• Tag2:Was haben Männer & KodakFotofilme gemeinsam?

    September 5 in Italy ⋅ ☁️ 20 °C

    Bormio! Kennt jeder, oder? Stilfser Joch und Konsorten?!
    Jedenfalls verbringen wir, d.h. Claus, Nina und ich, die Nacht in Bormio. Und zwar in einer riesigen Wohnung mitten in der Stadt. Ein absolute Perle, die wir so nicht erwartet hatten, als wir heute morgen in den Dolomiten bei Cortina, unsere Übernachtung für den Abend gebucht hatten. Heute morgen erahnten wir nur was uns heute erwartete.
    Nachdem wir gestern Abend noch das Roadbook und die Tagesaufgaben für Tag 2 studiert und in den Karten eingetragen hatten, widmeten wir uns unserem wohlverdienten Schlaf. Claus hatte ich mit Ohrstöpseln ausgestattet, da er meinte die vorige Nacht kaum geschlafen zu haben, da ich ganze Schwarzwälder abgesägt hätte.
    …komisch, kann mich gar nicht erinnern 😌🤔😁
    Die Ohrstöpsel leisteten beste Arbeit und sowohl Claus wie auch ich waren bestens ausgeschlafen und genossen das Panorama der Dolomiten bei Kaffee und Corissant. Zu uns stieß gleich am Morgen Nina, die im vorigen Footprint erwähnte junge Dame, für die Claus die Patenschaft übernommen hatten. Da Nina alleine fährt und alleine fahren Scheiße ist, haben wir beschlossen im Konvoi zu fahren. Nina als junge Dame in ihrem Fiat 500 voraus und die zwei alten weißen Männer in der dicken G-Klasse hintendrein. …na ja, fast jedenfalls… …die Reihenfolge drehten wir der Einfachheit halber um, so dass Nina entspannt den Dicken von hinten betrachten und gleichzeitig sorglos die Landschaft genießen konnte.
    Denn Landschaft, die gab’s vom Feinsten. Heute war die Creme-de-la-Creme der Alpenpässe angesagt. Passo di Giau, Passo Fedaia, Passo della Mendola, Passo del Tonale und als Sahnhäubchen mit “Pippi-in-der-Hose” Garantie, der Gavia Pass. Von Ost nach West über alle die Dolomitenpässe und ihre grandiosen Bergwelt.
    Die Roadmission beinhalteten heute jeweils Fotos von den Passhöhen zu machen (Schilder auf dem jeweiligen Pass). Die Schilder zu fotografieren war nicht so schwierig, die Fahrten auf den engen Straßen und Serpentinen durchaus. Da waren schon knifflige -aber schöne- Passagen mit dabei.
    Lustig war die heutige Tagesaufgabe (Task of the day): An einem bestimmten Punkt vor dem Ort Canazei sollten wir uns treffen und dort die CopilotenInnen tauschen. Mit dem/den neuen CopilotInnen sollten wir dann einige Kilometer fahren und auf diesen Kilometern uns gegenseitig die besten Witze erzählen. Welche schräge Aufgabe! Da Nina eh schon mit uns im Konvoi fuhr tauschten Claus und Nina die Plätze. Claus übernahm Ninas Fiat 500 (Team 21, EURODASH DUO) und Nina nahm auf dem kuschlig bequemen Ledersitz des Dicken platz. Und nun die Witze? Welche Witze erzählen. Der beste Witz sollte gewinnen! Oh Mann, ich bin doch überhaupt kein Witze Erzähler. Ich kann mir auch keine Witze merken. Nina ging‘s ebenso.
    Wir sprachen uns deshalb ab, dass wir die zwei einzigen Witze, die ich persönlich auswendig konnte, als Witze für den Task of the Day zu verwenden.
    Witz 1: Was ist der Unterschied zwischen Männern und Kodak Farbfilmen?…. ….Antwort: Beide haben die Entwicklung verpasst! (Diesen Witz fand Nina am Besten)
    Witz 2: Angela Merkel stirbt. Sie kommt zu Petrus vor‘s Himmelstor. Dieser begrüßt sie überschwenglich „Hallo Angie, schön Dich hier zu haben. Hier und heute hast Du die Wahl: Himmel oder Hölle.“ Angie war irritiert und wollte sich nicht sofort festlegen und sagte: „Kann ich zuerst beide mal sehen?“ „Klaro“, sagte Petrus und führte Angie in den Himmel. Hier saßen alle auf ihren Wolke 7 und chillten was das Zeug hielt. Alles war relaxed, brav und bieder. Nach dem Himmel führte Petrus Angie in die Hölle. Das Höllentor sprang auf und heraus drang wilder Partylärm. Ein Rave war im vollen Gange. Es wurde auf den Tischen getanzt und vieles getan über welches wir den sittsamen Mantel der Verschwiegenheit hüllen wollen.
    „Hmmh“, meinte Angie, „kann ich mir das bis morgen überlegen?“ „Klaro“, sagte Petrus. Am nächsten Morgen kam Angie ausgeruht, freudestrahlend und erwartungsfroh und sagte zu Petrus: „Ich nehm‘ die Hölle“. „O.K.“ sagte Petrus, „Dein Wille geschehe“. So gingen die beiden denn zur Hölle. Das Höllentor ging auf und heraus drang der übelste Gestank. Es stank und war dreckig. Die Menschen ächzten unter erbärmlichsten Qualen und jammerten fortwährend. „Ehhhh, was ist denn das?“erboste sich Angie. „Was soll das, das sah gestern doch ganz anders aus!“ „Ja“, sagte der liebe Petrus, „gestern war v-o-r der Wahl und heute ist n-a-c-h der Wahl!“

    Zurück zur Rallyerealität: Als Beweis für den Copiloten Tausch und die Witze mussten wir vor der Kirche Madonna della Neve ein Beweisfoto von den Autos und dem Tausch-Team machen.
    Gemacht! Tagesaufgabe geschafft!

    Danach ging‘s über weitere Pässe bis zum Grande Finale, dem Gavia Passe. Der letzte Pass vor dem heutigen Endziel Bormio. Dieser Pass hatte es in sich. So eng, so abgründig, so spektakulär. Motorradfahrer,die lebensmüde die Serpentinen herunterkamen. Autofahrer, die lebensmüde sich am Abgrund entlang schlichen. Ein Filetstück in Sachen Alpenpässe. Dort liegen zu bleiben war tatsächlich kein Ziel. Doch es traf Teams unserer Rallye Familie. Holländer hatten Kühlerprobleme. Andere Probleme mit der Ölwanne.
    Unser Tech-WhatsApp-Kanal glühte. Vorhin kam die Nachricht, dass sogar eines unserer Teams von der Straße abgekommen ist. Zwar nicht abgestürzt, doch so, dass die Feuerwehr geholt wurde. Wie‘s ausging wissen wir bis dato nicht. Wir werden sehen/hören.

    Genial ist unser Herberge für die Nacht. Mitten in Bormio liegt die AD Residence. 165 € für eine komplette Wohnung mit drei Betten, Küche und Wohnzimmer. Ein guter Deal, würde man auf neudeutsch sagen. Als wir ankamen, war das auffinden der Residenz garnicht so einfach, da sie mitten in der Innenstadt liegt. Innenstadt mit engen Straßen, dass ist nicht das Lieblingsterrain unseres Dicken. Wir mussten verbotenerweise parken und zu Fuß unsere AD Residence suchen. Wir trafen auf eine echte Perle. Betrieben von rüstigen Senioren (noch älter als Claus und ich). Super nett die Beiden. Dann ging‘s um‘s Parken. Er würde uns in der Tiefgarage unterbringen, so der Patron. Tiefgarage? Bei den Dimensionen meines Gs‘? Eher nicht! Doch, doch meinte der Patron und nahm uns mit raus in einen wunderbar idyllischen Innenhof mit eigener Zufahrt. Dort gab/gibt es einen (Auto)Lift, auf den man fährt und welcher dann das Auto eine Etage tiefer befördert. Tolle Sache, doch war die Höhe auf 2,30 m und das Gewicht auf max. 3 to. beschränkt. Nicht gerade die Idealmaße für den G. Bei der Höhe würde es Millimeterarbeit sein, beim Gewicht ausgeschlossen. ….so dachte ich…. …doch der Patron ging mit uns zu unserm Parkplatz, betrachtete den G und meinte „Kein Problem. Komm!“ „Au weia, dachte ich, „ob das gutgeht.“ Ich also auf in den Hof und auf die Liftplattform gefahren. Höhe passte knapp. Dann drückte ich den Knopf für runter. Der Lift ruckelte verrichtete jedoch dann seine Arbeit ohne zu murren, zu qualmen oder zu streiken. Mir fiel echt ein kleines Steinchen vom Herzen. Diese Tiefgarage ist echt der Hammer. Super schick, super modern und das direkt in der Altsatt und direkt unter dem Garten der AD Residence. Das Bauen der Tiefgarage muss Millionen gekostet haben. Eine unglaubliche Investition für ein paar schnöde Autos. Doch was macht ein echter Gastgeber nicht für seine Gäste. Vielen Dank!

    Damit soll‘s für heute gewesen sein. Es ist spannend. Morgen geht‘s über den Bernina-, Spülgen- und San Bernadino Pass runter an der Lage Maggiore. Irgendwo dort wird morgen die „Halfway Party“ stattfinden. Für die European Mountain Summit ist morgen Halbzeit. Deshalb große Party. Für uns, die European 5000 Teams ist’s eine fette Party. Morgen werden wir erstmals wieder alle Teams an einem Platz finden. Wir sind gespannt auf deren Geschichten.

    Mit dieser Geschichte bin ich nun zu Ende und wünsche allen eine wunderbare Nacht.

    P.S. Ich werden den Text nicht nochmal durchlesen. Meine Augen fallen gleich zu. Bitte deshalb alle Schreibe- und Verständnisfehler zu entschuldigen. 😊
    Read more