• Potries - ?: Gelbe Ortlieb Taschen

    7 Februari 2024, Spanyol ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach einer windigen Nacht geht es tagsüber genauso windig weiter. Leider mit Gegenwind und überwiegend bergauf. Nachdem ich ein paar Dörfer durchquert und mich ein paar Höhenmeter in die Berge gekämpft habe, stoße ich auf die alte Bahntrasse, welche Gandia und Alcoi verband. Der Zug hier wurde wohl "the English People's train", gennant, da die Betreibergesellschaft aus London kam. Die alte Trasse führt durch eine meist enge Schlucht, in der man immer wieder auf alte Fabrikruinen stößt. Diese haben sich hier damals aufgrund des verfügbaren Wassers angesiedelt. Überhaupt scheint hier das Wasser für die Bewirtschaftung der küstennahen Landwirtschaft her zu kommen. Auch wenn die Umgebung nach wilder Natur aussieht - und erfreulicherweise Mal kein Müll in der Gegend liegt - wurde Wasser hier an vielen Stellen gestaut und durch eine Vielzahl offener Leitungen oder Aquädukten zu den Fabriken geleitet.

    Die Strecke ist sehr landschaftlich sehr schön und deutlich ruhiger als gestern an der Küste. Sie führt durch einige alte und teils stockfinstere Eisenbahntunnel. Lediglich die Wegbeschaffenheit bleibt zu kritisieren, da - trotz EV-Route - der Schotter so grob ist, dass es sich streckenweise eher zum Mountainbiken eignet. 

    Kurz vor Mittag leuchten gelbe Ortliebtaschen vor mir auf. Ein Radfahrer, diesmal sogar in meine Richtung unterwegs! Der Besitzer der leuchtenden Taschen stellt sich als Lech aus Polen vor. Wir beschließen, eine gemeinsame Pause einzulegen, bei der ich mich überzeugen lasse, Lechs Weg einzuschlagen. Dieser führt etwas nördlicher durch die Berge, hat weniger Höhenmeter und wurde ihm heute Morgen bei zwei Bier von ein paar Locals empfohlen. Das muss ja gut sein. Zur gemeinsamen Pause wurden übrigensein Bier und ein Cappuccino bestellt - es darf zugeordnet werden, wer was bestellte;-)

    Den Rest des Tages fuhren wir dann gemeinsam weiter. Die Locals hatten nicht zu viel versprochen und die Strecke war vor allem gut zu fahren. Am Abend suchten wir gemeinsam einen Lagerplatz und teilten Essen und Wein - Lech hatte selbstverständlich letzteren im Gepäck. Am Abend, sagte er, trinke er immer ein Schlückchen, um besser zu schlafen - na dann Prost!
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