Tag7: Notlauf den Berg rauf
September 10 in Andorra ⋅ ☁️ 11 °C
Andorra! Endlich volltanken zu „humanen“ Preisen (1,63 €/ltr.)
Yes, Andorra ist der Platz an dem ich meinen heutigen Footprint schreibe. Es ist Freitagmorgen und es wird ein spannender Morgen. Nicht das ein Rallyeleben unspannend wäre, doch heute bin ich schon sehr gespannt auf das, was uns der Tag bietet.
Das hat weniger mit dem Tagesprogramm zu tu, denn mit dem Dicken, der wohlbehütet in der Tiefgarage steht.
Gestern Morgen ging es bei strahlendem Sonnenschein los in Narbonne. Die Zielrichtung war über Carcasonne in das Grenzgebiet zu Spanien und am Ende des Tages in Andorra eintreffen.
Bei der Ansicht des Dicken in der Morgensonne dachte ich „Ist doch ein ansehnliches Auto, unser Dicker“. Beim Herumdrehen des Zündschlüssel und der Anzeige „0 Störungen“ tätschelte ich wohlwollend das Armaturenbrett.
Los ging die wilde Fahrt. Leider, leider kam nach wenigen Kilometern wieder die Störungsmeldung „EPC! Werkstatt aufsuchen“. Hinzu kamen Fahrgeräusche, die am Vortag noch nicht da waren. Ein Sirren, das je nach Drehzahl höher und schriller wurde.
Na ja, dachte ich, das übliche. Er wird sich schon wieder einkriegen der Dicke.
Dem war dieses Mal leider nicht so. Kein Druck auf dem Gas. Kein Kickdown mehr. Die Automatik schaltete sehr träge. Keine Power mehr unter der Motorhaube.
Der Dicke hat auf Notlauf umgestellt. Notlauf heisst, das Auto läuft zwar, jedoch nur mit verminderter Kraft (limitierte Drehzahl, keine Beschleunigung etc.).
Ach du dicke Sch…e!
Da keine schnelle Lösung in Sicht war schleppten wir uns durch wunderbare Landschaften, die zu besuchen (mit mehr Ruhe und Zeit) ich mir vorgenommen habe.
Erfreulich war, dass wir trotz Notlauf all unsere Road Mission erfüllen konnten. Und im Gebirge von Andorra konnten wir sogar auf 1.800 m unser Photo Mission „Tour der France“ abhaken. „Tausche Dein Rallyefahrzeug gegen ein Rennrad. Du mußt jedoch auf mindestens 1.500 m Höhe sein.“. So steht‘s im Roadbook. Beim Verlassen der spanischen Enklave Llivia, also wieder auf französischem Gebiet, kamen uns an passender Stelle (1.800 m) zwei Radfahrer entgegen. Zwei junge Spanier, welche bereitwillig, und im Austausch der Fotos, bei der Erfüllung unserer Photo Mission behilflich waren.
Das war die erfolgreiche Seite des Tages. Die weniger schöne und etwas spannungsgeladene Seite war, dass es keinen Sinn macht im Notlauf die restlichen Rallyetage zu verbringen. So suchten wir die Adresse einer Mercedes Werkstatt in Andorra raus. Tatsächlich gibt es in Andorra eine offizielle Werkstatt. Perfekt. Diese schloß jedoch um 17 Uhr. Das baute innerlich -bei mir- Druck auf es bis 17 Uhr zu schaffen. So krochen wir die Berge und den Gebirgspass nach Andorra hoch. Andorra ist ein Steuerparadies. Gleich nach der Grenze, noch ganz oben am Pass, die erste Großtankstellen. Dieselpreis 1,63 €/ltr.. Genial! Mit maximaler Geschwindigkeit krochen wir den Berg hoch und wieder runter, bis wir in die Mercedes Werkstatt einbogen. Es war noch jemand da, doch eine Zusage, dass am morgigen Freitag (also heute) der Dicke als erstes dran kommt und die Störungen beseitigt werden, diese Zusicherung konnte uns die Dame nicht geben. Sie meinte, dass er zwar heute fertig werden würde, aber nicht wann. Schwierig für uns, da die Rallye sich ja nicht nach den Befindlichkeiten des Teams 89 richtet. Aber auf jeden Fall war eine Lösung (Werkstatt) in Sicht. Und ich war/bin mir sicher, dass der Notlauf nicht durch einen echten Schaden ausgelöst wurde, sondern dass -mal wieder- ein Sensor irgendwelche blöden Daten gemessen hat.
Wir also im Hotel eingecheckt und rauf auf die Dachterrasse für‘s Ankommen-Bierchen. Auf der Dachterrasse trafen wir weitere Teams. Das Schöne an der Rallye ist, dass da ja auch echte (Schrauber) Profis mitfahren. Ich erzählte so meine Geschichte (die Notlauf Geschichte des Dicken), worauf Kilian sich anbot mal nach zu schauen. Kilian kommt aus Lindau und hat selbst ein Autohaus (Ford und Honda). Geile Sache! Er holte seine Sachen (Lesegerät, Dichtungsmittel u.v.m) und wir rückten dem Dicken auf den Pelz. Ich selbst habe ja auch ein Diagnosegerät dabei und kann die Störungen auslesen und löschen. Die EPC Meldung wurde von meinem Gerät jedoch nicht erkannt und ich konnte sie deshalb auch nicht löschen. Kilian schloß sein OBD Gerät an und schon sprudelten die Meldungen. Im Prinzip alles in Ordnung bis auf eine Meldung hinsichtlich des Gaspedales. Gaspedal? Was im Himmel hat das Gaspedal mit dem Notlauf zu tun. Vieles! Das Gaspedal hat zwei Sensoren, die redundant sind. Beide müssen funktionieren, damit die Motorsteuerung weiss, dass alles in Ordnung ist. Beim Dicken war es so, dass der eine gut und der andere so-la-la war. Deshalb die Störungsmeldung und deshalb der Notlauf. Kilian löschte die Störungsmeldung. Ich drehte den Zündschlüssel um, und was soll ich sagen, der Dicke schnurrte wieder mit voller Power. Nachdem das geklärt war, kamen diese Pfeifgeräusche, dieses Sirren, dran. Ich guck ja unter die Motorhaube wie die berühmte „Sau ins Uhrwerk“. Der Profi (Kilian) jedoch, lies seinen Blick schweifen und fand eine Stelle die verdächtig war. Wie der Schlauch genau heisst weiss ich nicht mehr. Er hat jedenfalls nichts mit der Luftansaugung sondern mit der Luftabführung zu tun. Diese Schlauch saß nicht mehr richtig fest. Kilian zog ihn komplett raus, und meinte, dass eine Metallnase, welche für den festen Sitz des Schlauches verantwortlich sei, nicht mehr kantig sondern rund sei. Das könnte die Ursache sein, dass der Schlauch nicht mehr richtig festklemmt und Luft entweichen kann. Kilian schob den Schlauch wieder rein und klemmte alles fest so gut es ging. Ergebnis war/ist, dass der Schlauch deutlich fester und dichter sitzt. Spannend! Wir verließen den Dicken in Richtung Dachterrasse, wo‘s erstmal „Danke-Bierchen“ für die Hilfe gab.
Und jetzt, hier und heute, am Freitag, den 11. September, 6.39 Uhr, tippe ich diese Zeilen und bin gespannt was der Tag und der Dicke und die Störungsmeldungen uns bescheren.
Da wir immer positiv bleiben: Auf jeden Fall schönes Wetter ☀️😁.
Wünsche allen einen fantastischen Tag!Read more
























TravelerIhr schafft es ! WOW lässt grüßen…
TravelerIch drücke die 👍 👍