Tag8: From Paradise to Ballermann
September 11 in Spain ⋅ ☀️ 29 °C
6.00 Uhr morgens auf Balkonien in T-Shirt und kurzen Hosen! Na, wo sitzt ich?
Jedenfalls nicht in Deutschland und nicht in den Bergen… …sondern Ta-Ta-Ta-Taaaaa 🎺: an den lauschigen Gestaden des Mittelmeeres, genauer gesagt auf dem Balkon einer Ferienanlage in Tarragona. Das war/ist unsere Behausung für heute Nacht gewesen.
Wenn der Rallye Tag sich dem Ende neigt schauen wir immer bei Booking.com wo in der Nähe es eine bezahlbare Unterkunft gibt. Die heutige Ferienwohnung kostet 140 € zu zweit und hat vieles, neben eigenem Pool auch noch die Nähe zum Meer. Beides können wir leider, leider nicht oder nur bedingt nutzen, da wir gestern spät ankamen und heute schon wieder früh los müssen. Aber die Betten sind gut, die Temperaturen perfekt und das Leben ein Ponyhof.
Wie sich gestern Abend jedoch herausstellte war/ist Tarragona die falsche Wahl bzw. die Wahl, die über‘s Ziel hinaus schießt. Wir sind zu weit in Richtung Süden (genauer: SüdWest) gefahren. Wir hätten näher an Barcelona bleiben sollen, denn dort startet der heutige Rallye Tag. Konkret bedeutet dies, dass wir ca. 1 Std. wieder in Richtung Barcelona fahren müssen, um unsere erste Roadmission zu erledigen.
Ganz anders sah es gestern morgen aus. Von Andorra aus startend, lag die erste Roadmission quasi bergab auf dem Weg nach Barcelona.
Andorra! Ich war noch nie zuvor in Andorra. Was hab ich erwartet? Na ja, vielleicht eine Art idyllisches schweizer Bergdorf. Etwas verschlafen mit schnuckeligen Häusern im alpenländischen Stil.
Was hab ich bekommen? Ein mit Häusern, Tankstellen, Straßen, Autos und Menschen vollgepfropftes Tal. Also Andorra selbst hat nichts wirklich schönes zu bieten… …oder aber, es ist uns entgangen.
Das Beste an Andorra war Kilian. Der „gelbe Engel“ vom Bodensee, der via OBD Diagnosegerät und Fachwissen, diesen blöden EPC Fehler vom Steuergerät des Dicken löschen konnte. Gestern schnurrte der Dicke wieder wie eine 1. Perfekt.
Von Andorra in Richtung Barcelona ging es über enge Seitenstraßen und kleine Täler durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Alles super grün. Dazu ein gnadenlos blauer Himmel, den uns der liebe Gott (er/sie/es/divers) an diesem Rallye Tag schenkte.
Unsere gesamte Tour wird von einem professionellen Kamerateam begleitet. Das Team fliegt mit Drohnen, hat Kameras hinten und vorne am Auto und ein Display in der Heckscheibe. Ziemlich unkonventionell (schnell und „aggressiv“) fahrt die Crew zwischen unseren Wagen hin-und-her. Will es was von einem bestimmten Rallye Team, dann läuft über das Display die Nachricht „drive closer“ oder „show emotion“. Dieses „closer“ hat schon bei einigen Teams zu Nervenkitzel geführt, da die Crew unsere Autos mit dem „drive closer“ immer näher und näher an das Film-Auto ranholte. In einigen Fällen fast bis auf Stoßstange an Stoßstange. Da schwitze der Rallye Pilot denn doch, da er keinerlei Sicht auf die Straße und den weiteren Verkehr hatte, sondern nur auf die breite Rückfront des Kamera-Autos starrte. S‘ist aber nichts passiert und alle freuen sich sicherlich, wenn am Ende ein spannender Rallye Film heraus kommt.
Die erste Roadmission war ein Staudamm. Der und der dazugehörige Stausee war sehr schön, aber nicht weiter erwähnenswert. Danach ging es zu einem der Highlights Kataloniens: Monistrol de Montserrat. Ein Kloster mitten in den Fels geklascht. Nichts so klein wie die Ermitage in der Galamus Schlucht. Nee, im Vergleich schon eher hin geklotzt. Das fantastische ist neben der eigentlichen Existenz des Klosters die umgebenen Felsformationen. Mitten aus der Landschaft, losgelöst von allen anderen Bergen, steigt eine Höhenzug auf, der irgendwie wie ein Kamm aus aussieht. Langgezogen, schmal und mit vielen Zähnen. Ein echter Boah-eh-Hingucker.
Wie bei solchen Boa-eh-Hinguckern üblich, ist man dort nie alleine. Am gestrigen katalanischen Nationalfeiertag wollten ausser uns noch viele, viele Menschen (Katalanen) und Autos dieses Kloster besuchen. Das war mühsam da Stau. Da es nichts negatives gibt, in dem auch positives liegt, war der positive Effekt, dass ich einen Fußmarsch von rund 5 km (hin-und-zurück) hinlegen durfte, um das obligatorische Roadmisson Foto zu machen. Claus wartete im/am Auto und organisierte den Verkehr und die Stausituation.
Nach dem Monistrol de Montserrat ging es endgültig gen Barcelona. Ziel der heutigen Detour Mission war ein Berg am Rande von Barcelona, auf dem eine Kirche stand (Kirche des heiligen Herzens Jesu) vor der wir ein Foto machen sollten und der uns gleichzeitg eine fantastische Sicht auf Barcelona bieten sollte. Das war auch so! Was nicht klar war war, dass sich auf dem Berg, neben der Kirche ein Vergnügungspark befand. Tibidabo! Sünde und Buse an einem Ort! Die Sünde (na ja nicht ganz so eine Sünde im sündigen Verständnis der kath. Sünde) in Form von Riesenrad, Achterbahn und anderen Lustbarkeiten. Die Buse bestand im erklimmen der Stufen zur Kirche und der Ehrfurcht vor der sakralen Kunst und der Aussicht auf die Stadt Barcelona. Wer jemals Barcelona besucht, sollte diesen Aussichtsplatz besuchen.
Nach Buse und Sünde war unser offizieller Rallye Tag geschafft.
Tja und wie oben bereits beschreiben fuhren wir nach Tarragona. Wir dachten, dass der heutige Rallye Tag hier beginnt. Dem ist nun leider nicht so. Egal, da müssen wir nun halt durch.
Wir jedenfalls in Tarragona angekommen und erstmal positiv überrascht von unserem Appartemento. In einer Ferienanlage gelegen, nur 15 Minuten Gehzeit vom Strand entfernt. Wir waren zwar müde, aber ein Spaziergang an den Strand mit eventueller Nahrungsaufnahme, das wollten wir uns noch antun.
Das taten wir uns auch an und landeten in einer total anderen Welt. Ballermann in Tarragona. Die Buntheit, die Vielfalt, die Farbigkeit, die gaaaaanze Bandbreite körperlicher Schönheit und deren Zurschaustellung, das war deutlich anders als unsere bisherigen visuellen Reize während der Rallye.
An diesem Rallyetag war alles drin. Berge, Kirche, Ballermann. Das Leben wird gelebt. Es findet statt, ob man es will oder nicht.
Wollen würde ich jetzt gerne einen Kaffee. Dieser Wunsch wird mir allerdings noch ein bisschen verwehrt bleiben.
Doch die Wunscherfüllung kommt! Genauso sicher wie der heutige Abend und mein nächster Reisebericht.
Wünsche ein allseits schönes Wochenende.Read more































Traveler
Wenigstens taucht der Name „ Defender „ auf . Das Model dazu : ist eine Zumutung! Für mich als Ur - Defender Fahrer .