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EUROPEAN 5000

A 14-day adventure by Ding-Dong-Da & Claus. Read more
  • Trip start
    September 4, 2026

    Glottertal

    August 26 in Germany ⛅ 23 °C

    Der Countdown läuft!
    Noch 9 Tage bis zum Start der heissesten Rallye Europas mit den heissesten Senioren diesseits des Föhrenbaches und jenseits der Elz.
    Das Team steht! Der Wagen läuft! Einzig die Dieselpreise müssen noch runter 😩.
    Es wird ein Life tracking über Find Penguins geben, auf dem alle Teams verfolgt werden können.

    s‘ wird spannend 😄
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  • Meet & Greet an der Startlinie!

    September 3 in Germany ☁️ 26 °C

    18 Uhr Bad Aibling. Ruhe vor dem Sturm!

    Nach einer beschaulichen Fahrt vom schönen Schwarzwald in das schöne Oberbayern sind wir hier am Schmelmer Hof in Bad Aibling eingetroffen.
    Ich sitze am Balkontisch unseres Zimmers, tippe und lausche den Klängen der Aiblinger Blasmusik, die extra für unseren Meet&Greet Abend aufspielt. Das Repertoire entspricht dem der Glottertäler Musikanten. Liebe-Schmerz-und Egerland.

    Heute morgen 9.30 holte ich Claus in Waldkirch ab. Das Auto hatte ich in den letzten Tagen gepackt und ausgestattet. Was fehlte waren die Startnummern. Das war ärgerlich. Ursprünglich waren wir als Teamnummer 60 registriert. Nachdem letzte Woche weder Rallye Kit noch Info zum Travel Tracker ankam, fragte ich bei SAC (Veranstalter) nach. Die Antwort war etwas durbios „DHL hätte Lieferschwierigkeiten“. Ich weiss zwar nicht was die DHL mit Startnummern etc. zu tun hat, aber wer eine Ausrede erfinden will, findet eine… …denn, unsere Nummer 60 war schon von einem anderen Team belegt. Das heißt wir nix mehr Nummer 60. SAC vergab dann die Nummer 87 an uns. Soweit so gut. Jedoch war auch die Nummer 87 bereits an ein anderes Team vergeben. So langsam, ja so langsam waren wir verärgert, zumal damit klar war, dass wir unsere Startnummern nicht via Post (DHL) sondern erst am Ankunftstag bekommt sollten.
    Kurze-Rede-langer-Sinn, wir sind Startnummer 89 und haben gleich nach unserer Ankunft 1 Stunde damit verbracht unserem Dicken das entsprechende Rallyeoutfit zu verpassen. Nun ist alles beklebt und wir sind bereit für‘s große Abendteuer!
    Es sind von viele Teams da. Der Platz am Hotel füllt sich mit Autos aller möglichen Marken und Beklebungszustanden. Vorhin hatte ich mich mit zwei Holländern unterhalten, die eine 40 Jahre alte Mercedes S-Klasse fahren. Schweizer fahren mit Armeejeeps und andere mit einem Spider Cabriolet. Eine wirklich bunte Mischung an Mensch und Maschine. Alterstechnisch ist Jung und Alt vertreten. Quasi junge enthusiastische AbenteurerInnen und alte, verrentete Hasen (und Häsinnen).
    Wir, Claus und Ich, Team 89 „Paradise Valley“, fahren die EUROPEAN 5000. Die dauert 13 Tage. Gleichzeitig mit uns, vom gleichen Platz, vom gleichen Veranstalter, startet die EUROPEAN MOINTAIN SUMMIT. Bis Nizza fahren bei Rallyes parallel. Die Mountain Summit endet in Nizza, während wir in Richtung Andorra und Spanien weiterziehen.
    Spannend wird‘s!
    Der Dicke läuft bisher wunderbar und hat uns mit zarten 12,5 Ltr. Verbrauch verwöhnt. Das ist gut so, denn die Dieselpreise hier in Bayern liegen um die 2.30 €/ltr.. Hinsichtlich der Dieselkosten wird dieses Abenteuer leider kein Sparpaket. Doch wie sagte Budda als ihn Lah Otse und Mao Tse Tung nach dem tieferen Sinn für den Sonnaufgang im Westen fragten: „S‘ isch wie‘s isch!“
    Mit dieser unumstößlichen Lebensweisheit schließe ich den heutigen Footprint. Vielleicht gibt‘s noch einen zweiten, denn der Abend wir ein lustiger werden.

    Fußnote: Gerade spielt die Aiblinger Musikkappelle „ Auf der Vogelwiese“.
    S‘ isch wi‘ Daheim.
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  • 1.Tag: Brrrrrrrmmmmm…. 😁

    September 4 in Italy ☁️ 25 °C

    Samstag, 05.09., morgens 07.11 Uhr.
    Sitze im Garten unserer Herberge. Links ein Cafe Lungo (sehr viel Kaffee für wenig Wasser = seeehr verdauungsanregend). Rechts ein Glas Bergwasser (sehr erfrischend). Vor mir ein -noch- unberührtes Croissant und wenn ich den Kopf von der Tastatur hebe die absolut geniale Bergwelt der Dolomiten. Alles noch im Morgendunst. Die Sonne schiebt sich langsam über die Berge und schält die Umrisse der Gipfel aus der Dämmerung heraus. Tolles Panorama!
    Und ich, ich hab Stress! Schreibstress! Selbst gewählter Stress! Denn ich will ja den gestrigen Tag, vom Kick-Off-Tag, der Rallye berichten. Nun heisst‘s tippen bis die Finger glühen.
    Gestern! Morgens ab 08.30 war Line Up der Teams. Insgesamt sind es rd. 200 Teams. Alle Fabrikate, alle Altersklassen (Mensch und Maschine) und alle Aggregatzustände.
    Wir bekamen das Roadbook für unsere Rallye. Im Roadbook stehen die Routen und die Aufgaben, die während der einzelnen Tage erledigt werden sollen. Das Roadbook ist recht aufwendig gestaltet und gespickt mit Informationen und Aufgaben, quasi unsere Bibel für die nächsten zwei Wochen.
    Grundsätzlich gilt, alle Aufgaben sind freiwillig. Wer nicht will muss sie nicht erledigen und einfach die Länder-Menschen-Abenteuer erleben. Wer die Aufgaben als Herausforderung sieht, der hat sogenannten RM (Roadmission) und TD‘s (Task of the day). Die Roadmission sind Aufgaben, die entlang der Route erledigt werden können/sollen, beispielsweise auf den Passhöhen die Schilder mit dem Passnamen fotografieren. Die TD sind Tagesaufgaben. Die TD für den ersten Tag lautete: Mache eine Foto, auf dem jedes Teammitglied ein Glas Bergwasser, einen Tannenzapfen und einen Stein in Vulkanform in den Händen hält. Alles drei haltend muss er Barfuss im Schnee stehen. Nicht schlecht, oder ?
    Bis auf den Schnee, welcher Dank heißem Sommer sich sehr, sehr zurückgezogen hatte, bekamen wir alles zusammen. Das Foto ist allerdings noch nicht gemacht, da es einfach gestern viel zu spät war als wir in unserer Unterkunft ankamen.
    Kurz nach 11 Uhr fuhren wir durch den Start Bogen und los ging die wilde Fahrt auf die EUROPEAN 5000. Das war schon spannend. Die WhatsApp Gruppen (1 für Bilder und Chat, 1 für technische Probleme/Fragen, 1 für die Veranstalter), denn die „Familie“ hatte sich viel zu schreiben.
    Da keine Autobahnen und kein Navi erlaubt sind, ging es via klassische Papierkarten in Richtung Österreich und Italien mit Endstation Dolomiten.
    Ich muss gestehen, das war/ist schon eine Herausforderung nach „normalen“ Linien auf Papier zu fahren. Das gilt vor allem in dicht besiedelten Gebieten, wo es schon mal eine Herausforderung ist die Orte zu finden zu denen man hin muss. Da gab es durchaus atmosphärische Störungen innerhalb des Teams über die richtige Route. Aber alles gut, denn das gehört zur Schnitzeljagd im 21.Jahrhundert.
    Unsere Route führte uns von Oberbayern über Reit im Winkel nach Österreich zur Großglockner Alpfenstraße. D‘ Knaller!! Bei allerbestem Traumwetter fuhren wir über Berge, Passe von grandioser Schönheit. Oben auf den Passhöhen wurden die RM (Roadmissions) erfüllt und die Fotos gemacht.
    Der Dicke verhielt sich vorbildlich und schnurrte über Berg und Tal. 16 Liter war der Verbrauch. Angesichts der Höhenmeter ein akzeptabler Verbrauch. Erfreulich entwickelten sich die Dieselpreise. Von 2,45 € in Deutschland zu 2,13€ in Grenzgebiet Österreich und Italien.
    Nicht alle Teams hatten einen so unkomplizierten Tag wie wir. Die WhatsApp Kanal mit den technischen Anliegen glühte. Geplatze Kühlerschläuche, ausgefallene Lüfter, kaputte Radlager und vieles mehr.
    Am Start war auch ein Team aus Leipzig. Da wir (ich) ja Hälfte Paradise Valley (Glottertal) und Hälfte City of Heroes (Leipzig) bin, knüpften wir gleich mal östliche Solidaritätsbande. Die beiden Fahren mit einem alten Japaner (Modell ist mir entfallen). Jedenfalls flachste ich noch, dass ich sie ja abschleppen könnte, falls sie Sorgen haben sollten. Tja und es kam wie es kommen musste, die Beiden waren die ersten, die stehen blieben (Motor lief heiß, da Loch im Kühlerschlauch). Da gab‘s dann schon die ersten Tränen „Das schaffen wir nie!“ Solidarisch die die „Familie“ nun mal ist, wurde unterstütz und geholfen.
    Vom Großglockner runter stand am Straßenrand ein alter VW Bulli mit offener Motorhaube. Die beiden waren/sind aus Lahr und hatten ein Problem mit dem Lüfter. Schon zwei Sicherungen hatten sie verbraten, nur um schließlich direkt ohne Sicherungen zu verkabeln. Wir hatten in unserem Bestand einige 50 Ampere Sicherungen und konnten den beiden weiterhelfen. So gibt einer dem anderen.
    Claus hat sich einer jungen Damen angenommen, welche ganz alleine mir ihrem Fiat 500 die Rallye fahrt. Am ersten Pass saß sie etwas verloren in ihrem Fiat und Claus sprach sie an, ob er ihr helfen konnte. Sie war mental nicht ganz auf der Höhe, technisch war alles in Ordnung. Alleine fahren ist halt auch blöde. Claus nahm sie dann ins emotionale Schlepptau und so fuhr sie von da an hinter uns her.
    Unterschätzt hatten wir die Länge der Strecke und die Dauer der Fahrt. Abends um 7 Uhr waren wir immer noch unterwegs und das ohne zu wissen wo wir unsere Häupter betten sollten. Dank Booking.com gab es irgendwo (den Namen hab ich vergessen) noch ein Zimmerchen (Hotel Bellavista) für die Nacht. Hier sitze ich nun in der Morgensonne. Mit dem Schreiben des Footprints bin ich durch und freue mich nun auf einen Kaffee und die Morgensonne.
    Bis denne!
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  • Tag2:Was haben Männer & KodakFotofilme gemeinsam?

    September 5 in Italy ☁️ 20 °C

    Bormio! Kennt jeder, oder? Stilfser Joch und Konsorten?!
    Jedenfalls verbringen wir, d.h. Claus, Nina und ich, die Nacht in Bormio. Und zwar in einer riesigen Wohnung mitten in der Stadt. Ein absolute Perle, die wir so nicht erwartet hatten, als wir heute morgen in den Dolomiten bei Cortina, unsere Übernachtung für den Abend gebucht hatten. Heute morgen erahnten wir nur was uns heute erwartete.
    Nachdem wir gestern Abend noch das Roadbook und die Tagesaufgaben für Tag 2 studiert und in den Karten eingetragen hatten, widmeten wir uns unserem wohlverdienten Schlaf. Claus hatte ich mit Ohrstöpseln ausgestattet, da er meinte die vorige Nacht kaum geschlafen zu haben, da ich ganze Schwarzwälder abgesägt hätte.
    …komisch, kann mich gar nicht erinnern 😌🤔😁
    Die Ohrstöpsel leisteten beste Arbeit und sowohl Claus wie auch ich waren bestens ausgeschlafen und genossen das Panorama der Dolomiten bei Kaffee und Corissant. Zu uns stieß gleich am Morgen Nina, die im vorigen Footprint erwähnte junge Dame, für die Claus die Patenschaft übernommen hatten. Da Nina alleine fährt und alleine fahren Scheiße ist, haben wir beschlossen im Konvoi zu fahren. Nina als junge Dame in ihrem Fiat 500 voraus und die zwei alten weißen Männer in der dicken G-Klasse hintendrein. …na ja, fast jedenfalls… …die Reihenfolge drehten wir der Einfachheit halber um, so dass Nina entspannt den Dicken von hinten betrachten und gleichzeitig sorglos die Landschaft genießen konnte.
    Denn Landschaft, die gab’s vom Feinsten. Heute war die Creme-de-la-Creme der Alpenpässe angesagt. Passo di Giau, Passo Fedaia, Passo della Mendola, Passo del Tonale und als Sahnhäubchen mit “Pippi-in-der-Hose” Garantie, der Gavia Pass. Von Ost nach West über alle die Dolomitenpässe und ihre grandiosen Bergwelt.
    Die Roadmission beinhalteten heute jeweils Fotos von den Passhöhen zu machen (Schilder auf dem jeweiligen Pass). Die Schilder zu fotografieren war nicht so schwierig, die Fahrten auf den engen Straßen und Serpentinen durchaus. Da waren schon knifflige -aber schöne- Passagen mit dabei.
    Lustig war die heutige Tagesaufgabe (Task of the day): An einem bestimmten Punkt vor dem Ort Canazei sollten wir uns treffen und dort die CopilotenInnen tauschen. Mit dem/den neuen CopilotInnen sollten wir dann einige Kilometer fahren und auf diesen Kilometern uns gegenseitig die besten Witze erzählen. Welche schräge Aufgabe! Da Nina eh schon mit uns im Konvoi fuhr tauschten Claus und Nina die Plätze. Claus übernahm Ninas Fiat 500 (Team 21, EURODASH DUO) und Nina nahm auf dem kuschlig bequemen Ledersitz des Dicken platz. Und nun die Witze? Welche Witze erzählen. Der beste Witz sollte gewinnen! Oh Mann, ich bin doch überhaupt kein Witze Erzähler. Ich kann mir auch keine Witze merken. Nina ging‘s ebenso.
    Wir sprachen uns deshalb ab, dass wir die zwei einzigen Witze, die ich persönlich auswendig konnte, als Witze für den Task of the Day zu verwenden.
    Witz 1: Was ist der Unterschied zwischen Männern und Kodak Farbfilmen?…. ….Antwort: Beide haben die Entwicklung verpasst! (Diesen Witz fand Nina am Besten)
    Witz 2: Angela Merkel stirbt. Sie kommt zu Petrus vor‘s Himmelstor. Dieser begrüßt sie überschwenglich „Hallo Angie, schön Dich hier zu haben. Hier und heute hast Du die Wahl: Himmel oder Hölle.“ Angie war irritiert und wollte sich nicht sofort festlegen und sagte: „Kann ich zuerst beide mal sehen?“ „Klaro“, sagte Petrus und führte Angie in den Himmel. Hier saßen alle auf ihren Wolke 7 und chillten was das Zeug hielt. Alles war relaxed, brav und bieder. Nach dem Himmel führte Petrus Angie in die Hölle. Das Höllentor sprang auf und heraus drang wilder Partylärm. Ein Rave war im vollen Gange. Es wurde auf den Tischen getanzt und vieles getan über welches wir den sittsamen Mantel der Verschwiegenheit hüllen wollen.
    „Hmmh“, meinte Angie, „kann ich mir das bis morgen überlegen?“ „Klaro“, sagte Petrus. Am nächsten Morgen kam Angie ausgeruht, freudestrahlend und erwartungsfroh und sagte zu Petrus: „Ich nehm‘ die Hölle“. „O.K.“ sagte Petrus, „Dein Wille geschehe“. So gingen die beiden denn zur Hölle. Das Höllentor ging auf und heraus drang der übelste Gestank. Es stank und war dreckig. Die Menschen ächzten unter erbärmlichsten Qualen und jammerten fortwährend. „Ehhhh, was ist denn das?“erboste sich Angie. „Was soll das, das sah gestern doch ganz anders aus!“ „Ja“, sagte der liebe Petrus, „gestern war v-o-r der Wahl und heute ist n-a-c-h der Wahl!“

    Zurück zur Rallyerealität: Als Beweis für den Copiloten Tausch und die Witze mussten wir vor der Kirche Madonna della Neve ein Beweisfoto von den Autos und dem Tausch-Team machen.
    Gemacht! Tagesaufgabe geschafft!

    Danach ging‘s über weitere Pässe bis zum Grande Finale, dem Gavia Passe. Der letzte Pass vor dem heutigen Endziel Bormio. Dieser Pass hatte es in sich. So eng, so abgründig, so spektakulär. Motorradfahrer,die lebensmüde die Serpentinen herunterkamen. Autofahrer, die lebensmüde sich am Abgrund entlang schlichen. Ein Filetstück in Sachen Alpenpässe. Dort liegen zu bleiben war tatsächlich kein Ziel. Doch es traf Teams unserer Rallye Familie. Holländer hatten Kühlerprobleme. Andere Probleme mit der Ölwanne.
    Unser Tech-WhatsApp-Kanal glühte. Vorhin kam die Nachricht, dass sogar eines unserer Teams von der Straße abgekommen ist. Zwar nicht abgestürzt, doch so, dass die Feuerwehr geholt wurde. Wie‘s ausging wissen wir bis dato nicht. Wir werden sehen/hören.

    Genial ist unser Herberge für die Nacht. Mitten in Bormio liegt die AD Residence. 165 € für eine komplette Wohnung mit drei Betten, Küche und Wohnzimmer. Ein guter Deal, würde man auf neudeutsch sagen. Als wir ankamen, war das auffinden der Residenz garnicht so einfach, da sie mitten in der Innenstadt liegt. Innenstadt mit engen Straßen, dass ist nicht das Lieblingsterrain unseres Dicken. Wir mussten verbotenerweise parken und zu Fuß unsere AD Residence suchen. Wir trafen auf eine echte Perle. Betrieben von rüstigen Senioren (noch älter als Claus und ich). Super nett die Beiden. Dann ging‘s um‘s Parken. Er würde uns in der Tiefgarage unterbringen, so der Patron. Tiefgarage? Bei den Dimensionen meines Gs‘? Eher nicht! Doch, doch meinte der Patron und nahm uns mit raus in einen wunderbar idyllischen Innenhof mit eigener Zufahrt. Dort gab/gibt es einen (Auto)Lift, auf den man fährt und welcher dann das Auto eine Etage tiefer befördert. Tolle Sache, doch war die Höhe auf 2,30 m und das Gewicht auf max. 3 to. beschränkt. Nicht gerade die Idealmaße für den G. Bei der Höhe würde es Millimeterarbeit sein, beim Gewicht ausgeschlossen. ….so dachte ich…. …doch der Patron ging mit uns zu unserm Parkplatz, betrachtete den G und meinte „Kein Problem. Komm!“ „Au weia, dachte ich, „ob das gutgeht.“ Ich also auf in den Hof und auf die Liftplattform gefahren. Höhe passte knapp. Dann drückte ich den Knopf für runter. Der Lift ruckelte verrichtete jedoch dann seine Arbeit ohne zu murren, zu qualmen oder zu streiken. Mir fiel echt ein kleines Steinchen vom Herzen. Diese Tiefgarage ist echt der Hammer. Super schick, super modern und das direkt in der Altsatt und direkt unter dem Garten der AD Residence. Das Bauen der Tiefgarage muss Millionen gekostet haben. Eine unglaubliche Investition für ein paar schnöde Autos. Doch was macht ein echter Gastgeber nicht für seine Gäste. Vielen Dank!

    Damit soll‘s für heute gewesen sein. Es ist spannend. Morgen geht‘s über den Bernina-, Spülgen- und San Bernadino Pass runter an der Lage Maggiore. Irgendwo dort wird morgen die „Halfway Party“ stattfinden. Für die European Mountain Summit ist morgen Halbzeit. Deshalb große Party. Für uns, die European 5000 Teams ist’s eine fette Party. Morgen werden wir erstmals wieder alle Teams an einem Platz finden. Wir sind gespannt auf deren Geschichten.

    Mit dieser Geschichte bin ich nun zu Ende und wünsche allen eine wunderbare Nacht.

    P.S. Ich werden den Text nicht nochmal durchlesen. Meine Augen fallen gleich zu. Bitte deshalb alle Schreibe- und Verständnisfehler zu entschuldigen. 😊
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  • Tag3: Pass, Pässe,Pässer 😩

    September 6 in Italy ☀️ 20 °C

    Pass-Pässe-Pässer??
    Klaro, das dem Germanisten rollt‘s die Zahnägel ob der Steigerung „Pässer“. Aber wie soll man sonst Tage ausdrücken, an denen man von einem Alpenpass zum nächsten jagt. Mehr Pässe geht nicht. Und das alles bei fantastischem Wetter. Der Rallye- und der Wettergott meinen es -bis jetzt- gut mit uns.
    Gestern im Bormio gestartet. Da stand schon mal die Skepsis, ob der Lift wohl unseren Dicken von den Tiefen der Garage ans Licht heben könne.
    Antwort: Kann er! Tolle Sache!
    Von Bormio ging es nicht wie erwartet das Stilfser Joch hoch, sondern wir schlugen den weg in Richtung Schweiz über den Bernina Passe ein.
    Heute ging es im Ping-Pong zwischen Italien und der Schweiz hin-und-her.
    Tolle Pässe, Tolles Wetter.
    Sorgen? Yes! Zum Einen die Wohnmobile, die es sich und allen anderen Passfahrern nicht leicht machten sich gegenseitig zu lieben, und zum Anderen der Dicke.
    Unser allseits geliebter Dicke (die G-Klasse) hat ja nun schon 22 Jahre im Fahrgestell. Er läuft auch gut und ruhig. Allerdings schleichen sich so kleine Nickligkeiten ein. Beim bergauf fahren vibriert bei bestimmten Drehzahlen das gesamte Auto. Es ist keine nettes Wellness vibrieren, sondern da wackeln schon die Tassen im Schrank (wenn mann Schränke und Tassen hätte). Das Vibrieren lässt sich noch aushalten, aber bei längerer Fahrt und zunehmender Hitze mehren sich die Störungsmeldungen im Display und das penetrante Leuchten der 1.000 € Lampe (die Motorleuchte) verunsichert schon.
    Angefangen hatte es mit der Meldung „EPC Probleme“ (Electronic Power Controll). Dann ging‘s weiter mit der Meldung, dass Kühlmittel nachgefüllt werden muss. Dann gings‘s weiter mit der Meldung, dass Anzeige der Motorleuchte nicht funktioniert. Die letzte Meldung war dann, dass wir sofort in die Werkstatt müssten, da die Bremsbeläge verschliessen sein. Am Schluß hatten wir 5 Störungsmeldungen. Das steigert nicht das Vertrauen ins Gefährt. Zumal bei Sichtkontrolle (Kühlmittelbehälter) nichts zu sehen war (=Füllstand o.k.). Auch bei der Bremskontrolle (abruptes Bremsen) gab‘s kein Zeichen von Verschleiß oder Metall-auf-Metall. Und am Besten: Stellte ich die Zündung aus und dann wieder an waren alle Störungsmeldungen auf 0. Das macht einen kfz-technisch völlig unbeschlagenen Holzkaufmann doch ziemlich nervös.
    Deshalb, erste Tat am heutigen Morgen, Kontrolle von Kühlwasser und Störungsmeldungen. Es bleibt die EPC Meldung, welche lt. Internet, aber nicht „lebensbedrohlich“ sei. …schau‘n m‘ mal!

    Am Ende des gestrigen Tages stand dann die Half Way Party für die European Mountain Summit. Auf einer schönen Anlage direkt bei einem Restaurant traf sich die Rallye Gemeinde zum Geschichten erzählen und Wunden lecken. Allen waren sich einig, dass die Pässe super und die Wohnmobilfahrer ätzend seien. Die Pässe sind schon sehr, sehr anspruchsvoll für‘s Nervenkostüm und für alle Verkehrsteilnehmer (Autos, Motorräder, Radfahrer). Wenn dann noch Wohnmobile sich in die engen Serpentinen und Haarnadelkurven wagen, ist ein friedliches und verständnisvolles Miteinander nur schwer auf zu bauen.
    Doch s‘isch wie‘s isch.
    Den einen aus unserer Rallye Gemeinde, der vom Weg abkam musste die Feuerwehr bergen. Andere touchierten die Felsen und hatten Plattfuss. Wieder andere hatten Bremsprobleme.
    Alle waren da, alle hatten was zu erzählen, alle waren happy.

    Heute geht‘s weiter Richtung Westen. Endpunkt wird das Piemont sein. Wieder viele Pässe und viele Stunden im Wagen.
    Ich werde berichten.
    Wünsche allen einen wunderbaren Start in die Woche!
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  • Tag4: Life is a Alpenpass

    September 7 in France ☀️ 22 °C

    Morgens 7.25 Uhr in Guillestre in den Savoyer Alpen. Wir logieren im alten Teil des Dorfes. In diesen engen Gassen lebt nicht wirklich jemand fest. Doch haben die Einwohner diese alten Gemäuer mit nett ausgebauten Ferienwohnungen ausgestattet….

    …mehr Text gibt‘s heute nicht, denn ich hab die volle Kaffekanne umgeschmissen und muss erst mal Schadensbegrenzung machen… …wie heißt‘s doch so schön in dem Lied „Der Kaffee ist fertig…“ Bei mir schwimmt er gerade auf‘m Herd 😩😵‍💫

    Bis später!
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  • Tag5: Der Domino-Verdun-Hirsch-Tag

    September 8 in France ☀️ 20 °C

    21 Uhr! Ruhe! Nur in der Entfernung Geschirrklappern und Gesprächsfetzten. Wir sitzen vor Claus‘ Penthouse auf einer Holzterrasse mit den Maßen von ca. 2 x 2 m. Claus zu meiner Linken und Nina zu meiner Rechten. Es herrscht Ruhe auf dem Balkon. Die einzigen, die Krach machen sind meine Finger, die über die Tastatur huschen. Nina und Claus sind in das vertieft was man die moderne Kommunikation unter Menschen des 21.Jahrhunderts nennt: Handy glotzen.
    Das ist kein Vorwurf meinerseits, denn wenn ich nicht tippen würde, würde ich das Handy-Glotzen-Duo zu einem Handy-Glotzen-Trio erweitern.
    Noch ist‘s aber nicht soweit. Erst müssen die Fingerlein bewegt und die heutigen Eindrücke digitalisiert werden.
    Los ging‘s heute morgen um 8.30 vor dem Carrefour Supermarkt mit der Tagesaufgabe die gleichzeitig Sonderaufgabe war. Zur Erläuterung: Wir haben pro Tag zwei Tagesmissionen (Roadmissions), eine Tagesaufgabe (Daily Task) und Sonderaufgaben (Special Tasks), welche sich über den gesamten Rallyezeitraum erstrecken. Für jede erfüllt Aufgabe erhält das Team Punkte. Wer am Ende der Rallye die meisten Punkte hat, gewinnt die European 5000.
    Heute gab es besonders viele Punkte zu gewinnen, denn es war „Domino“Tag.
    Mit der Überreichung des Roadbooks erhielten wir auch verschiedene Utensilien, welche wir nicht näher zuordnen konnten. Eines der Dinge war ein großer hölzerner Dominostein. Heute nun, sollten sich so viele Teams als möglich zur „Continental Chain Reaction“ treffen. Wichtigstes Bestandteil dieser Chain Reaction waren die Dominosteine. Alle Dominosteine mussten aufrecht hintereinander gestellt werden. Der erste wurde angetippt und mit dem berühmten, von Hieronymus dem Staubigen erfunden, Dominoeffekt, fielen alle andere Steine nacheinander um. Tolle Idee! So entsteht positive Gruppendynamik.
    So fanden sich heute morgen 22 Teams am Carrefour ein. Wenige Minuten nach 8.30 Uhr begaben sich 22 Dominosteine von der Vertikalen in die Horizontale. „Klack-klack-klack“ und schon war die Sonderaufgabe Continental Chain Reaction erfüllt.
    So kann der Tag starten!
    Nach der Reaction der Steine war Action der Teams angesagt. Motor an und auf ging die Fahrt in Richtung Colle de Bonnet, dem höchsten durchgehend geteerten Pass in den Alpen. Wie immer kurvig. Wie immer steil. Dieses mal allerdings weniger eng. Da Wochentag (Dienstag) war, auch viel weniger Rad- und Motorradfahrer. Auch Wohnmobilisten legten heute anscheinend eine Pause ein.
    Nach dem Bonnet mit seinen 2.800 m ging‘s wieder in die Niederungen der französichen Alpen mit Richtung zum Grand Canyon von Frankreich. Spektakulär und in der Saison total überlaufen: Gorge de Verdun. Die Verdun Schlucht. Tolle, tolle Landschaft. Atemberaubend.
    Zum Lohn der bisherigen Mühsal, sozusagen als Goody für Claus und Nina, übernachten wir auf einem Campingplatz. Das ist an-und-für-sich nichts besonders, das Besondere ist, dass wir das erste Mal seit drei Nächten getrennt voneinander schlafen. Jeder in seinem eigenen Schlafgemach. Claus in seinem hölzernen Penthaus. Nina ist noch unentschlossen, ob sie unterm Sternenzelt, im Fiat oder als Untermieterin im Penthouse unterkommt. Der Tipper dieser Zeilen wird heute Premiere feiern! Zum aller, aller, aller ersten Mal im neuen Dachzelt mit neuer Matratze. Welch aufregende Nacht!
    Da sich mit leerem Magen schlecht schnarchen lässt, wurde heute nochmals eine Premiere gefeiert. Zum aller, aller, aller ersten Mal wurde auf dem Induktionsfeld im Dicken gekocht. Anlässlich dieses erhabenen Ereignisses, gab‘s was ganz besonderes. Für die Männer: Nudeln mit Hirschgulasch und für Nina (Vegetarierin) Nudeln mit Tomaten-Pilzsauce.
    Ich muss sagen, s‘ hat alles geklappt. Technisch top und kulinarisch mmmhhh.
    So top und mmmmhhh, dass die beteiligen Personen sich dem Handy Glotzen hingeben und alles-in-allem einen zufriedenen Eindruck machen.

    Und ich, ich schließe diese Zeilen mit einem „Gute Nacht“ in die weite, weite Welt.

    Fußnote: Ich hab‘ wenig über den Gemütszustand im Bereich der Störungsmeldungen des Dicken geschrieben. Also ich weis ja nicht, aber Dicke scheint Selbstheilungskräfte zu haben. Am Sonntag noch fünf Störungsmeldungen. Alle mit dem Tenor „Werkstatt aufsuchen“. Heute? Vielleicht eine oder auch mal eine zweite. Und immer, wenn der Motor abgestellt und wieder eingeschaltet wurde: 0!
    Ein Wunder!!!
    Vielleicht sollte ich beim Vatikan um die Heiligsprechung ersuchen bei all der Wundertätigkeit? 🤔
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  • Tag6: Asterix - Ein Huhn im Auto - Rallyegewinn?!

    September 9 in France 🌬 18 °C

    Guten Morgen in die Welt der interessierten LeserInnen dieser Zeilen und ein Guten Morgen an mein eigenes Ich, wenn ich diese Zeilen irgendwann mal wieder lesen werden.
    Es ist ein guter Morgen, denn ich hab tief, lang und fest geschlafen. In einem Doppelbett, in einem Budget Hotel in Narbonne. Ja, Narbonne ganz im Süden Frankreichs. Von der Verdun Schlucht über die Provence sind wir nun hier in der Region Okzitanien ganz im Süden Frankreichs gelandet.
    Gestern Morgen hoch über dem Lac de Sainte Croix sah die Welt auch schon gut aus, denn Claus konnte ohne mein Geschnarche und ohne Ohropax beseelt durchschlafen und Nina hatte als Claus’ Untermieterin ebenfalls ein weiches Bettchen und nicht den harten Autositz. Der bisherige Hochsommer bekam gestern eine Pause, denn es regnete und der bedeckte Himmel liess die Temperaturen nur leicht über zwanzig Grad steigen. Ein perfekter Tag.
    Perfekt waren wir auch für die vor uns liegende Etappe vorbereitet. Claus hatte die zu fahrende Strecke auf den Karten markiert und die von uns zu erfüllenden Aufgaben waren klar.
    An dieser Stelle möchte ich auf die Rallye und ihre Struktur eingehen, denn es gab vereinzelt Anfragen wie „Rast ihr den ganzen Tag sinnlos durch die Gegend?“ oder „Ist so eine Rallye heutzutage noch zeitgemäß?“
    Zur letzteren Frage, ob die Rallye noch zeitgemäß ist. Was ist zeitgemäß? Wer definiert „zeitgemäß“? Klaro ist das hier eine reine Spaßveranstaltung. Und ob „Spaß haben“ zeitgemäß ist, diese Frage kann nur dem deutschen Nörglerwesen entspringen. Rund 200 Teams haben jedenfalls Spaß, lernen Europa kennen, bringen Menschen zusammen und lernen auch etwas über sich selbst inklusiv Mensch und Maschinen.
    Und auf die Frage ob wir den ganzen Tage sinnlos durch die Gegend fahren, ist die Antwort: „Im Prinzip Jaein.“ Fahren Ja. Sinnlos Nein.
    Bei der Rallye European 5000 geht es nicht darum wer am schnellsten durch Europa rast, sondern wer am Schlauesten und am Besten alle gestellten Aufgaben erfüllt. Ob wir, d.h. Claus, Nina und ich auf‘s Siegertreppchen kommen? Eher nicht!
    Um all die gestellten Aufgaben zu erledigen (Road Missions, Task of the Day, Secret Mission, Detour Mission, Photo Mission etc.) müssen die Teams früh morgens auf die Piste und wirklich viele Kilometer absolvieren und mega kreativ und erfinderisch sein. Und, das sei schon mal gesagt, es gibt hier Teams, die auf Sieg fahren und ein unglaubliches Fahr- und Kreativitätsprogramm abspulen.
    Nehmen wir gestern. Die Road Missions bestanden aus dem Erklimmen des Mont Ventoux (bekannt aus der Tour de France) und der Felsenfestung von Baux-de-Provence. Beide Aufgaben erfüllten wir bravurös. Die Tagesmission (Task of the Day) bestand aber nicht aus Autofahren und Fotomachen, sondern aus dem erstellen und amtlich stempeln lassen eines Reisedokumentes A 38.
    A 38?! Das Dokument A38 führt uns in die Welt von Asterix und Obelix. Die Beiden müssen im Band „Tour de France“ durch ganz Frankreich reisen. Um dies zu dürfen müssen die Beiden in einer Behörde das Dokument A38 einholen. Quasi die Reisegenehmigung für Frankreich.
    Die Rallye Organisatoren hatten uns heute ins Aufgabenheft geschrieben, genau solch ein (fiktives) Formular A38 zu erstellen, ein Rathaus, eine Präfektur oder ein anderes politisches offizielles Amt auf zu suchen und es dort hochoffiziell abstempeln und genehmigen zu lassen. Lustig, oder?!
    Unsere Teams, Paradise Valley = Claus und ich; EurodashDUO = Nina, hatten dieser Aufgabe erst garnicht in Angriff genommen, da wir angenommen hatten, dass die Fahrstrecke der zu erledigenden Roadmissions schon so lange sein wird, dass für die Tagesaufgabe (Formular A38) keine Zeit mehr sein würde.
    Im Nachhinein eine Fehleinschätzung. Wir waren mit unseren Roadmissions nachmittags um 15 Uhr fertig und standen etwas verloren in Nimes. Es wahr noch viel Tag übrig, aber keine Zeit, um uns dem Formular A38 zu widmen.
    Da waren andere Teams viel kreativer. Im Rallye Chat wurde laufend gepostet wo und wie die einzelnen Teams die Permit A 38 sich ergattern haben. Diese Aufgabe haben wir verbockt. So werden wir jedenfalls nicht auf‘s Treppchen kommen.
    Neben den üblichen Tasks gibt es auch die Secret Mission und die Photo Mission. Die Photo Mission (siehe angehängte Fotos) bestehen aus 8 Einzelaufgaben. Zwei von denen haben wir schon erfüllt. Die eine mit dem Tausch von Rallyefahrzeug mit Rennrad auf Meereshöhe 1.500 m versuchen wir in Andorra zu schaffen. Die Aufgabe mit dem Huhn als Fahrzeuglenker versuchen wir in der laufendenFahrt zu erledigen. Wir sind aber bis dato noch an keinem Hühnerstall bzw. Hof mit Hühnern vorbeigekommen. In den anstehenden Tagen sollte das aber zu schaffen sein.
    Die Sache mit dem Yeti und Reinhold Messner ist quasi nicht unlösbar, da absolut kein Schnee/Eis in den Alpen erreichbar war.
    Zusätzlich den den üblichen Tagesaufgaben gibt es heute eine Secret Mission. Um 12.45 wird die Rallye Leitung über den WhatsApp Kanal eine Rätzel durchgeben. Sie hat vorab definiert in welcher Region wir sein müssen, um dieses Rätzel lösen zu können. Um 13 Uhr fällt dann der Startschuss um das Rätzel zu lösen. Die Lösung wird ein Gegenstand an einem bestimmten Ort sein. Klassische Schnitzeljagd wie an einem Kindergeburtstag.
    Ist das noch zeitgemäß? Kindergeburtstage?! Aber Hallo, na klar!!
    Fahren wir sinnlos durch die Gegend? Wenn wir das Rätzel nicht lösen können dann eindeutig JA.

    Nach diesem JA begibt sich der Schreiber dieser Zeilen in die Nasszelle seines Gemaches, denn sein Körper (und Geist) ruft ein JA auf die Frage „Duschen? Ja, Nein, Vielleicht?“

    Wünsche einen schönen Tag.
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  • Tag7: Notlauf den Berg rauf

    September 10 in Andorra ☁️ 11 °C

    Andorra! Endlich volltanken zu „humanen“ Preisen (1,63 €/ltr.)

    Yes, Andorra ist der Platz an dem ich meinen heutigen Footprint schreibe. Es ist Freitagmorgen und es wird ein spannender Morgen. Nicht das ein Rallyeleben unspannend wäre, doch heute bin ich schon sehr gespannt auf das, was uns der Tag bietet.
    Das hat weniger mit dem Tagesprogramm zu tu, denn mit dem Dicken, der wohlbehütet in der Tiefgarage steht.
    Gestern Morgen ging es bei strahlendem Sonnenschein los in Narbonne. Die Zielrichtung war über Carcasonne in das Grenzgebiet zu Spanien und am Ende des Tages in Andorra eintreffen.
    Bei der Ansicht des Dicken in der Morgensonne dachte ich „Ist doch ein ansehnliches Auto, unser Dicker“. Beim Herumdrehen des Zündschlüssel und der Anzeige „0 Störungen“ tätschelte ich wohlwollend das Armaturenbrett.
    Los ging die wilde Fahrt. Leider, leider kam nach wenigen Kilometern wieder die Störungsmeldung „EPC! Werkstatt aufsuchen“. Hinzu kamen Fahrgeräusche, die am Vortag noch nicht da waren. Ein Sirren, das je nach Drehzahl höher und schriller wurde.
    Na ja, dachte ich, das übliche. Er wird sich schon wieder einkriegen der Dicke.
    Dem war dieses Mal leider nicht so. Kein Druck auf dem Gas. Kein Kickdown mehr. Die Automatik schaltete sehr träge. Keine Power mehr unter der Motorhaube.
    Der Dicke hat auf Notlauf umgestellt. Notlauf heisst, das Auto läuft zwar, jedoch nur mit verminderter Kraft (limitierte Drehzahl, keine Beschleunigung etc.).
    Ach du dicke Sch…e!
    Da keine schnelle Lösung in Sicht war schleppten wir uns durch wunderbare Landschaften, die zu besuchen (mit mehr Ruhe und Zeit) ich mir vorgenommen habe.
    Erfreulich war, dass wir trotz Notlauf all unsere Road Mission erfüllen konnten. Und im Gebirge von Andorra konnten wir sogar auf 1.800 m unser Photo Mission „Tour der France“ abhaken. „Tausche Dein Rallyefahrzeug gegen ein Rennrad. Du mußt jedoch auf mindestens 1.500 m Höhe sein.“. So steht‘s im Roadbook. Beim Verlassen der spanischen Enklave Llivia, also wieder auf französischem Gebiet, kamen uns an passender Stelle (1.800 m) zwei Radfahrer entgegen. Zwei junge Spanier, welche bereitwillig, und im Austausch der Fotos, bei der Erfüllung unserer Photo Mission behilflich waren.
    Das war die erfolgreiche Seite des Tages. Die weniger schöne und etwas spannungsgeladene Seite war, dass es keinen Sinn macht im Notlauf die restlichen Rallyetage zu verbringen. So suchten wir die Adresse einer Mercedes Werkstatt in Andorra raus. Tatsächlich gibt es in Andorra eine offizielle Werkstatt. Perfekt. Diese schloß jedoch um 17 Uhr. Das baute innerlich -bei mir- Druck auf es bis 17 Uhr zu schaffen. So krochen wir die Berge und den Gebirgspass nach Andorra hoch. Andorra ist ein Steuerparadies. Gleich nach der Grenze, noch ganz oben am Pass, die erste Großtankstellen. Dieselpreis 1,63 €/ltr.. Genial! Mit maximaler Geschwindigkeit krochen wir den Berg hoch und wieder runter, bis wir in die Mercedes Werkstatt einbogen. Es war noch jemand da, doch eine Zusage, dass am morgigen Freitag (also heute) der Dicke als erstes dran kommt und die Störungen beseitigt werden, diese Zusicherung konnte uns die Dame nicht geben. Sie meinte, dass er zwar heute fertig werden würde, aber nicht wann. Schwierig für uns, da die Rallye sich ja nicht nach den Befindlichkeiten des Teams 89 richtet. Aber auf jeden Fall war eine Lösung (Werkstatt) in Sicht. Und ich war/bin mir sicher, dass der Notlauf nicht durch einen echten Schaden ausgelöst wurde, sondern dass -mal wieder- ein Sensor irgendwelche blöden Daten gemessen hat.
    Wir also im Hotel eingecheckt und rauf auf die Dachterrasse für‘s Ankommen-Bierchen. Auf der Dachterrasse trafen wir weitere Teams. Das Schöne an der Rallye ist, dass da ja auch echte (Schrauber) Profis mitfahren. Ich erzählte so meine Geschichte (die Notlauf Geschichte des Dicken), worauf Kilian sich anbot mal nach zu schauen. Kilian kommt aus Lindau und hat selbst ein Autohaus (Ford und Honda). Geile Sache! Er holte seine Sachen (Lesegerät, Dichtungsmittel u.v.m) und wir rückten dem Dicken auf den Pelz. Ich selbst habe ja auch ein Diagnosegerät dabei und kann die Störungen auslesen und löschen. Die EPC Meldung wurde von meinem Gerät jedoch nicht erkannt und ich konnte sie deshalb auch nicht löschen. Kilian schloß sein OBD Gerät an und schon sprudelten die Meldungen. Im Prinzip alles in Ordnung bis auf eine Meldung hinsichtlich des Gaspedales. Gaspedal? Was im Himmel hat das Gaspedal mit dem Notlauf zu tun. Vieles! Das Gaspedal hat zwei Sensoren, die redundant sind. Beide müssen funktionieren, damit die Motorsteuerung weiss, dass alles in Ordnung ist. Beim Dicken war es so, dass der eine gut und der andere so-la-la war. Deshalb die Störungsmeldung und deshalb der Notlauf. Kilian löschte die Störungsmeldung. Ich drehte den Zündschlüssel um, und was soll ich sagen, der Dicke schnurrte wieder mit voller Power. Nachdem das geklärt war, kamen diese Pfeifgeräusche, dieses Sirren, dran. Ich guck ja unter die Motorhaube wie die berühmte „Sau ins Uhrwerk“. Der Profi (Kilian) jedoch, lies seinen Blick schweifen und fand eine Stelle die verdächtig war. Wie der Schlauch genau heisst weiss ich nicht mehr. Er hat jedenfalls nichts mit der Luftansaugung sondern mit der Luftabführung zu tun. Diese Schlauch saß nicht mehr richtig fest. Kilian zog ihn komplett raus, und meinte, dass eine Metallnase, welche für den festen Sitz des Schlauches verantwortlich sei, nicht mehr kantig sondern rund sei. Das könnte die Ursache sein, dass der Schlauch nicht mehr richtig festklemmt und Luft entweichen kann. Kilian schob den Schlauch wieder rein und klemmte alles fest so gut es ging. Ergebnis war/ist, dass der Schlauch deutlich fester und dichter sitzt. Spannend! Wir verließen den Dicken in Richtung Dachterrasse, wo‘s erstmal „Danke-Bierchen“ für die Hilfe gab.
    Und jetzt, hier und heute, am Freitag, den 11. September, 6.39 Uhr, tippe ich diese Zeilen und bin gespannt was der Tag und der Dicke und die Störungsmeldungen uns bescheren.
    Da wir immer positiv bleiben: Auf jeden Fall schönes Wetter ☀️😁.

    Wünsche allen einen fantastischen Tag!
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  • Tag8: From Paradise to Ballermann

    September 11 in Spain ☀️ 29 °C

    6.00 Uhr morgens auf Balkonien in T-Shirt und kurzen Hosen! Na, wo sitzt ich?
    Jedenfalls nicht in Deutschland und nicht in den Bergen… …sondern Ta-Ta-Ta-Taaaaa 🎺: an den lauschigen Gestaden des Mittelmeeres, genauer gesagt auf dem Balkon einer Ferienanlage in Tarragona. Das war/ist unsere Behausung für heute Nacht gewesen.
    Wenn der Rallye Tag sich dem Ende neigt schauen wir immer bei Booking.com wo in der Nähe es eine bezahlbare Unterkunft gibt. Die heutige Ferienwohnung kostet 140 € zu zweit und hat vieles, neben eigenem Pool auch noch die Nähe zum Meer. Beides können wir leider, leider nicht oder nur bedingt nutzen, da wir gestern spät ankamen und heute schon wieder früh los müssen. Aber die Betten sind gut, die Temperaturen perfekt und das Leben ein Ponyhof.
    Wie sich gestern Abend jedoch herausstellte war/ist Tarragona die falsche Wahl bzw. die Wahl, die über‘s Ziel hinaus schießt. Wir sind zu weit in Richtung Süden (genauer: SüdWest) gefahren. Wir hätten näher an Barcelona bleiben sollen, denn dort startet der heutige Rallye Tag. Konkret bedeutet dies, dass wir ca. 1 Std. wieder in Richtung Barcelona fahren müssen, um unsere erste Roadmission zu erledigen.

    Ganz anders sah es gestern morgen aus. Von Andorra aus startend, lag die erste Roadmission quasi bergab auf dem Weg nach Barcelona.
    Andorra! Ich war noch nie zuvor in Andorra. Was hab ich erwartet? Na ja, vielleicht eine Art idyllisches schweizer Bergdorf. Etwas verschlafen mit schnuckeligen Häusern im alpenländischen Stil.
    Was hab ich bekommen? Ein mit Häusern, Tankstellen, Straßen, Autos und Menschen vollgepfropftes Tal. Also Andorra selbst hat nichts wirklich schönes zu bieten… …oder aber, es ist uns entgangen.
    Das Beste an Andorra war Kilian. Der „gelbe Engel“ vom Bodensee, der via OBD Diagnosegerät und Fachwissen, diesen blöden EPC Fehler vom Steuergerät des Dicken löschen konnte. Gestern schnurrte der Dicke wieder wie eine 1. Perfekt.
    Von Andorra in Richtung Barcelona ging es über enge Seitenstraßen und kleine Täler durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Alles super grün. Dazu ein gnadenlos blauer Himmel, den uns der liebe Gott (er/sie/es/divers) an diesem Rallye Tag schenkte.

    Unsere gesamte Tour wird von einem professionellen Kamerateam begleitet. Das Team fliegt mit Drohnen, hat Kameras hinten und vorne am Auto und ein Display in der Heckscheibe. Ziemlich unkonventionell (schnell und „aggressiv“) fahrt die Crew zwischen unseren Wagen hin-und-her. Will es was von einem bestimmten Rallye Team, dann läuft über das Display die Nachricht „drive closer“ oder „show emotion“. Dieses „closer“ hat schon bei einigen Teams zu Nervenkitzel geführt, da die Crew unsere Autos mit dem „drive closer“ immer näher und näher an das Film-Auto ranholte. In einigen Fällen fast bis auf Stoßstange an Stoßstange. Da schwitze der Rallye Pilot denn doch, da er keinerlei Sicht auf die Straße und den weiteren Verkehr hatte, sondern nur auf die breite Rückfront des Kamera-Autos starrte. S‘ist aber nichts passiert und alle freuen sich sicherlich, wenn am Ende ein spannender Rallye Film heraus kommt.
    Die erste Roadmission war ein Staudamm. Der und der dazugehörige Stausee war sehr schön, aber nicht weiter erwähnenswert. Danach ging es zu einem der Highlights Kataloniens: Monistrol de Montserrat. Ein Kloster mitten in den Fels geklascht. Nichts so klein wie die Ermitage in der Galamus Schlucht. Nee, im Vergleich schon eher hin geklotzt. Das fantastische ist neben der eigentlichen Existenz des Klosters die umgebenen Felsformationen. Mitten aus der Landschaft, losgelöst von allen anderen Bergen, steigt eine Höhenzug auf, der irgendwie wie ein Kamm aus aussieht. Langgezogen, schmal und mit vielen Zähnen. Ein echter Boah-eh-Hingucker.
    Wie bei solchen Boa-eh-Hinguckern üblich, ist man dort nie alleine. Am gestrigen katalanischen Nationalfeiertag wollten ausser uns noch viele, viele Menschen (Katalanen) und Autos dieses Kloster besuchen. Das war mühsam da Stau. Da es nichts negatives gibt, in dem auch positives liegt, war der positive Effekt, dass ich einen Fußmarsch von rund 5 km (hin-und-zurück) hinlegen durfte, um das obligatorische Roadmisson Foto zu machen. Claus wartete im/am Auto und organisierte den Verkehr und die Stausituation.
    Nach dem Monistrol de Montserrat ging es endgültig gen Barcelona. Ziel der heutigen Detour Mission war ein Berg am Rande von Barcelona, auf dem eine Kirche stand (Kirche des heiligen Herzens Jesu) vor der wir ein Foto machen sollten und der uns gleichzeitg eine fantastische Sicht auf Barcelona bieten sollte. Das war auch so! Was nicht klar war war, dass sich auf dem Berg, neben der Kirche ein Vergnügungspark befand. Tibidabo! Sünde und Buse an einem Ort! Die Sünde (na ja nicht ganz so eine Sünde im sündigen Verständnis der kath. Sünde) in Form von Riesenrad, Achterbahn und anderen Lustbarkeiten. Die Buse bestand im erklimmen der Stufen zur Kirche und der Ehrfurcht vor der sakralen Kunst und der Aussicht auf die Stadt Barcelona. Wer jemals Barcelona besucht, sollte diesen Aussichtsplatz besuchen.
    Nach Buse und Sünde war unser offizieller Rallye Tag geschafft.
    Tja und wie oben bereits beschreiben fuhren wir nach Tarragona. Wir dachten, dass der heutige Rallye Tag hier beginnt. Dem ist nun leider nicht so. Egal, da müssen wir nun halt durch.
    Wir jedenfalls in Tarragona angekommen und erstmal positiv überrascht von unserem Appartemento. In einer Ferienanlage gelegen, nur 15 Minuten Gehzeit vom Strand entfernt. Wir waren zwar müde, aber ein Spaziergang an den Strand mit eventueller Nahrungsaufnahme, das wollten wir uns noch antun.
    Das taten wir uns auch an und landeten in einer total anderen Welt. Ballermann in Tarragona. Die Buntheit, die Vielfalt, die Farbigkeit, die gaaaaanze Bandbreite körperlicher Schönheit und deren Zurschaustellung, das war deutlich anders als unsere bisherigen visuellen Reize während der Rallye.
    An diesem Rallyetag war alles drin. Berge, Kirche, Ballermann. Das Leben wird gelebt. Es findet statt, ob man es will oder nicht.

    Wollen würde ich jetzt gerne einen Kaffee. Dieser Wunsch wird mir allerdings noch ein bisschen verwehrt bleiben.
    Doch die Wunscherfüllung kommt! Genauso sicher wie der heutige Abend und mein nächster Reisebericht.

    Wünsche ein allseits schönes Wochenende.
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  • Tag10: …zu den wilden Stieren.

    September 13 in Spain ☀️ 27 °C

    Luze el Torro! Frei übersetzt „Der Stier im Rampenlicht“. Und wo ist man in Spanien, wenn der Stier im Rampenlicht steht? Ganz klar, in Pamplona! Dort wo die Stiere in einem riesigen Spektakel durch die Straßen der Stadt getrieben werden und Männer die Stiere anstacheln und vor ihnen rennen (oder flüchten je nach Blickpunkt). Jedenfalls ist es doch immer wieder erstaunlich was männliches Testosteron, ebenjene Besitzer dieses Hormons, veranlasst zu tun.
    Bei uns sind es nicht die Stiere, sondern die Pferdestärken, die unser Sein seit Tagen bestimmen.
    Gestern noch am Mittelmeer führte der heutige Ritt auf den Zylindern quer durch das zentrale Spanien über Saragossa nach Pamplona. Wie immer wurden Autobahnen links liegen gelassen und über Landstraßen Land und Leute „erfahren“. Es gab zwei Road Missions, ein Task of the Day und eine Secret Mission. Die Road Mission -unsere Spezialität- waren (sind) in der Regel einfach. Auf der Karte finden, hinfahren, Beweisfoto machen und weg. Der heutige Task of the Day bestand im Finden des Party-Hotels. Auch das war eine leicht zu erledigende Aufgabe.
    Die Secret Mission hatte es in sich. Die Rallye Leitung schickt um eine exakte festgesetzte Uhrzeit eine Nachricht, die beschreibt, wie ein Rätsel gelöst werden soll. Klingt nach einfacher Schnitzeljagd, doch schon beim Überfliegen der Erläuterung zum heutigen Rätsel, gab es bei uns ein Kopfschütteln mit vielen Fragezeichen und ein übereinstimmendes „Nee, das machen wir mal heute nicht.“
    Gerne würde ich die Anleitung bzw. das eigentliche Rätsel hier in den Footprint rein kopieren, doch das sprengt den Rahmen.
    Wir jedenfalls waren fokussiert auf die Road Mission
    Morgens um 7 Uhr war Abfahrt. Nina und ich waren schon um 6.30 bereit für‘s „let‘s go“, doch Claus, dessen Biorhythmus eher spätere Stunden bevorzugt, war noch in der mentalen und körperlichen Vorbereitung. Nina und ich lungerten auf der Straße bei den Autos. Es war halbdunkel. Aus einem Gebäude keine 30 Meter von uns entfernt schien jedoch Licht und vereinzelt gingen Menschen dort ein und aus. Uns schwante schon „Kaffee im Cafe?“ und Tatsache, morgens um 6.30 hatte hier schon eine Kneipe offen. Es gab leckeren Kaffee und leckere Croissants. Ninas‘ und mein Morgen war gerettet. Was für Menschen besuchen am Sonntagmorgen 6.30 eine Kneipe? Partygänger? Gestrandete? In unserem Fall kennen wir die Antwort: Rallye Teilnehmer. Im Fall der Spanier können wir nur Vermutungen anstellen. Nina war -neben der Dame hinter der Theke- das einzige weibliche Wesen im Raum. Die anwesenden Männer waren keine Überbleibsel von wilden Partynächten oder einer Behausung suchenden Obdachlosen. Die einen saßen in Tarnkleidung an einem Tisch. Mein Tipp: Jäger, vor oder nach der Jagd. An der Bar einzelne Männer fortgeschrittenen Alters, deren senile Bettflucht und das alternativlos leere Kuschelbett, sie an an die Theke zum warmen Kaffee trieb. An Tischen saßen Gruppen von älteren Herren, sich sich angeregt über das unterhielten, was ältere Herren so anregt: Gespräche über Sex, Drugs und Prostata. Na ja, vielleicht ging‘s auch um den Staubsauger oder Wischmob, den sie ihrer über alles geliebten Frau zu Weihnachten schenken wollten. Denn schließlich hatte das ja keine Zukunft, wenn die Dame des Hauses den Herren des Hauses aus jenem Vertrieb, um morgens um 6 Uhr im Schweiße und auf Knien das Haus zu putzen. Ja, ja, die Männer haben‘s da nicht leicht… …und die Auswahl an Putzmitteln groß… …da ist Austausch und Rat suchen in der Bar morgens um 6.30 Uhr genau das Richtige.
    Klingt das gehässig? Nee oder?
    Wahrscheinlich sind‘s halt einfache Männer, wie ich und ich, die morgens alleine in der Wohnung rumlungern oder den Schönheitsschlaf der Dame nicht unterbrechen wollen. Die Alternative: Die Bar an der Ecke.
    Nina und ich gestärkt, Claus wach, so ging‘s um kurz nach 7 Uhr in Richtung Norden. Norden und immer weiter.
    Mit dem Großraum Peñinsola hatten wir den südlichsten Punkt erreicht. Ab jetzt geht‘s mit großen Schritten (langen Fahrten) in die Grobrichtung Normandie/Bretagne.
    Zwischenstopp, „Wunden lecken“ und Geschichten ausstauschen war/ist hier im Luze el Torro. Ein tolles Hotel etwas ausserhalb von Pamplona. Wir sehen unterwegs ja immer wieder andere Teams und es gibt auch den ein- oder anderen Austausch, aber alle „Überlebenden“ auf einem Haufen, das gab‘s/gibt‘s nur noch hier und am Ziel.
    Bis zum Ziel sind es noch ein paar Tage und einige Kilometer.
    So gilt auch heute „Pferde satteln, Finger knacken lassen, Gas geben“.

    Wünsche einen guten Start in die Woche!
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  • Tag11: Grande Assiette De La Mer!?

    September 14 in France ☁️ 26 °C

    Der Ritt auf den Zylindern dauerte gestern rund 10 Stunden. 10 Stunden von Pamplona über San Sebastian, Acarchon, Bordeaux bis zum Ibis Budget in La Rochelle.
    All diese Städtenamen sind ja irgendwie bekannt. Doch konnte ich diese Städte kennenlernen? Nein! Tatsächlich sind wir froh, wenn wir nicht in die Städte reinfahren müssen. Dabei geht es nicht um die kulturelle Seite, sondern um den Stress, den viel Verkehr und unbekannte Straßen mit sich bringen. Glücklicherweise erlaubt das Rallye Reglement, dass wir Ballungszentren via Autobahn umfahren dürfen. Normalerweise sind Autobahnen ja tabu, aber die Organisatoren haben ein Nachsehen mit uns, denn die Zeit per normaler Straße eine Stadt zu queren frisst Stunde um Stunde.
    Die Aufgaben, die wir zu erfüllen haben, finden meist auf dem Lande und an an schönen Punkten statt.
    Beispielsweise der gestrige, 11. Rallye Tag.
    Los ging‘s in Pamplona. Eitel Sonnenschein und angenehme Temperaturen begleiteten uns in Richtung Biskaya, genauer der Stadt San Sebastian. Unsere Roadmission Nummer 1 war das Finden und Fotografieren des Torre Santa Barbara, welcher hoch über Stadt und mit Sicht auf das Meer sein sollte. Leider sind -unsere- Straßenkarten (Papierkarten) in einem so großen Maßstab, dass es unmöglich ist Details wie z.B. den Torre de Barbara zu finden bzw. einen Weg durch und entlang der Stadt zu navigieren. Was bleibt einem da übrig als das gute „alte“ Google Maps. Was würde die Welt machen ohne Google Maps? Ja, sie würde sich weiter drehen, ganz klar; doch wenn es wirklich nützliche Erfindungen und Helfer gibt, dann zählt Google Maps dazu.
    So war es denn Google Maps, die uns den Torre Santa Barbara und den Weg durch San Sebastian wiesen. Ein schmale Straße windet sich aus der Stadt hinaus auf einen Höhenzug, der eine fantastische Aussicht auf Stadt, Strand und Meer bietet. Sehr schöne und am frühen Morgen noch so frisch und klar.
    Roadmission Nummer 1 konnte also digitalisiert werden.
    Im Roadbook war unter Task of the Day (Tagesaufgabe) vermerkt, dass Tauziehen hier im Baskenland sehr populär sei und wir, als Tagesaufgabe, so ein Tauziehen organisieren sollten. 6 Leute aus unserer Rallye Gemeinde und und 6 Einheimische. Als ich die Aufgabe las, dachte ich „Nie im Leben schaffen wir das.“ Als wir jedoch oben am Torre Santa Barbara waren, stellte sich diese Aufgabe jedoch als einfach zu lösen dar. Rallye Teams waren da. Auf der Parkfläche am Torre standen einige Wohnmobile aus Spanien und Frankreich. Kurzerhand wurden aus diesem erlauchten Kreis der Wohnmobilisten sechs Freiwillige rekrutiert und schwupp-die-wupp hatten wir den Tauziehwettbewerb und unsere Tagesaufgabe erledigt. Und das morgens gegen 9.30 Uhr. So konnte der Tag weitergehen.
    Im Anschluß an San Sebastian ging der Ritt eine lange Fahrt nach Norden mit dem Ziel der Bucht von Acarchon. Dort erwartete uns die Roadmisson Nummer 2, die Dune de Pilat. Dune de Pilat ist die größte (höchste) Sanddüne Europas. Alles „größte“ und „höchste“ und „schönste“ in Europa, zieht erwartungsgemäß Massen an Menschen an. Dies ist bei der Dune de Pilat zweifellos der Fall. Unser Glück war, dass gestern Montag war und somit alle Wochenendtouristen weg waren.
    Die Düne selbst ist schon sehr beeindruckend. Die Feinheit und Farbe des Sandes. Das Schnaufen und Stöhnen der Menschen, die sich durch den weichen Sand kämpfen. Der fantastische Ausblick den man oben auf der Düne hat und -ganz besonders- die Farben. Die Farbe des Sandes, des Meeres, des Himmels. D‘Knaller!
    Auf dem Weg zur Düne fuhren wir durch ein Gebiet, das durch die im Sommer 2026 herrschenden Waldbrände stark betroffen war. Wir fuhren durch Ortschaften, mit ausgebrannten Häusern und Bäume/Wälder, die nur noch Gerippe waren. Schon beängstigend wenn man das sieht.
    Die Düne selbst ist wirklich ein Highlight. Sollte (muss) man gesehen haben, wenn man in der Region von Bordeaux ist. Bordeaux hätte ich auch gern mal gesehen, aber die Vorstellung sich durch den Stadtverkehr zu quälen, nur um einen Kaffee zu trinken und zwei drei Fotos zu machen, die Vorstellung war nicht so anziehend. Da das Roadbook ausdrücklich Autobahnbenutzung im Großraum Bordeaux zulässt, ging‘s von der Düne in direktem Weg auf den Autobahnring und den weiteren Ritt nach Norden. Das Endziel lautete La Rochelle. Kurz vor 18 Uhr kamen wir in unserem Hotel (Ibis Budget) an. Die Temperatur lag noch bei 31 Grad, der Himmel noch blau, der Hunger o.k. aber nicht drängend. So verlegten wir unsere Art der Fortbewegung vom Auto auf unsere Beine. Vom Hotel ging‘s durch das Viertel der hiesigen Universität in Richtung Hafen bzw. Marina. Ein ungeschriebenes Gesetz der Welt lautet: Wo Hafen, da Kneipen. Wo Yachthafen, da Restaurants. Der Yachthafen von La Rochelle bestätige mit dem Octopus dieses ungeschriebene Gesetz.
    Bei genialem Sonnenuntergang genoß das Team 89 Paradise Valley den Abschluss des elften Rallyetages.

    Jetzt ist kurz vor sieben Uhr, Dienstagmorgen. Die Körperpflege ist bereits vollbracht. Das Tippen des Footprints nähert sich dem Ende und das Frühstück wartet um 7.30 darauf verfrühstückt zu werden.

    Was uns heute erwartet? Spannende Sachen! So sollen wir z.B. das Grab des Zauberers Merlin finden. Der Magier aus der Arthussage (Arthus und die Tafelritter) soll irgendwo im Raum St.Malo seine letzte Ruhestätte haben.
    Spannend!

    Wünsche einen fantastischen Tag!

    Fußnote: Seit gestern ist Team 89 ohne Team 21 unterwegs. Nina hatte am Get-together in Pamplona andere Teams kennengelernt, deren Altersdruchschnitt eher dem ihrigen entsprach. Einer der Herren bot sich an mit Nina zu fahren, damit sie mal das richtige Rallyefeeling genießen kann. Am Donnerstag werden wir Nina wieder treffen. Da sind wir dann auf ihre „Feeling“-Geschichten gespannt. 😁
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  • Tag12: Wunder - Wind - Wein

    September 15 in France 🌬 19 °C

    Was stellt sich als markanteste Veränderung beim Ritt in die Bretagne ein? Lange Hosen!
    Jawoll! Heute morgen wurde offiziell das Ende von Shorts und der Beginn der lange Hosen Zeit eingeläutet.
    In La Rochelle waren es noch heiße 30 Grad, die sich auch noch bis auf die Höhe von Rennes hielten. Dann aber, Richtung Englischem Kanal und Saint Malo, zog die Bewölkung auf und der Wind nahm zu. Am Cap Frehel war dann nix mehr mit zartem Wind durch lichtes Haar, sondern da blies der 2.000 Watt Föhn kräftig in die Geheimratsecken.
    Bevor der Wind jedoch den eitel Scheitel von rechts auf links und wuschel legte, waren noch einige Aufgaben zu erfüllen.

    Am Morgen unseres zwölften Rallyetages brachen wir in La Rochelle bei bestem Sommerwetter auf. Ziel der ersten Roadmission war die Kleinstadt Clisson. Das Dorf wird von der Festungsruine und einem Fluß dominiert. Über jenen Fluß führt eine Steinbrücke, von der -so die Roadbook Vorgabe- ein Foto zu schießen sein, welches Brücke, Team und Festung beinhaltet. Leider kann ich nicht mehr über die Festung berichten. Die Details und Hintergründe unserer ab zu lichtenden Roadmissions bleiben im Hintergrund, da schlichtweg zu wenig Zeit ist (oder wir zu faul sind) sich auf die einzelnen Punkte vorzubereiten.
    Nach Clisson wurde es spannend. Auf dem Programm stand die Fahrt in den mystischen Wald von Broceliante. Dort soll -das ist Wahrheit- der Magier Merlin begraben sein. Merlin? Kenner und Kennerinnen der Arthussage wissen von Merlin und den Rittern der Tafelrunde. Unzählige Male verfilmt (Kind Arthur aus 2004) und in Büchern verewigt (z.B. Nebel von Avalon), ist Merlin, Arthus, Lancelot und die restliche Gang, Teil meiner Jugend. Und nun stand tatsächlich der Besuch des Grabes eben jenes Magiers an. Ein mystisch-esoterische Mission, die da heute im Roadbook stand.
    Im Wald von Broceliante angekommen bot sich uns ein eher unspektakuläres Bild. Ein kleiner Parkplatz, Wald und Pfade durch den Wald. Es gab Erklärbärschilder über die Geschichte.
    Wie es sich für das Grab eines Magiers gehörte, lagen da einfach zwei große Steine, die per Hinweistafel als Merlins Grabdeckel bezeichnet wurde. Da Magie sich jedoch nicht um irdisches Brimborium schert, sondern in der Welt der Mystik und transzendalen Sphäre zu Hause ist, darf dem äußerlich wahrnehmbaren Gebilde kein Bedeutung zugemessen werden. Es ist das Feinstoffliche was zählt. Das was zwischen den materialisierten Dingen schwingt. Und da, sehr geehrte Leserinen und Leser, war vieles zu spüren: Sonne, leichter Wind, Laub das raschelte, Staub der aufwirbelte… …und dann… ..irgendwo zwischen all diesen Dingen ein zartes „Abrakadabra-3x-schwarzer Kater“ . Der Hammer!
    Den Zugang zu diesem mystischen Gefühl und zu diesem Ort suchen anscheinend einige „Gläubige“, denn zwischen den Steinen lagen Zeichen von Ritualen. Da lag geflochtene Ringe aus Gras, Federn und metallischer Schmuck. Tolle Sache!
    Da die älteren Herren von Team 89 zwar Merlins Grab besuchten um die Roadmission zu erfüllen, so lag deren Augenmerk doch mehr „Brunnen der ewigen Jugend“. Ja, den gibt es: Brunnen der ewigen Jugend. Auf einer Hinweistafel wurde dieser Brunnen genau bezeichnet und erklärt. Und ganz ehrlich, wer würde nicht der Versuchung erliegen, sich ein bisschen Verjüngung zu gönnen? Vor allem wenn man selbst zu der Ü60 Generation zählt. Also war für Claus und ich klar: da müssen wir hin!
    Nur wenige Meter durch den Wald standen wir dann vor einem mit Steinen eingefasste Loch in der Erde… …trocken! Ja, trocken! Da floß kein ewige Jugend verheißendes Wasser in ein Becken. Es gab noch nassen Schlamm, doch das war alles. Unser Fazit: Es gab/gibt einfach zu viele Verjüngung suchende Menschen. Die haben den Brunnen sprichwörtlich leer gesoffen.
    Frei nach dem Motto: „Bange machen gilt nicht“ und „Man hat erst verloren wenn man aufgibt.“ fasste ich mir den Mut und stieg in den Brunnen hinab.
    Die beruhigende Information vorweg: Ich wurde nicht in den Schlund der Abgründe gesogen, sondern stand recht fest und aufrecht auf dem feuchten Schlamm.
    Allgemein gebildet wie man es einem Ü60ziger zutrauen kann, war ein Grundwissen über Heilerde und Fango-Packungen vorhanden. Somit war klar was zu tun war: In homöopathischen Mengen wurde eben jener, vom Wasser der ewigen Jungend durchtränkte, Schlamm entnommen und in die Ü60 Falten des Schwarzwaldbubs‘ massiert.
    Ob die Heilerde ihre verjüngende Macht entfaltet hat? … … … … …kommet… …sehet… …staunt 😁
    Nachdem dieses Abenteuer bestanden war ging‘s in Richtung Cap Frehel. Cap Fehel, genauer der Leuchtturm, war das Ziel, welches unser Roadbook als Detour Misson ausgab.
    Mit Cap Fehel und Saint Malo als Endziel waren wir in der Bretagne angekommen. Mit Ankunft in der Bretagne verabschiedete sich der Sommer und Herbst hieß uns willkommen.
    Wir trafen in Saint Malo bei Ebbe ein. Wer noch nie hier war sollte dies tun. Die Ebbe gibt hunderte Meter Strand frei. Boote liegen trocken. Kiter, Schwimmer, Strandläufer und Fotokünstler tummeln sich auf dem sandigen Boden und auf dem niedrigen Wasser. Es ist wirklich ein ausserordentliches Vergnügen mit nackten Füßen den Strand entlang zu laufen. Doch Achtung! Die Flut kommt schnell. Kaum eine Vorwarnung. Das Wasser läuft stetig und beständig auf. Sandburgen und in Sand gemalte Grüße werden in Null-komma-nix überspült. Wirklich erlebenswert!
    Tja und dann kam was unweigerlich kommen musste: Bretonische Austern!
    Über Geschmack lässt sich streiten. Über den von Austern sowieso. Sie schmecken nach nichts. Manchmal mehr nach Salzwasser mal weniger. Hier in Saint Malo lernten wir, dass es sogar mehrere Sorten von Austern gibt. Alle haben weibliche Namen. Die Austern welche wir genossen haben hörten auf den Namen „Celine“. Die Celine‘ waren durch Zitrone und einer Vinegrette eine vortreffliche Vorspeise. Als Hauptspeise hatten wir Chateaubriand gewählt. Ein Stück Rindfleisch in Pfeffersauce. Wir kamen d‘rauf Chateaubriand zu bestellen, da unser Weg von La Rochelle nach Saint Malo uns an dem Ort Chateaubriand vorbei führte. Ob der Ort mit dem Rind und dem Fleisch etwas zu tun hat ist uns nicht bekannt, aber wir fanden‘s interessant Fahrt und Fleisch miteinander zu verbinden.

    Sodele nun reicht‘s. Hab ganz schön viel geschrieben. Viel Quatsch und vielleicht auch etwas Belustigendes.

    Heute geht‘s Richtung Osten. Mont St. Michel, Omaha Beach und einige andere Andenken an den Zweiten Weltkrieg stehen auf dem Programm. Und, wenn wir wollen und der Dicke noch Diesel hat, an die weißen Klippen von Eterat.

    Wünsche einen wunderbaren Tag.
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  • Tag13: Der Kreis schließt sich. Finaltag!

    September 16 in France 🌙 16 °C

    Tag 14 und damit der Finaltag der EUROPEAN 5000 ist angebrochen.
    Mein Schreibplatz ist heute morgen in Zimmer 12 des Campanile Hotels in Saint-Quentin in Haute France. Haute France wahlweise als Ober Frankreich oder Hoch Frankreich zu übersetzen.
    Um 8 Uhr geht‘s los zur letzten Etappe (Stage 14). Die Fahrt geht über Frankreich, Belgien (Ardennen), Luxemburg nach Deutschland. Ziellinie ist Kloster Machern in der Nähe von Bernkastel-Kues.
    Auf dem Weg sind noch drei Roadmissions zu erledigen. Task of the day und Special Event sind im Prinzip identisch, denn beide Aufgaben beinhalten das Erreichen und Überfahren der Zielline. Damit ist die EUROPEAN 5000 in 2026 für Team #89 Geschichte.

    Was war gestern an Tag 13?
    Los ging‘s im windigen Saint Malo. Die zu fahren Strecke bzw. die zu erfüllenden Roadmissions lagen allesamt entlang der Küstenlinie. Von der Bretagne ging es in die Normandie.
    Und natürlich darf Le Mont-Saint-Michel nicht fehlen. Das letzte -und erste- Mal als ich diese von den Gezeiten umspülte Abtei besuchte war vor 38 Jahren. Damals mit den Studienkumpels Ede und Willi. Zum Abschluß unserer Studienzeit gönnten wir uns drei Wochen Interrail. Sowohl die Normandie wie auch die Bretagne lagen damals auf unserer Route. In den 80ziger Jahren gab es eine Reihe von Bombenanschlägen in Frankreich. Ziel war damals die Touristeninfrastruktur und -soweit ich mich erinnere- vor allem Ziele, an denen man amerikanische Touristen treffen konnte. Damals initiierte das französische Tourismusbüro eine Plakataktion, die da lautete „English Spoken Welcome!“. Wir waren jung, interessiert, frei und so machten wir diesen Slogan „English Spoken Welcome“ zu unserem Motto. Wir quatschten alle und alles an was Englisch sprach und weiblich war. Wir erklärten uns zu Botschaftern der Willkommenskultur. Warum erzähl ich das? Na ja, irgendwie ist mir bleibend in Erinnerung, dass wir auf der Zugfahrt nach Mont-Saint-Michel mit Amerikanerinnen ins Gespräch kamen. Die waren völlig fasziniert von Europa, von Mont-Saint-Michel und auch ein bisschen von uns.
    Und auch wir waren durchaus beeindruckt von Mont-Saint-Michel. Es war damals schon ein Hot Spot des Tourismus, doch Nichts im Vergleich zu heute. Heute werden die (Auto) Touristen schon weit vor Mont-Saint-Michel abgefangen und auf riesige Parkplätze gelotst. Via Shuttle geht‘s dann an die Küste und zur Abtei. Damals war es noch wirklich so, dass Mont-Saint-Michel nur bei Ebbe erreicht werden konnte. Bei Flut war die Zufahrt vom Festland auf die Insel immer überspült. Ich habe gehört, dass dem mittlerweile nicht mehr so ist und man zu jeder Tageszeit trockenen Fußes auf den Mont-Saint-Michel gelangt.
    Wir, d.h. Team #89, wollten Mont-Saint-Michel besuchen, waren aber von der „Touristen-Lenkung“ wenig begeistert. So gab‘s nur ein paar Fotos für‘s Roadbook und weiter ging die Fahrt.
    Bei der Fahrt entlang der Küsten kommt unweigerlich ein Teil Geschichte, die Europa und die Welt nachhaltig geprägt hat. Der 2.Weltkrieg und hier die Landung der Alliierten in der Normandie.
    Im Juni vor 82 Jahren landeten die Truppen an verschieden Strandabschnitten. Tausende Männer verloren ihr Leben. Den Strandabschnitt, den wir besuchten, war Omaha Beach. Hier landeten die Amerikaner.
    Der Gedenkort ist gut gestaltet. Sehr gerne hätte wir hier -und an den anderen Küstenabschnitten- längere Zeit verbracht. Leider war das bei unserem Tagespensum nicht möglich.

    Hier wo ich jetzt gerade sitze, im Zimmer 12 des Campanile Hotels, Saint-Quentin, ist auf der anderen Straßenseite ein großer Soldatenfriedhof. Viele, viele, viele weißen Kreuz gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege.
    Es ist unglaublich wie vielen jungen Menschen (aus allen Ländern) dieser Krieg die Jugend, das Leben und die Zukunft gekostet hat. Aller Zukunft beraubt starben diese Männer an den Landungsstränden, den Bunkern, auf dem Feld. Wirklich, wirklich traurig.
    Krieg ist das absolut beschissenste was es gibt. Es nimmt den Menschen die Zukunft, zerstört alles und nützt keinem. Und diejenigen, die das alles anzetteln, bleiben im Zweifelsfall verschont, spüren nie die Angst des gemeinen Soldaten, spüren nie die Last des Mordens. Echte Scheiß-Typen.
    Meine Zeilen sollen nicht als pazifistische Rede verstanden werden. Ich bin schon der Auffassung, dass man solch kriegstümmelnden Typen die Stirn -und damit militärische Stärke- bieten muss. Immer nur nachgeben und hoffen, dass diese Typen irgendwann mal aufhören, dass ist eine nette, aber komplett realitätsfremde Vorstellung.
    Puhh… …da bin ich jetzt aber deutlich von unserem Rallyetag abgekommen. Doch es macht was mit einem, wenn man an den Kriegsgräbern und den Kriegsschauplätzen vorbeifährt.

    Die Landungsplätze der Alliierten hinter uns lassend ging‘s zur letzte Detour Mission der Rallye. Die Alabasterfelsen von Etretat. Ähnlich wie die weißen Klippen von Dover oder die auf Rügen gibt es auch in Frankreich solche steil abstürzenden Felsklippen in leuchtendem Weiß.
    Schön, doch überlaufen!
    Generell gilt bzw. galt, dass all diese wunderbaren Plätze und Sehenswürdigkeiten nur selten mit entsprechender Ruhe, Gelassenheit und Freude besichtigt werden konnten. Oft war schon die Suche nach dem Parkplatz ein echtes Glücksspiel und Hetzerei. Da blieb nicht viel Zeit für das sinnliche Aufsaugen des Platzes, der Landschaft.

    Dies führt mich zu einem ersten Resume der Rallye.
    Klasse! Europa ist klasse! Wunderschön! Vielfältig, gut, nett, freundlich, abwechslungsreich.
    Wir leben schon auf einem schönen Fleckchen Erde.
    In den letzten 13 Tagen haben wir einen Querschnitt von Kerneuropa erfahren dürfen. Coole Sache!
    Das Roadbook und die zu erledigenden Aufgaben waren top und brachten uns an Orte und in Situationen, die man als „normaler Tourist“ so nicht sieht und erlebt.
    Anstrengend aber unabänderlich, waren die langen Rallyetage. Im Prinzip sind wir jeden Tag 10 Stunden im Auto gesessen und gefahren. Unterbrochen durch die Erfüllung der Aufgaben und gelegentliche Pausen. Wir, Claus und ich, machten i.P. nur einmal pro Tag Pause. Irgendwann um die 10 Uhr vormittags war Frühstückspause. Da gab es Kaffee und Croissant (o.ä.). Der Rest war fahren, schauen, fotografieren.

    Die Uhr zeigt 7.20! Zeit für den ersten Kaffee und für‘s Zusammenpacken. Finaltag!

    Wünsche allen einen wunderbaren Tag.

    P.S. T‘schuldigung, wenn dieser Footprint nicht ganz so locker, lebhaft ist, doch der Eindruck, den die Schlachtfelder und die gegenüber liegenden Kriegsgräber hinterlassen sitzt.
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  • Tag14: 🏁 F - I - N - A - L - E 🏆

    September 17 in Germany ☁️ 16 °C

    Die EUROPEAN 2026 sind Geschichte.
    Gestern punkt 16 Uhr fuhr d‘Dicke mit uns als Team über die Zielline.
    14 Tage Europa, über 5.300 km gefahren, 8 Länder durchquert!
    Und ehrlich: s‘reicht! Jeden Tag 8 - 10 Stunden (eher 10) im Auto sitzen, da sagen Sitzhöcker und Bandscheibe irgendwann mal „Jetzt isch aber g‘nug“. Wir haben wirklich viel gesehen. Vieles nur für einen Fotostop. Vieles bleibt hängen im Sinne von „da muss ich nochmal hin“. Europa ist sooo vielfältig und wirklich erfahrenswert. Tolle Landschaft, freundliche Menschen, gutes Essen, teurer Diesel.
    Gestern konnten wir in Luxemburg nochmal „günstig“ für 2,20 €/L tanken. In Frankreich waren es schon über 2,40. Einen Footprint und ein Resume über Kosten, Fahrt, Plus-und-Minus gibt‘s in den nächsten Tagen. Jetzt ist erstmal Finale!
    Vor der finalen Ziellinie lagen noch einige Roadmissions. Da am letzten Tag Autobahnen frei gegeben waren, ging‘s trotz vieler Kilometer flott von statten. Gestartet in Saint-Quentin in Haute France führte uns die Route über Belgien, Luxemburg und als letzte Roadmission an die Mosel. Wir starteten gegen 8.30 Uhr und mit 1x Kaffeepause und 1x Tankstopp schafften wir es zum Zieleinlauf beim Kloster Machern in Bernkastel-Kues.
    Ich bin froh/erleichtert, dass es rum ist. Klaro, war/ist es eine tolle Sache so eine Rallye, doch 14 Tage sind eine lange Zeit. Jeden Tag 10 Stunden am Lenkrad (abwechselnd) ist auch kein Spaß. Hinzu kommt, dass der Dicke gegen Schluß eine Art Schnappatmung bekam. Das ging vor ca. 3 Tagen los. Einsteigen, Schlüssel ins Zündschloß, Schlüssel rumdrehen… …Nichts! Absolut Nichts! Da dreht sich kein Anlasser, da startete kein Motor. Nichts! Ei-jei-jei was war denn da los. Batterie war gut, Diesel war drin und während der Fahrt gab es keine Probleme. Hmmh, mal wieder ein Elektronikproblem? Starterrelais? Zündschloß? Auf jeden Fall ein Problem, was wir ohne Diagnosegerät und Fachwerkstatt nicht lösen konnten. Wir saßen etwas ratlos im Auto. Claus, meinte, das hätte er vor Jahren auch mal bei seinem Auto gehabt. Er hätte dann am Auto gerüttelt, dann wäre der Motor gestartet. O.k. in der Not frisst der Teufel Fliegen und glaubt die Erde sei eine Scheibe. Wir saßen also im Auto, ruckelten auf den Sitzen hin-und-her…. …und brrrrummm, der Motor startete! Was war denn das? Ist die Welt doch eine Scheibe? Egal, wir waren jedenfalls erleichtet, dass der Motor lief. Während der Fahrt alles kein Problem. Beim nächsten Mal Motor aus, war das erneute Starten kein Problem. Beim übernächsten Mal Motor aus, war beim Starten wieder Ruhe. Nix ging. Wir ruckelten wieder und zack, sprang der Motor an. Ein absolute Kuriosität. So ging es jedenfalls die letzten Tage. Es war wie Lotto spielen. Mal sprang er sofort an, mal musste wir erst zig mal in den Sitzen hin-und-her schaukeln bis er ansprang. Bis dato sprang er -glücklicherweise- irgendwann immer an. Einige Schrauber meinten es sei entweder das Zündschloß oder das Starterrelais. Irgendwo in diesem System gibt‘s einen Wackler, der uns das Leben durchaus interessant gestaltet.
    Jedenfalls machte uns der Dicke deutlich, dass es für ihn nun genug wäre.

    Und so liege ich im Bett, morgens 6.45, im Hotel Augustus in Bernkastel-Kues und freu mich, wenn ich heute Mittag im schönen Glottertal den Motor abstellen kann, das Armaturenbrett streicheln darf und sagen „Danke Dicker“!
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  • Resümee! …warum eigentlich Paradise Valley?

    September 19 in Germany ☀️ 15 °C

    Geschafft! Einmal rund (Mittel)Europa gefahren!

    Zeit für ein Fazit:
    > Die European5000 ist eine tolle Idee. Eine Schnitzeljagd durch die schönsten Regionen Zentraleuropas.
    10 von 10 Punkten für die Idee
    8 von 10 Punkten für die Länge der Etappen

    > Das Roadbook! Die „Bibel“ unserer Reise. Hervorragend gemacht, sowohl was die Qualität wie auch die Beschreibung (Wegebeschreibung etc.)
    10 von 10 Punkten Top

    > Die Missionen = die Aufgaben! Es sind wirklich sehr, sehr viele und sehr vielfältige Aufgaben. Will man alle Missionen erfüllen ist man rund um die Uhr am Fahren.
    Die Task of the days, welche da beispielsweise lauteten, ein Huhn ans Lenkrad des Rallyeautos zu setzten oder mit einem Radsportler auf mind. 1.500 m Höhe Rad und Auto zu tauschen u.v.m.. Wirklich lustig und definitiv auch anspruchsvoll
    Anzahl der Missionen: 7 von 10 Punkten. Zu viele.
    Qualität bzw. Idee der Missionen (Task/Missions etc.): 10 von 10 Punkten

    >Rallye Gemeinschaft: Es waren alle Altersgruppen und alle Fahrzeugtypen vertreten. Es gab diejenigen (wie wir), für die der olympische Gedanken zählte. Es gab die, die auf Platzierung fuhren (und fuhren, und fuhren, und fuhren) und es gab eine Fraktion, die gar keine Aufgaben erledigte, sondern die gesamte Veranstaltung als eine Ferienfahrt mit Gleichgesinnten unter Anleitung durch ein Roadbook durchzogen.
    10 von 10 Punkten, da Alle für einen und einer für Alle

    > Team Paradise Valley: Claus war noch nie mein Crewpartner. Ich war mit Claus auch noch nie länger als zwei-drei Getränke und ein Essen zusammen. Es war also spannend, wie wir uns als Team verstehen würden. Und ich sag mal so, wir hatten unsere Themen. Es knirschte und krachte, doch letztendlich haben wir die Rallye gut und aus meiner Sicht erfolgreich gemeistert.
    7 von 10 Punkten

    > Kosten: Die Kostenübersicht ist in den Bildern enthalten. Der Punkt Unterkunft mit mit rd. 2,3 T€ die Topposition. Aufgeschlüsselt sieht es jedoch nicht ganz so schlimm aus. Den größten Teil der Zeit waren wir zu Dritt (Claus, Nina, ich). Wenn man die Summe durch 2,5 Personen und durch die 13 Tage teilt, dann kommen rund 65 € pro Person pro Nacht heraus. Das ist absolut o.k.!
    Klar liegt in den Übernachtungskosten das größte Einsparungspotenzial (z.B. mehr Campingplätze und/oder freies Stehen). Vielleicht beim nächsten Mal.
    Kostenhöhe: 7 von 10 Punkten
    Qualität der Unterkünfte: 9 von 10 Punkten

    > Diesel Kosten: Tja, da beisst die Maus keinen Faden ab, wir haben die teuerste Zeit erwischt. Ausser in Livigno mit 1,60 €/ltr. lagen die bezahlten Preise zwischen 2,10-2,45 €/ltr.. Dass der Dicke mit seinen 6Zylinder und dem zu transportierenden Gewicht kein Sparfuchs ist, war von vorne herein klar. Hier gilt der Spruch „S‘ isch wie‘s isch“.

    >D‘Dicke (Mercedes G-Klasse): Was soll ich sagen, trotz immer wieder kehrenden Störmeldungen („…suchen sie die nächstgelegene Werkstatt auf..).“ und dem einmaligen Notlauf ging‘s ganz gut. Alles mechanische lief gut (Motor, Getriebe etc.). Was Sorgen machte -und macht- ist die Elektronik. Da der Dicke mittlerweile 23 Jahre auf dem Buckel hat, wird die Anzahl der Teile / Sensoren, die ausgetauscht werden müssen nicht weniger. Aber wie gesagt, Motor, Getriebe top, nur die doofen Sensoren… …ach ja… …und am Schluß das Zündschloß. Den von mir beschriebenen Schluckauf und unser „Rütteln-Schaukeln-Schütteln“ war im Prinzip nur Staffage. Wie ich durch ausprobieren herausfand, ist das Zündschloß „ausgeleiert“. Von zig Möglichkeiten, wie man den Schlüssel ins Zündschloß steckt, geben nur ein-zwei Positionen tatsächlich das Kommando „Starten“ weiter.
    Motor: 10 von 10 Punkten
    Elektronik: 5 von 10 Punkten
    Campingausrüstung: 10 von 10 Punkten

    Ich glaub das war‘s?! Fazit gezogen. Rallye beendet.

    Zur Aufklärung weshalb unser Team „Paradise Valley“ heisst bitte die Fotos anschauen. ☀️☀️☀️😄
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    Trip end
    September 17, 2026