgensonne. Mit dem Schreiben des Footprints bin ich durch und freue mich nun auf einen Kaffee und die Morgensonne.
Bis denne!Read more
























TravelerIhr schafft es!
Traveler
Sagenhaft!!!
TravelerWie aufregend 👏🏻