Ouli - El Jadida: Mülleimer?
April 12, 2024 in Morocco ⋅ 🌬 25 °C
Und was ist heute so passiert? Der Tag beginnt mit einem qualmenden Feuer, welches ein Bauer zwischen Meer und Campingplatz zum großen Ärgernis eines anderen Bauern entzündet.
Auf dem Weg aus der Stadt verlor ein gut beladener Rollerfahrer seine Mitfahrenden: Kind und Frau purzelten auf die Straße - bis auf ein schreiendes Kind hatte dies glücklicherweise keine Konsequenzen. Die Hauptstraße, der ich folgte, war zwar relativ schmal, aber ziemlich stark befahren. In Kombination mit Gegenwind und marokkanischen Überholmanövern war ich wieder einmal mehr dankbar für meinen kleinen Spiegel (danke Nils;-)
Nach der Mittagspause komme ich an einem kleinen Straßen-Solarcafè vorbei, wo ich noch zwei marokkanische Radreisende treffe. Für ein Café braucht man scheinbar nur ein Auto, packt ein Solarpanel drauf und eine Kaffeemaschine hinein - zack, fertig! Ganz läuft die Maschine allerdings nicht mit Strom, unten flackert noch eine kleine Flamme. Zum Wasser erhitzen? Shaymaae, so heißt die Cafèbetreiberin, bereitet mir einen wohlschmeckenden Espresso zu und bringt mir die arabischen Worte für einen chwarzen Kaffee bei: 'kachwa aswad' so ungefähr ...
Aus einem Auto sehe ich einen Joghurtbecher fliegen. Scheißkerl mit dicker Karre, denke ich, bis ich in der nächsten Stadt Halt mache, um mir einen - natürlich gezuckerten - Orangensaft zu besorgen. Ich trinke ihn direkt vor dem Geschäft. Ein Junge kommt aus dem Laden nebenan und wirft seinen leeren Joghurtbecher an den Straßenrand. Die Jugend denke ich. Kurz darauf wirf ein älterer Mann in Warnweste - einer der Parkwächter - eine leere Plastikflasche auf den Boden. Hm, doch nicht die Jugend. Die Ausrede, die Infrastruktur fehle hier gilt auf jeden Fall nicht. Keine 50 m weiter stehen Mülleimer. Ich überlege, ob ich sie drauf ansprechen soll. Steht mir das zu als Gast in diesem Land? Wäre es lehrend oder belehrend? Plastikmüll kennt genau genommen keine Ländergrenzen. Würden Sie mich verstehen? Ganz abgesehen von der Sprachbarriere? Ich sage nichts und ärgere mich darüber, als ich aus der Stadt fahre. Ich nehme mir vor, das nächste Mal etwas zu sagen - zumindest, wenn die Person Englisch versteht. Woran liegt es, wenn so mit dem Müll und Natur umgegangen wird? Gewohnheit? Unwissenheit? Wie ich am Abend in El Jadida noch sehe, ist es in den Städten eben normal, dass sich der Müll der Stände (und konsumierter Produkte) in Massen auf die Straße fliegt und in der Nacht zusammengekehrt wird. Aber wenn schon ein Mülleimer in der Nähe steht...
Am späten Nachmittag entdecke ich noch ein paar Ruinen neben der Straße, die optimal zum Zelten geeignet gewesen wären, aber ein paar Kilometer will ich heute noch machen. Ich fahre weiter und durchquere eine große Hafenanlage. Dann komme wieder an die Küste, mit wunderschönen Ausblicken auf den Sonnenuntergang und ganz vielen kleinen Gemüseständen am Straßenrand. Eigentlich sind hier noch zwei Plätze zum Zelten eingezeichnet, doch einer ist zu offen, gerade bei dem Wind, und der andere existiert nicht. So fahre ich weiter in die Stadt, El Jadida, suche mir eine Unterkunft und probiere draußen auf den vollen Straßen all das Essen, welches man laut Reiseführern und guten Ratschlägen nicht essen sollte.Read more











Traveler
Lehrbuch der Navigation, Aufgabe 23: Die Beine eines 150 cm hohen Pferdes werfen um 18:00 Uhr einen 7 km langen Schatten. Berechnen Sie die Position von Tim.