• Claudia Couturier
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Island

Polarlichtertour-Vielleicht Read more
  • Trip start
    January 1, 2025

    Los geht's- irgendwann

    Jan 1–5, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 7 °C

    Island- heutiges Tagesziel.
    Gibt schlimmeres als das Jahr mit einem Ausflug zu starten.
    Nachdem wir auf unserem "Hurra! Unsere Eltern sind nicht da! - Workflow- Board die ersten Tagesaufgaben( Gassi, zahlreiche Tiere füttern u.s.w.) abgehakt hatten, wurden wir von unseren Nichten, Neffen, Schwager,Schwägerin und Kindern goldigst verabschiedet,wobei sich Luzie am liebsten ins Handgepäck geschummelt hätte. Sie hat mit uns eine Island Doku geschaut und sich schockverliebt.
    Ich empfahl ihr, Geologe oder so zu werden.

    Wir stiegen also ziemlich aufgeregt in unseren kleinen Fidscho und düsten zum P+R nach Oberschleißheim. Motto: Traue nie der MVV.
    Wir hatten, dort angekommen, am Bahnhof die Auswahl zwischen Gleis 1,2 oder 3. Ja, ich musste auch an die Game-Show denken.

    Lokale Anwohner wissen bestimmt, wo welche Bahn in welche Richtung fährt, andere haben halt Pech. Wir teilten uns pragmatisch in zwei Gruppen und erforschten das Gelände.
    Keinerlei lexikalische Hinweise oder gar Piktogramme zu sehen.
    Geschult durch zahlreiche Escape Rooms oder Exit Puzzles fahndeten wir nach Hinweisen auf Tafeln oder Zugzielanzeigern. Auch digital. Da, ein Hinweis in der MVV App. Gleis 3.
    Ich dachte immer, P+R steht für Park+ Ride, dort beschlich uns jedoch Gefühl, dass es Parke + Rate heißen sollte.

    Jetzt nur noch ein Ticket kaufen.
    Nur noch ein Ticket kaufen.
    Tickets??
    Ah, am Ende des Gleises stand versteckt ein Automat. Also hin, zwei Tickets ziehen und da!Eine digitale Anzeige- und ein weiterer Hinweis,dass nur ein Zugteil den MUC erreichen wird. A,B oder C!
    Das ist wirklich so spannend hier. Wir tüftelten, suchten nach Clous und einigten uns darauf,dass wir das Gleis wieder zurück zu Abschnitt B müssen.
    Interessanterweise kam nun die S1 überpünktlich. Das kann doch eigentlich nicht sein!
    Ach ne, wegen einer Störung am Hirschgarten war das die verspätete vorherige Bahn. Logo!
    Wieder alles normal, stiegen wir ein und fuhren tatsächlich zum Flughafen.
    Nun waren wir sicher, heute nach Island zu fliegen.

    Der Check In verlief auch fast reibungslos, außer,dass meine Schuhe zu klobig( ausziehen,scannen,anziehen) und meine Tupperbox mit scher verdächtigen Lebkuchen gefüllt waren.
    Ein lustiger älterer,dicker Rheinländer schaffte es meinen Puls in die Höhe zu treiben, indem er mich die Tasche öffnen ließ, einen Sprengstoffabstrich der Box machte und professionell streng meinen Reisepass verlangte. Dabei kommentierte er meine kalten Hände( bestimmt auch schweißnass) und ließ mich dann doch laufen. Vielleicht erweichte ich sein Herz, als ich ihm die Lebkuchen anbot.

    Puh! Es ist erstaunlich wie froh man ist durch den Security Check zu kommen, obwohl man weiß,dass man doch alles richtig machen wollte.
    Flo holte erstmal zwei Cappus, ich atmete auf und wir sahen unserer Maschine durch die Fenster beim Andocken zu.

    Dann stromerten wir durch den Duty Free und warteten auf den Aufruf zu Gate D03.
    Der sollte eigentlich um 12.20 Uhr kommen.
    Aber bis 13 Uhr kam - nix.

    Zum Glück informierte uns Andrea live am Flugradar über die Verspätung,da sich die Damen am Gate eher im Weggucken übten als im Informieren.

    Irgendwann wurden Alte, Kranke und Familien mit Kindern aufgerufen und dann geschah lange nix.
    Wir übten uns in weiterhin ausgeglichener Geduld und lauschten dann amüsiert um 13.20 der dringlichen Durchsage.
    "Last call for all passengers on the flight....
    Letzter Aufruf...!"
    Neben mir lachte einer der dringend gesuchten Passagiere, als ich laut: "Die woll'n uns doch verarschen! ",sagte.
    Dann machten sich die dringlich zum Boarding gebetenen letzten 100 Fluggäste auf den Weg zum Gate und ich ging erstmal dringlich aufs Klo.
    Traditionell stand dann Flo mit Gepäck als letzter am Gate und wir boardeten exklusiv.

    Kurzer Exkurs, schon im Bus sitzend:
    um 17.40 Uhr- erstes Erahnen von Polarlichtern rechts aus dem Transferbus heraus . Bisserl wie beim Whalewatching,wenn sich das Boot neigt🤣.
    Zurück im Flugzeug.

    Der Flug war super,außer,dass ich immer bisserl verstört bin,dass mein Luft- und Raumfahrt- Ingenieur eine gelinde Flugskepsis hat.
    Rechts neben mir saß ein Ami, der etwas resigniert das Boardprogramm leer watchte.
    Er erzählte mir, dass er schon wieder seinen Anschlussflug, diesmal auf dem Heimweg nach Virginia, verpassen wird.
    Auch als sein Flug bei den anstehenden laut aufgerufenen Anschlussverbindungen nicht ein mal mehr erwähnt wurde, blieb er erstaunlich gefasst.
    So richtig zog ich aber beim letzten Akt meinen Hut.
    Völlig logisch bat Icelandair alle Passagiere, doch erst die armen Leute mit knappen Anschlussflügen rauszulassen, was noch einigermaßen klappte.
    Wir wünschten unserem Nachbarn viel Glück, erinnerten ihn an die Szene von Tom Cruise als dieser mit einem Motorrad das Flugzeug erfolgreich boardete und sahen ihn von dannen ziehen.
    An uns zogen zudem Mütter mit kleinen Töchtern mit Hello Kitty Rollköfferchen, Alleinreisende oder Pärchen mehr oder weniger hektisch vorbei. Dann links aus dem Flieger raus,Treppe runter und ab in den Shuttlebus.

    Hier wurde es kurios.

    Denn der Bus wartete geduldig auf alle anderen,die sich natürlich Zeit ließen.
    Wir sahen unseren Ami mal wieder milde lächelnd im Bus stehen, quetschten uns noch irgendwo rein und warteten ebenso.
    Alle wieder vereint zuckelten wir gemeinsam zum Terminal, parkten, sahen den Busfahrer aussteigen, zur Terminal Tür gehen, die linke Flügeltür öffnen, die rechte Flügeltüre öffnen, die Türen prüfen,ob sie eingerastet sind und dann uns Tür für Tür rauszulassen.
    Also Flo und ich waren logischerweise als erstes im Terminal....
    Ich glaube nicht,dass da irgendwer heute weitergeflogen ist.

    Wir liefen gemütlich dem Schild : Exit to Iceland nach und suchten erfolgreich den Flughafen verlassend unseren Transferbus zum Hotel.
    Mittlerweile war es stockdunkel draußen und
    wir sahen nicht viel,eben nur einmal kurz paar Nordlichter als vage Schlieren vor der rechten Fensterreihe auf die uns die fröhliche Busfahrerin hinwies.
    Das machte Lust auf mehr.
    Nach einer fixen Dusche, einem leckeren Menü aus YumYum und Lebkuchen, Schichteten wir uns in unsere Klamotten und starteten bewaffnet mit Tee und Fernglas in die isländische Dunkelheit.
    Beste Befingungen für die Aurora Borealis. Klar, dunkel und wolkenlos.

    Wir liefen ca. 2 1/2 h kreuz und quer in einem Waldgebiet zwischen Hotel, dem Perla( Museumsgebäude,) und der Küste umher.
    Wir erahnten mehr die Aurora,als dass wir sie wirklich sahen. Sie versteckte sich einfach hinter ihrer vagen Vermutung. Es war eher wie ein fluoreszierendes leichtes Tuch,das jemand über der Stadt langsam schweben ließ. Schade,sie zierten sich,aber wir sind ja noch länger hier🤗

    Toll war der Friedhof. Unterhalb eines Wandergebiets, fielen wir den verschneiten Trampelpfaden folgend aus dem Wald und standen vor einem leuchtenden Partyfriedhof.
    Echt mal etwas anderes. Er besteht aus sechs gruppierten Hügeln auf denen Minigräber verstreut liegen. Jedes eine beschriftete Grabplatte und ein bunt leuchtendes Kreuz oder Herz darauf. Teils brannten auch echte große Sturmteelichter oder LED Lichterketten am Grab.
    Macht gute Laune und sieht fröhlich aus.
    Wir tranken ein Tässchen Tee und wanderten weiter.
    Hin und wieder erhaschten wir einen verdächtig wabernden Streifen,aber das Nordlicht wollte sich einfach nicht deutlicher zeigen. Scheues Wesen, das Nordlicht.

    Irgendwann waren manche Körperpartien doch sehr frostig und wir stapften laut knirschend durch den dunklen verschneiten Wald zum Hotel.
    Außerdem - MÜDE!

    Morgen steht Reykjavik auf dem Plan! Museen, Bäder und Co.

    Nerd-Wissen:

    Plopp- eine Insel!

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Surtsey
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  • Reykjavik, Museen und Freibad

    January 2, 2025 in Iceland ⋅ 🌬 1 °C

    "Das ist der langsamste Sonnenaufgang allerzeiten...", sagte Flo aus den großen Fenstern in die graublaue Natur schauend.
    Ja, das stimmt. Während eines Sonnenaufgangs kann man frühstücken, sich winterfest anziehen und 20 min durch den heute recht pappigen Schnee in die Stadt stapfen.
    Zack - hell!

    Von so viel Licht geblendet verzogen wir uns in die Hallgrim- Kirche und eroberten den dortigen Kirchturm ein paar 1000 Kronen leichter per Aufzug.
    Interessanterweise durften laut Schild unten nur 6 Leute zu insgesamt 675 kg einsteigen, wohingegen sobald man drinnen ist, es 8 Personen zu 625 kg sein durften.
    Ich erkläre es mir so, dass zwei Hochschwangere ihr Kind innerhalb von 30 Sek. in dem Aufzug bekommen dürfen. Könnte klappen.
    Langsamer Sonnenaufgang versus Sturzgeburt im Aufzug.

    Oben konnte man prima in alle Richtungen gucken und es zog ganz schön durch die offenen Ausgucke und Turmuhrritzen.
    Dass ich trotzdem ziemlich bald die Jacke öffnete und Handschuhe auszog, lag einzig und alleine daran,dass der Turm richtig schön beheizt war.
    Das erklär mal 'nem klammen Mesner in Deutschland. "Entschuldigung, es ist etwas kalt im Glockenturm,da kann man doch bestimmt etwas machen... "
    Das mit der Energie auf Island ist echt super. Selbst die Gehsteige sind teilweise beheizt.

    Kurz nach dem 11.15 Uhr Läuten-( kommt von LAUT!), fuhren wir wieder hinab und folgten der Touristenwuselei einer der 'Hauptstraßen' entlang hinab ins Down Town Reykjavik.
    Fürstenfeldbruck Hauotstraße ist da ne Autobahn dagegen. Einfach putzig diese Stadt.

    Über die Regenbogestraße ging es zum Hafen und hinein ins maritime Museum, wo wir alles darüber lernten, weshalb wir uns glücklich schätzen können zur heutigen Zeit am richtigen Ort geboren worden zu sein und damit meine ich nicht, nicht als Fisch.

    Der Job eines Fischers von damals war einfach brutal. Es ist mir heute noch unverständlich wie man, trotz unfassbar guter Funktionskleidung und Schiffs- Stabilisatoren, nicht einfach mitten beim Fang reinholen erfriert oder spätestens bei der dritten hohen Welle nicht einfach speibend die Segel streicht.

    Ich habe aber auf den alten Filmaufnahmen auch keine einzige Frau entdeckt. Klar! Wir hätten uns halt einfach an Süßwasserfische gehalten,hätten die Meerestiere einfach mal sein lassen oder uns vegetarisch ernährt.
    Aber nein,der Mann muss Kräfte messen und aufs Meer hinaus. Ohne uns!
    Allerdings mussten die Frauen daheim die ganze Zeit stricken. Das beste waren die Fäustlinge mit zwei! Daumen,damit man den Handschuh einfach drehen konnte,wenn eine Seite durch war.
    Ach ja, und sonntags war Stricken verboten. Strengstens. Das bringt den Seemännern Unglück,sagt man.
    Ich glaube ja eher,dass die Damen einfach keine Wolle mehr sehen konnten.

    Mit jeder Menge Fisch- und Fischerinfo abgefüllt, nahmen wir bei bestem Nordwetter Kurs auf das Nationalmuseum, das uns erstmal mit einem wirklich gutem Cappu beglückte. Der Preis von ca. 5€ war auch ok, pro Tasse versteht sich.

    Jetzt tauchten wir hinein in die Anfänge der Besiedelung Islands. Ein wirklich schöne Ausstellung,von der wir bisher nur 1/6 gesehen haben. So viele tolle Originale die irgendwann hier ausgebuddelt wurden. Das einzige Original bei der ich doch lieber die Fälschung von Marvel bevorzuge, war Thor. Dieser hier war klein mit Zipfelmütze. Das geht gar nicht!
    Irgendwann war unser Wissensdurst gestillt, dass wir dringend eine erholsame Pause brauchten.
    Do it like the locals- ist da immer ein guter Rat und so hüpften wir 30 min später ins Freibad.
    Also das heißt hier natürlich ins beheizte Freibad.

    Vorher musste man duschen. Logisch,denkt sich da jeder. Aber da legt der Isländer so großen Wert drauf,dass er uns beim Eingang wortreich erklärte, wie man sich duscht ( nackig!)und in der Dusche eine große Schautafel steht,bei der die gründlich zu waschenden Körperstellen eingekreist sind.
    Im Nachhinein hätte ich mich so gern sprachdeppert gestellt und so eine gestenreiche Pantomimeshow gewonnen.
    Dann halt morgen.

    Nach zwei Stunden in verschiedenen Pools,heißen Becken (39 )und superheißen Becken (44) tauchte Flo todesmutig nach dem Dampfbad ins kalte Becken(10).
    Ich behalte meine Wärme lieber und trage sie nach dieser feinen Badepause lieber durch das verschneite Reykjavik. Wir stromerten noch an verschiedenen tollen Gebäuden vorbei, guckten in ein paar Geschäfte und ließen uns treiben bis der Hunger mich trieb und zwar ins Hotel zu unserem ***** Menü mit halben Sandwich, Nussmischung, YumYum Chicken und einem feinen Espresso mit Schoki danach.

    Morgen freuen wir uns schon wieder auf Reykjavik und einen Ausflug zu einer fabelhaften natürlichen heißen Quelle direkt an der Meeresküste.
    Sky Lagoon, wir kommen!
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  • Weihnachtskatze und andere Gesellen

    January 3, 2025 in Iceland ⋅ ☁️ 1 °C

    Diesen Artikel habe ich ganz einfach mal gemopst.

    Weihnachten: eine Zeit der Lichter, der warmen Feuer, der Geschenke, der Familie, des leckeren Essens und... des Schreckens? In den meisten Teilen der Welt vielleicht nicht, aber in Island schon! Denn hier gibt es – anders als in den meisten anderen Ländern dieser Erde – Gryla und die Weihnachtsgesellen (Yule Lads), die manchmal auch als Weihnachtstrolle bezeichnet werden.

    Vielleicht ist „Schrecken“ eine leichte Übertreibung, aber das Konzept des Weihnachtsmanns in Island unterscheidet sich in der isländischen Folklore sehr von dem, das wir in den meisten westlichen Kulturen kennen und lieben. Anstatt sich einen fröhlichen bärtigen Mann in Rot und Weiß vorzustellen, handelt es sich bei den Weihnachtsmännern in Island um 13 dreckige Trolle, die von ihrer Mutter, einer kinderfressenden Riesin namens Gryla, angeführt werden.

    Viele glauben, dass sich diese skurrilen Versionen des Weihnachtsmanns die meiste Zeit des Jahres in der furchterregenden Lavafestung Dimmuborgir in der Region Myvatn im Norden Islands verstecken. Andere vermuten, dass sie einfach in einer unbekannten Bergregion leben. Vom 11. bis zum 24. Dezember brechen sie jedoch einer nach dem anderen auf, um 13 Tage lang ihr Unwesen zu treiben. Jeder von ihnen hat verschiedene Streiche auf Lager, die von schelmisch bis schrecklich reichen und die sie bis zum Ende der Weihnachtszeit im ganzen Land spielen.

    Die Weihnachtsgesellen mögen im Laufe der Jahre freundlicher geworden sein, aber ihre Mutter Gryla ist immer noch ein furchterregender Troll und gehört zu den ältesten Weihnachtstraditionen in Island.

    Die Riesin ist eine der bösartigsten Figuren der isländischen Folklore und noch immer werden den Kindern in der Weihnachtszeit Gruselgeschichten über sie erzählt. Es heißt, sie sammle das ganze Jahr über Gerüchte über Kinder auf der Insel, die sich schlecht benehmen, und wenn der Winter einbricht, macht sie sich auf den Weg, um sie einzufangen.

    Ihr Appetit auf das Fleisch unartiger Jugendlicher ist unersättlich, und jedes Jahr findet sie reichlich von ihrer Lieblingsernte. Sie sammelt sie in einem Sack und kocht sie in einem Topf zu einem riesigen Eintopf, der sie bis zum nächsten Winter versorgt.

    Die Traditionen um Gryla sagen viel über die isländische Folklore aus. Die Tatsache, dass sie eine Kinderfresserin war, die in der Weihnachtszeit Kinder aufsuchte, sendet eine ähnliche Botschaft aus wie der Weihnachtsmann, der Kohle bringt – nur mit etwas weniger Finesse. Die Botschaft an die Kinder ist laut und deutlich: Zeigt euch an Weihnachten von eurer besten Seite!

    Dass diese Botschaft so brutal überbracht wird, liegt vielleicht daran, dass die Winter in Island unglaublich gefährlich waren und viele ungehorsame Kinder, die in der Dunkelheit und im Schnee hinausgingen, nie wieder nach Hause kamen. Außerdem gab es eine Menge Arbeit, die vor Einbruch der Dunkelheit erledigt werden musste, was von allen Familienmitgliedern zusätzlichen Fleiß und Anstrengung erforderte.

    Jólakötturinn, auch Jólaköttur, oder ins Deutsche übertragen einfach „Weihnachtskatze“, hat so viel mit einem Schmusetier gemeinsam wie eine Zuckerstange mit einem Marterpfahl. Die Weihnachtskatze ist ein garstiges Biest, größer als eine normale Katze, und mit Appetit auf Menschenfleisch. Der Legende nach taucht sie zu Weihnachten auf und verspeist faule Menschen, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig zum Fest ihre Schafe zu scheren und die Wolle zu neuer Kleidung zu verarbeiten. Sicher vor der Weihnachtskatze sind daher nur Kinder und Erwachsene, die zu Weihnachten neue Kleidung tragen.

    Der Mythos der Jólakötturinn lässt sich daher als eine Aufforderung zum Fleiß verstehen und geht auf den überlebensnotwendigen Arbeitseifer in der rauen Natur Islands zurück. Als Mahnung an die Kinder, brav zu sein und sich an Weihnachten schick anzuziehen, taugt das unheimliche Miezekätzchen ebenfalls. Manche weihnachtsgestresste Eltern sollen der Jólakötturinn dafür sogar schon dankbar gewesen sein.

    Die ältesten schriftlichen Überlieferungen über die Weihnachtskatze stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ob diese Schauergestalt schon davor in Island bekannt war, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Alle Zeugen wurden gefressen. Die Jólakötturinn gilt gemeinhin als das Haustier der Hexe Gryla, deren 13 Söhne, die Jólasveinar, zwischen Dezember und Januar ebenfalls ihr Unwesen treiben. Allerdings sind diese frechen Zwerge im Vergleich zu ihrem Haustier recht harmlos. Sie sind für Schabernack wie das Ausschlecken von Pfannen, das Klauen von Würstchen und das Knallen mit Türen bekannt. Auch über die Weihnachtskatze heißt es, dass sie manchmal „nur“ das Weihnachtsessen derer verschlingt, die keine neue Kleidung tragen. Auf diese Gnade verlassen sollten sich Isländer, weder die kleinen noch die großen, allerdings nicht. Die Weihnachtskatze ist ein echtes Biest – und Hunger hat sie immer.

    Hier mehr Info,wer sich gruseln möchte.

    Kurzer Film über die 13 Yulelads
    https://www.youtube.com/watch?v=OHwQv5hLfs8

    https://guidetoiceland.is/de/geschichte-und-kul…
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  • Wissen & Wollen & Wasser

    January 3, 2025 in Iceland ⋅ ☁️ 0 °C

    "Hei! It's us again", begrüßte ich freudig die goldige Museumsmitarbeiterin,die uns schon gestern reingelassen hatte. Sie kam gerade vom Museumscafé,das wirklich hervorragenden Kaffee macht.
    Ein solches Exemplar trug sich auch mit sich.

    Wir wollten heute da weitermachen,wo uns gestern irgendwann der Kopf geplatzt ist- kurz vor der Christianisierung durch den norwegischen König Olaf l.
    Sie war sehr verständnisvoll, da sie selbst nach 9 Jahren immer noch neue Sachen entdeckt.

    WISSEN

    Erst mal runter zum Spind,Skiklamotten aus und wieder hoch zu den Wikingern.
    Schnell die Erstbesiedelung überspringend, landeten wir gleich bei den Brüderkriegen und Missionierungsaufforderungen durch Kong Olaf.

    Kurzform( sorry,wurde doch länger) der etwas turbulenten Geschichte Islands.

    Erst war alles eigentlich ganz supi in Island.
    Ein paar bärtige,starke und bestimmt wahnsinnig gut aussehende Männer landeten an, gründeten mit ihren Familien Höfe und kümmerten sich drum.
    Diese Höfe wuchsen zu kleinen Siedlungen, die immer von einem Chief geführt wurden,dabei konnte ein Chief aber auch mal mehrere Siedlungen leiten.
    Irgendwann waren alle Siedlungen hauptsächlich in den bestimmenden Händen von drei Brüdern.
    Einer im Süden,einer im Nordosten und einer im Nordwesten.

    Das lief eigentlich ganz gut, bis der Olaf, der olle norwegische König, Zwietracht säte. Er wollte Island nämlich gerne selber herumkommandieren und vor allem Christianisieren.
    Da er aber überhaupt keine Lust auf Schifferl fahren hatte und schon gar nicht nach Island,schickte er andere vor,die seinen Job machen sollten.
    Das lief mittelprächtig,aber immerhin hatten die drei Brüder( mittlerweile auch deren Nachfolger )sich so in der Wolle,dass es ganz verlockend aussah, einen König zu haben, der für Ruhe im Land sorgen könnte.

    Also begannen die drei Brüder/ Neffen dafür zu sorgen,dass es richtig ungemütlich wurde und der ein oder andere hinterrücks ermordet wurde.

    Als dann der Olaf auch noch hörte,dass seine zur Missionierung ausgesandten Männer sich an Island die Zähne ausbissen,wurde der König wütend und machte was Könige und auch heute noch Präsidenten so machen. Er brach alle Handelsbeziehungen ab. Außerdem nahm er fleißig in Norwegen grad lebende Isländer als Geiseln.
    Die Isländer reagierten verschnupft und die Clanchefs sammelten sich zu einem außerordentlichen Althing,das einer demokratischen Parlamentssitzung entsprach und immer noch entspricht.

    Das lief auch nicht so gut,da sich die Isländer durch das drohende Überstülpen des Christentums in ihren heidnischen Bräuchen( Pferdefleisch essen und Kinder in Hungersnöten aussetzen) beschnitten fühlten.

    Kurz: ein Bürgerkrieg drohte, da das Land nun in zwei Lager gespalten war.
    Hätte es schon Demos gegeben,wäre die eine Interessensgemeinschaft auf ihren kleinen Pferden mit großen auf Schafsleder gemalten Plakaten von Hot Pot zu Hot Pot getöltet und hätte laut 'Heiden bleiben' und "Thor geht vor" skandiert.

    Jetzt musste es ein weiser, charismatischer Clanchef in die Hand nehmen, der sich damals schon des öfteren um juristische Fragen gekümmert hatte.
    Dieser Thorgeir Thorkelsson( Anm. der Autorin: wahrscheinlich der Sohn eines Alkoholikers....)
    hörte sich alles an und legte sich dann einfach eine Nacht lang eingemummelt in Schaffelle auf sein Lager und dachte nach.
    Am Morgen verkündete er,dass alle sich taufen lassen sollten,damit der olle König Olaf sich wieder beruhigt. Die Isländer dürfen aber weiterhin ihren heidnischen Bräuchen nachgehen,also Pferdefleisch essen und Kinder aussetzen.
    Konflikt gelöst und husch husch ab zum nächste kleinen Hot Pot und taufen lassen.

    Exkurs:
    Zeitsprung ins Jahr 2025

    Jetzt gehe ich erstmal frühstücken🤗

    Satt! Lustigerweise heißt so auch unser Hotelrestaurant. satt.

    Da wir heute nicht gleich in die Stadt stürmen müssen, um isländische Geschichte aufzusaugen,hab' ich nun einfach fein Zeit meiner 2. Lieblingsbeschäftigung auf Reisen nachzugehen.
    Über meine 1. Lieblingsbeschäftigung ( das Reisen) zu schreiben.

    Exkurs Ende

    Nachdem wir das Nationalmuseum dann einigermaßen " besiegt" hatten, fuhren wir mit dem Bus zum Hafen.
    Dort hatte ich etwas entdeckt,dass ich so arg machen wollte.

    WOLLEN

    Fly over Island.
    Damit ist nicht ein wirklicher Flieger gemeint,sondern ein Imax-artiges Kino mit einer beweglichen Sitzreihe davor, die dich ziemlich krass mit allen Sinnen in die Landschaft Islands von oben euntauchen lässt.
    Kennen gelernt habe ich diese Attraktion in Kalifornien Disneyland und im Europapark ist diese meine absolute "Jeden Tag einmal" Lieblings-Beschäftigung.
    Solltet ihr mal die Möglichkeit haben das auszuprobieren- unbedingt.
    Meine liebe Freundin Betti sagte nach dem ersten Mal sinngemäß etwa: Das sollten alle jeden Tag machen,dann wäre die Welt ein besserer Ort.

    Jetzt also zum Hafen/ Industriegebiet,wo sich auf großen geteerten Flächen kastenförmige Wellblechhäuser aneinanderreihen. Teils alte Fabrikgebäude aus z.B.Fisch und Walfangzeiten und Weften, teils neue Geschäfte,Museen oder eben das Fly over.

    Ein natürlich nicht ganz billiger Spaß aber absolut jede Isländische Krone wert.
    Ja,Simone, ich hab schon wieder geheult😅.
    Aber es war auch einfach nur zu schön Beine baumelnd mit Wind und Gischt im Gesicht durch, von Wasserfällen gesäumte Schluchten zu fliegen. Hammer!!!!

    Danach lief ich mit Dauergrinsen geflasht durch den Tag.

    WASSER

    Bevor wir die Sky Lagoon erkundeten,hatten wir zum Glück doch noch ein Stünderl im Hotel und sahen das Zimmer das erste Mal bei Tageslicht. Ein Kaffeetscherl später packten wir uns wieder ein und bestiegen den Partyminibus,der uns zur 20 min entfernten Sky Lagoon an der Spitze einer Halbinsel brachte.
    Die Sky Lagoon ist wie die Blue Lagoon eine künstlich geschaffenes Thermal- Spa.
    Etwas unromantisch fährt man erstmal durch ein typisches Hafenindustriegebiet um dann in eine sehr schön gestaltete isländische Naturlandschaft abzutauchen. Mit Stein,Fels,Lava,Erde und Gras gestaltet schwimmt man durch felsige Schluchten um dann quasi im Infinityhotpool übers Meer zu gucken während neben einem der Wasserfall
    plätschert. Unnötig zu sagen,dass es ein Insta-Traum für jede Social Media Schickse.

    Wenn man genug geplätscherr hat, begibt man sich ins Langhaus. Dort erwarten einen die 7 Steps, die als eine Art Entspannungszirkel im Einbahnstraßensystem angelegt sind. Was hier grad bisserl technisch klingt ist wirklich hübsch gemacht. Wir begaben uns zuerst in die große Panoramasaunen( Badekleidung,kein Handtuch kein Handy oder Panoramasauna,Badekleudung,kein Handtuch aber Handy),darauf folgte ein Raum der kalten Srühnebel herabstauben ließ und darauf folgte ein Salzöl peeling das im Gemeinschaftsbeteich im Herzen des Langhauses gereucht wurde.
    So wunderbar flutschig eingeölt hockte man sich auf breite Lavasteinstufen ins große Dampfbad. Ich fand heraus,dass man mit wenig Energieaufwand ganz wunderbar im Sitzen herumflitschen kann. Ich bon mir sicher,dass die Franzosen neben mir das dann auch ausprobierten.
    Jetzt wurde such fein abgeduscht und es gab zur Abrundung noch einen bestimmt total Superfoodigen Beerendrink. Skål und wieder hinaus in due Lagune. Ach ja,ins kalte Becken sind wir tatsächlich auch! Angeblich 5 Grad. Glaub ich nicht,da wäre ich sonst nie im Leben rein.

    Fazit. Sky Lagoon ist eine wunderbare Ergänzung zur Blauen Lagune und nimmt ihr evtl bisserl den Druck raus.

    Das war:

    Wissen Wollen Wasser

    Morgen:

    Daumen drücken für Wale und Polarlichter.

    Spoiler: Wir hatten Glück!!!!!
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  • Wale und Wunder

    January 4, 2025 in Iceland ⋅ ⛅ -5 °C

    Für unsere Verhältnisse spät aufgestanden, erlebten wir einen ziemlich hellen Morgen.
    Es tanzten keine Schneeflocken vor den Fenstern und wir sahen Berge,die die letzten Tage bestimmt nicht da waren. Sogar den Hausskiberg Reykjaviks entdeckten wir heute. Natürlich voll beleuchtet,da das Nachtskifahren eher den natürlichen Gegebenheiten entspricht.

    Heute ist ziemlich viel Daumen drücken angesagt,aber die Voraussetzungen für unsere Vorhaben sind optimal.
    Wir hofften darauf in der Bucht vor Reykjavik Wale zu beobachten und abends die Polarlichter tanzen zu lassen.

    Aber zuerst besuchten wir noch- na klar- ein Museum. Ich korrigiere mich: Zwei.
    Aus schon lieb gewordener Gewohnheit liefen wir durch einen fantastisch schönen isländischen Morgen, der jetzt schon so viel Lust auf den Tag machte, zum National Museum.
    Vorbei am Flughafen und großen Baustellen für Wohnhäuserkomplexe und entlang eines Sees,der bestimmt wärmer war, als man als Deutscher so bei -5 Grad/ Schnee annimmt. Es dampfte bei den Zuläufen und vergnügtes Federvieh schwamm die erste Morgenrunde.
    Durch den Campus der Uni bevorzugten wir wie immer die beheizten,trockenen Gehwege.

    Hab ich eigentlich schon erzählt,wie pragmatisch der Isländer mit der Naturkatastrophe Schneefall umgeht?
    Wenn es schneit,zieht man sich passend an, passt beim Laufen auf, verpasst sich, wenn nötig ,Spikes an die Schuhe und fährt Allrad.
    Ich hab da niemanden Schneeräumen sehen.
    Und das krasseste ist- es funktioniert!

    Ich habe hier wirklich apokalyptische Zustände gesehen, die die Bild auf die 1. Seite packen würde.
    Schlagzeile:
    Droht Deutschland im Schneechaos zu versinken?

    Schneematsch, weiße dick,verschneite festgetrampelte Gesteige, Schneehaufen,die man überqueren muss,wenn man die Straßenseite wechselt und sogar vereiste Flächen auf Parkplätzen.

    Und dazwischen fröhliche Leute, Kinder mit Bobs und Autos, die sogar in die Richtung fahren,wo sie hinwollen.
    Und wenn einer mal fällt,dann steht er wieder auf.
    So ist das hier.
    Und ich muss mich daheim ärgern, wenn der übermotivierte Schneeräumer uns die Schlittengrundlage vor der Nase wegschiebt und auch noch die Pfoten meines Hundes versalzt.

    Aber das nur am Rande.
    Wo waren wir? National Museum.
    Diesmal gingen wir allerdings nur dahin,um meinen verlorenen Inear- Bud zu finden. Leider vergeblich. Dafür rettete ich ein Schaf.
    Und das kam so.
    Ich durfte mich auf der Suche nach dem Mini- Lautsprecher durch eine große Kiste wühlen in der die kuriosesten vergessen Dinge gesammelt wurden.
    Meinen Bud fand ich nicht,dafür guckte mich aus einer Tüte ein treuheriges weißes Wollschaf an. Ich schaute auf den Kassenzettel: Anfang November. Und dann ließ ich das wollweiche Ding in meine Tasche hüpfen.
    Keine Ahnung,wie sich das auf meiner Karma Bilanz macht,aber ich hab es mir schön gerechnet.Das Schaf darf jetzt bei uns in der Krippe wohnen. Wie meine norwegische Freundin Helen sagt,: Schafe sind ok!

    Wir liefen weiter zu unserem eigentlichen Zielmuseum: History of settlement.
    Besiedelung Islands.

    Ich liebe Reykjaviks Museen. Keine Ahnung,ob es daran liegt,dass man endlich mal Zeit hat in Ruhe etwas zu lesen, ohne an Wertstoffhof,Einkaufen, Arbeit, Putzen,Fütterungszeiten von Kindern und Tieren zu denken oder dass sie einfach fabelhaft gestaltet sind.
    Bestimmt eine gesunde Mischung aus beidem.

    Hier noch mal einen dicken Dank an unsere Familien,die sich wunderbar um alles kümmern.
    Danke an unsere Tiere,die sich hoffentlich gut benehmen und natürlich ein dickes Lob an unsere Kids,die das alles so wundervoll managen und ihre Zeit auch richtig genießen.

    Mitten in der Stadt Reykjaviks( übersetzt: Rauchbucht, da der erste Siedler fälschlicherweise den Thermaldampf mit Rauch verwechselte)
    buddelte man 2m unter einem Café das wohl älteste Langhaus der Stadt aus. Folgenrichtig baute man unter dem Café nun ein Museum die die Original Ausgrabungstätte zeigt inklusive sichtbaren Walrossstoßzahn als Glücksbringer unter den Langhaus.
    Was man halt so macht. Unnötig zu sagen,dass es auf Island bald keine Walrösser mehr gab.

    Während man um das in schummeriges Licht getauchte Langhaus herumging, von dem es natürlich nur noch die rundum befestigte Grundfläche, Feuerstelle, gepflasterte Eingangsbereiche und den Abfallablageplatz gibt, wurde ringsum mithilfe eines langen beleuchteten Bildes die damalige Umgebung dargestellt. Diese wurde teils durch eingelassene Bildschirme mit angedeuteten Szenen von damals belebt.
    Interessant war,dass das Haus damals ziemlich am Meer stand,durch die Landgewinnung nun aber einige 100m vom Wasser entfernt liegt.
    Durch einen gläsernen Durchbruch zur Oberfläche kann man vom Gehsteig aus auf einen Teil der Ausgrabung gucken,aber von unten auch prima den eingemummelten Kinder zuwinken.

    Wir hätten dort mal wieder mehrere Stunden verbringen können, aber der Wal ruft- äh-singt.
    Schnell waren wir am Hafen, hüpften auf ein großzügiges Boot, schlüpften wie fast alle in einen supersize knallroten Onezie und waren bereit!
    Ziemlich schnell außerhalb der Hafenausfahrt ging es dann auch schon los. Die portugiesische Biologin auf der Brücke, von der man nur die Nase und Augen sah, half uns bei der Sichtung und zeigte uns den ersten Blas ( spritziges sichtbares Ausatmen des Wals) und so sahen wir dem ersten Buckelwal beim Abtauchen zu.
    Der Buckelwal muss,da er wesentlich agiler und schlanker ist als der Pottwal nicht unbedingt seine Fluke zum Abtauchen steil ais dem Wasser heben.
    Außerdem braucht er kaum Ruhezeit an der Oberfläche,da er auch nicht so tief taucht wie der Pottwal. Das hat zur Folge,das er auftaucht atmet und schwupp schon wieder weg ist.
    Da hatten wir in der Straße von Gibraltar mehr Zeit die Tiere zu beobachten,dafür waren diese dann auch länger weg.

    Zu dieser Jahreszeit sind fast nur Buckelwale in der Bucht,was aber auch erst seit ein paar Jahren so ist. Sie folgten ihrer Lieblingsnahrung -eine bestimmte Fischart- und die entschloss sich eben nun auch im Winter in Reykjavik herumzuschwimmen.
    Außerdem bleiben nur die Junggesellen oder noch nicht geschlechtsreifen Tiere hier. Baby Buckelwale sind durch ihre zu geringe Fettschicht in wärmeren Gewässern erstmal besser aufgehoben. Kann ich nachfühlen- trotz drei Schichten Vaseline- kalte Backen.
    Aber ansonsten war ich mit Skiunterwäsche, Hose,Schneehose,Thermoanzug,fünne und dicke Fingerhandschuhe, Sturmhaube,Buff,Mütze und Skibrille( Gamechanger!!) bestens ausgerüstet.
    Ich war mit am längsten draußen.
    Ich!!!!
    Wir sahen wirklich viele Wale,allerdings hielt das Boot gebührenden Abstand,was ich wirklich unterstütze und der Wal fand das auch gut.
    Nur der letzte Wal der zeigte uns aus nächster Nähe seinen Bauch und tauchte dann erst ab. Besser wird es nicht- perfekter Abschluss und jetzt zurück zum Hafen.
    Ich genoss noch die Zeit bei herrlichstem Licht vorne auf dem leeren Deck, da der Rest der roten Armee sich bei heißer Schoki und Kaffee aufwärmte.
    Die hatten wohl keine Skibrille.

    Wieder an Land erkannte ich beim Bezahlen meiner Papageientauchersocken unsere Biologin nur an der Stimme wieder. Lustig,sie hat ein Gesicht.

    Auf Empfehlung suchte ich das Café Hygge- mir war dringend nach einem leckeren skandinavischen Teilchen und ich wurde nicht enttäuscht. Hätte es bestimmt auch allein geschafft, aber Teilen soll ja so glücklich machen.

    Zurück zum Hotel ging es aus Gewohnheit noch über das National Museum. Ich werde es vermissen.
    Dort hatte ich völlig vergessen, mir meine auserkorenen Ohrstecker zu kaufen.
    Was,schon zu? Wir sahen von außen durch die Scheibe des Cafés grad noch,wie jemand die Glastür zum Museumsshop schloss. Jetzt aber flott. Ich sprang zum Eingangstresen und bettelte,ob es möglich wäre doch noch diese Ohrringe zu kaufen. Ich wüsste auch genau welche. Bitte!! Ja?

    Na klar, dir liebe Isländerin sperrte den Shop auf, holte die Ringe raus, polierte sie während eine andere Frau die Kasse machte und blieb auch ganz entspannt während ich: " Oh dear,only 3% left,quick!' rief. Diese Kälte entzieht meinem Smartphone heute echt den Lebenssaft.
    "Ach", zwitscherte sie, "das kenn ich. Schlimm ist es immer,wenn man in den Bus steigt und nicht zahlen kann."
    Ich konnte, hatte aber schon Flo im Hintergrund erspäht,der zur Hilfe geeilt wäre.

    Bargeld braucht man übrigens nicht auf Island. Außer,wenn man in der Kirche 'ne Kerze anzünden will.
    Dani aus Chemnitz ,ein Reisebekannter erzählte uns heute morgen,dass er mal bar bezahlt hat und das junge Kassiermädle das wahrscheinlich zum ersten mal erlebt hatte. Geld rausgeben, war dann ein ebenfalls ein Erlebnis.

    Zufrieden nicht nur ein Schaf aus einer Plastikbox gerettet, sondern auch Ohrringe aus einer Vitrine befreit zu haben, liefen wir wieder gemütlich an der Uni, den Wasservögeln im warmen Plantschewasser und am Rollfeld des Inlandsflughafens vorbei.

    Die Sonne ging nun schon seit vier Stunden unter und das Licht war wieder eine einzige Show. Wenn die Sonne sich jetzt schon so ins Zeug legt,wie wird es erst in der Nacht?
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  • Polarlichter- die tanzenden Schönheiten

    January 4, 2025 in Iceland ⋅ 🌬 -2 °C

    " Ui, schau mal raus!“,sagte Flo erstaunlich gefasst,als wir uns eigentlich für unsere anstehende Polarlicht Exkursion noch im Hotel ausruhten.
    Direkt vor unserem Fenster mit der beleuchteten Perla daneben, tanzte ein quietschgrünes, mächtig gut gelauntes Nordlicht.
    Es wand sich, dehnte sich, verstreute sich wurde irgendwann milchig weiß und verschwand, nur um als heller Partikelstreifen wieder woanders aufzutauchen,sich längs über den Himmel zu ziehen und wieder zu verschwinden.
    Ein Spektakel!
    Wir zogen kurzerhand unseren gewohnten Essplatz vom Schreibtisch zum Fenster um und löffelten dort unser YumYum.
    So eine Dinnershow darf man nicht verpassen.
    Und so luxeriös, geradezu lächerlich komfortabel hatte ich das Nordlich noch nie erlebt.
    Ich kenne es nur, während ich irgendwo schockgefrostet liege, laufe oder aus einer norwegischen Berghytta völlig deppert bei -20 Grad in Jogginghose rausspringe, weil irgendwer Polarlys!!!! plärrt.

    Unfassbar viel Glück hatten wir da und wir genossen jede Sekunde.
    Man hat nie eine Garantie diese faszinierenden Lichter zu erleben und falls man welche sieht,sind sie oft auch recht schüchtern.
    Dieses hier war ne Rampensau oder edler formuliert - eine tanzende Königin.

    Dieser Tag heute hat alle unsere Hoffnungen übertroffen. Selbst wenn wir später auf unserer Tour nichts mehr sehen sollten,das vergessen wir nie.

    Unser Exkursionsbus hatte anscheinend Großes mit uns vor. Wir fuhren tatsächlich bis an die Spitze der Halbinsel von Keflavik ca 50 von Reykjavik entfernt. Dort ist es ziemlich dunkel,wobei ich glaube,dass es auch einfach der praktischste Ort ist eine Horde unterschiedlichster Touristen halbwegs geordnet aus dem Bus zu scheuchen und vollzählig auch wieder nach Hause zu bringen.
    Etwas störend, aber auch durchaus pittoresque war der große Leuchtturm der halt,tja,leuchtet und zwar volle Lotte.
    Und es blies einem auch ordentlich der Wind in jede ungeschützte Ritze.
    Praktischerweise ist das ein gutes Geschäftsmodell- Touristen mit Naturgewalten quälen,damit sie sich in der Kneipe nebenan wieder aufwärmen können.
    Ich hätte die isländische Wirtschaft auch gerne unterstützt,aber die Schlange in dem Pub/Fernsehkneipe war zu lang.
    Also wieder raus.
    Es gab ja auch gut was zu sehen. Lang nicht so spektakulär wie unser Showgirl von vorhin, aber man sah deutlich das Polarlichtband,das sich wie ein perlmuttfarbener Bogen über den Horizont spannte.
    Durch die Kamera sah es wunderbar grün aus, da diese einfach mehr Licht pro Sek verarbeiten kann. Da ist unser Auge einfach nicht gemacht dafür. Erst bei höherer Aktivität nehmen wir die Lichter auch in anderen Farben war. Das mag auch Dr Grund sein, weshalb viele etwas enttäuscht sind, wenn es nicht so aussieht wir auf Insta.
    Man konnte den Lichtern trotzdem beim Wabern oder beim Verdichten und Auflösen zusehen.

    Nach dem erfolglosen Versuch eine heiße Schoki zu ergattern, wollte ich noch gerne ein bisserl die Gegend erkunden und vor allem von den Touristenhorden weg.
    Da der Sichelmond noch knapp über dem Horizont stand und er sich im Meer spiegelte,lief ich in Richtung dieser beleuchteten Küstenkante. Zu meiner Überraschung fand sich unterhalb der großen aufgeschütteten Felsen ein schmaler feiner Sandstrand und schwupps, dahinter war es windstill und auch dunkler.
    Auch die Nordlichter freuten sich über meine Gesellschaft und fingen wieder an zu tanzen.
    Ich rief Flo an,der sich im Bus aufwärmte und schnell saß auch er neben mir im Schnee am Strand und staunte.
    Wir staunten so lange,dass wir schon fast Angst hatten,dass wir vergessen wurden,aber erstaunlicherweise ging alles gut und absolut Licht-gesättigt,verfroren und hundemüde ließen wir uns durch die Nacht ins Hotel schaukeln. Es wurde teils schon herzhaft geschnarcht.
    Morgen um 3.30 Uhr aufstehen. Zwei Stunden Schlaf werden sich schon noch lohnen, oder?

    Danke Island für eine perfekte Zeit- du hast alles gegeben.
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  • Einfach nur Wow!

    January 5, 2025 in Germany ⋅ 🌧 6 °C

    Es ist früh! Nach ca 1 1/2 Std Schlaf weckte mich Flo und ich drückte uns noch nen Kaffee in die Hand, bevor wir in die Lobby wankten.
    Es ist wie immer dunkel,aber das sagt über die Zeit ja gar nichts. Es könnte 18.00 Uhr, 0.00 Uhr oder 9.00 Uhr sein.

    Abreisen ist selten schön, aber ankommen um so schöner.

    Der Flug war,als wir dann wussten,dass wir ihn kriegen( zu lange am Flughafencafé rumdümpeln, frühstücken Gepäckkontrolle mit Anstehzeiten wie bei Voltron, "Was,Marmelade darf man nicht ins Handgepäck nehmen... Ui,10 min bis Gate C....), unspektakulär und zum Glück erfuhren wir erst hinterher,dass wohl nicht jeder Flug landen konnte,weil halt Winter in Bayern.

    Wir sammelten unsere Kids bei diversen (alle weiblich!) Tanten ein und wurden daheim von allen Tieren und wer hier noch so wohnt(e) empfangen.
    Es müssen aber noch so einige Wichtel am Werk gewesen sein,da unser Haus blitzte und blinkte. Daran waren keine LED -Ketten schuld,sondern:Wischmopp und Staubsauger.

    Wir fanden sogar ein Workflow Board auf dem die einzelnen Taskgruppen notiert und supervisiert worden sind.

    Es herrschte ja in unserer erzieherisch einwirkenden Abszenz hier im Haus eine muntere Hüttenmatratzenlager-Atmosphäre. Die vier Kids hatten es sich mit Hund und Katz' im Wohnzimmer gemütlich gemacht und bestimmt die ein oder andere Beamerlampe zum Glühen gebracht.

    Sie haben sich alle aber rührend um die Tiere gekümmert. Gassi mit Ira, Herztablette für Aki, Futter,Futter Futter für sie und die drei anderen immer hungrigen Katzenmäulchen und Tabs und Flocken für unsere Wasserfreunde.

    Umsorgt wurden die Kids von Markus,der morgens Care Pakete vom Bäcker an die Türe hängte, Jaja,die einen Berg Pfannkuchen zauberte und Simone und Andrea, die die heißersehnte Pizza-Bestellung abnickten.

    Samstags durften die Omas, Kinder und Simone dann in FFB vom Theater Liberi die Schneekönigin ansehen.

    Danach wurde Lilli bei den frisch von der Piste hereingeschneiten Tanten abgegeben und Anja hatte plötzlich zwei blaues Monster auf der Couch sitzen.
    Martha und Simone erkundeten kurz noch den Marienplatz, zauberten dann ein leckeres vegetarisches Abendessen,was mein Kind von mir "gezaubert" bestimmt sehr skeptisch beäugt hätte und frönten einem weiteren Baustein des cinematographischen Basiswissens : Indianer Jones.

    Nun sind wir wieder alle hier und das Jahr 2025 kann kaum einen besseren Start gehabt haben.
    Wir sind gespannt.
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    Trip end
    January 5, 2025