? - Murcia: Ein kleiner Kulturschock
8 Februari 2024, Spanyol ⋅ ☁️ 22 °C
Die ersten 10 km fahren Lech und ich gemeinsam bis Villena. Die Sonne scheint, die Landschaft ist schön, wir überqueren eine kleine Schlucht und alles wäre perfekt, wenn nicht überall dieser Müll liegen würde. Es ist einfach unglaublich. Egal wohin man schaut, egal ob man in der Ebene durch Obstplantagen fährt oder weiter oben durch die Berge, überall liegt Müll. Mal "nur" ein paar Dosen und Flaschen, mal ganze Hausstände.
In Villena trinken Lech und ich noch einen Kaffee, dann trennen sich unsere Wege. Er fährt nach Westen und ich Richtung Süden. Erst geht es ein Stück neben einer Autobahn entlang - nicht ganz so schön, weshalb ich zur Abwechslung noch einen Naturpark am Fluss in die Route einbaue. In meiner Übermotiviertheit wechsel ich schon früher auf kleinere Wege, die durch das Flussbett führen. Jene sind nicht immer direkt als solche zu erkennen, ganz schön steinig und am Ende muss ich mein Rad zwei Mal durchs Wasser schieben - zum Glück ist davon ja nicht so viel vorhanden.
In Novelda folgt eine lang ersehne Mittagspause. Das Städtchen wirkt sowieso sehr nett, mehrere Autofahrer heben freundlich die Hand zum Grüßen - scheinbar kommen hier nicht so viele Radler oder generell Touris vorbei. Nach der Mittagspause geht es in die Berge - eine Abkürzung - zumindest auf die Distanz bezogen. Der Pass liegt an einem alten Steinbruch, wo sich scheinbar ein paar Leute niedergelassen haben.
Ein paar Schafe und Ziegen werden hier gehalten und ein Mann gräbt mit einer Hacke Furchen in den steinigen Boden. Drumherum stehen einige, teils kaputte Wohnwagen und andere Container. Ein stechender Geruch liegt in der Luft und auch hier liegt eine Menge Müll herum. Wer sind diese Leute und was bringt sie dazu, hier oben in der kargen, steinigen, geradezu lebensfeindlichen Umgebung etwas aufzubauen?
Salopp gesagt wirkt es hier wie in einem Dritte-Welt-Land. Ich stelle fest, dass man Europa für einen kleinen Kulturschock, gar nicht verlassen muss. Kulturschock ist vielleicht die falsche Wortwahl, aber ich bin schon sehr überrascht.
Der Weg hinunter gestaltet sich schließlich etwas aufwändiger, als gedacht. Ich drehe mehrmals um, um nach anderen Wegen zu schauen. Keinem der Pfade will ich abkaufen, dass man hier heile mit Fahrrad herunter kommt. Schließlich kommen mir zwei E-MountainbikerInnen aus Jersey entgegen - genauso verloren wie ich, aber von der anderen Seite des Berges. So tauschen wir unsere Weginfos aus und es geht für alle weiter. Unten angekommen sind es noch ein paar Kliometer bis Murcia, wo ich eine spontane Warmshowerunterkunft bekommen habe. Die Straßen sind hier auch wieder deutlich besser und die letzten 15 km kann ich sogar auf einem gut ausgebauten EV in die Stadt rollen.
Bei Juan angekommen gibt es noch ein schnelles Essen und dann ganz viele Radreisetipps: Ein bisschen Info für Marokko und ein Strandspot mit Höhle für morgen.Baca selengkapnya









