• Reisen für die ehem. DDR-Bürger um die Wendezeit

    February 22 in Qatar ⋅ 🌙 19 °C

    Mit mehr als 18 Lenzen schlief man auch mal im dem eigenen Trabbi und fuhr mit dem Zelt bis nach Tschechien, ..was das eigene Geld gerade hergab. Oder wir schliefen ein Jahr später im 2-Türer Toyota -Sport auf der Autobahn neben dem Schweinetransporter.

    By the way und Fatal: Heute ist regional ist die Autobahnqualität im Ost-West- Vergleich tendenziell umgekehrt proportional.
    Ein paar Jahre später war das einlagige Zelt schon out und die Bequemlichkeit eines Bungalows wurde mehr wertgeschätzt.

    Die Grenzen waren das Abenteuer schlechthin. Die emotionale Ladung, beim unverzichtbaren Verstecken des zu schmuggelnde Geldes oder den Zöllner zu beschäftigen nach entsprechender Wartezeit, war nicht unerheblich. Ich weiß nicht, ob Zugfahrten entspannter waren. Aber auf dem Rückweg hatte man richtige Ledersportschuhe oder ähnliches :)

    Die Ziele sind nicht mehr so exotisch, wie 1970.
    Fakt: wir leben in guten Zeiten. Was heute so möglich ist. Wenn du dich bewegst kommst Du für 129,-Euro in die Tropen.
    Wer es ruhig angehen will und für sich organisiert fuer 4 Wochen mittels unbezahltem Urlaub den Job einfach liegen lassen zu können, hat wirklich Erholung und die Chance auf freien Kopf statt Urlaubsstress. Letzteren macht man sich selbst. Dessen darf man sich bewusst sein.

    Die offensichtliche Priorität Nr. 1, wofür die Menschen der DDR kämpften und eintraten ist Realität. Reisefreiheit, was sogar bedingt mit Sozialhilfe möglich ist (Legal, und wenn man die Möglichkeiten nutzt). Beeindruckend.
    Was ich mir nicht vorstellen konnte ist, dass Reisen über 3oder 5 Wochen für einen „Normalo“ überhaupt möglich ist. Wir sind in Deutschland wiiiiiirklich priviligiert. Das sieht man überall außerhalb von Skandinavien, Deutschland, Niederlande, Oesterreich, Schweiz, England, Monaco, Frankreich……dann wird es schnell dünn. Südamerikaner haben 10-14 Tage Urlaub, die meisten Japaner unter 16.
    Auch alle Länder mit Straßenhändlern sind in der durchschnittlichen sozialen Breite nicht dazu in der Lage.
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