• ? - Sevilla: Auch nett hier

    24.–26. apr. 2024, Spanien ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Strecke nach Sevilla ist etwas schotterig, windig, flach und führt vor allem entlang eines Flusses und durch viele Felder und vorbei an einem Storchenhauptquartier.

    Gute 20 km vor der Stadt verabschiede ich dann von Sam, er will noch telefonieren und wird ab Sevilla einen etwas anderen Weg einschlagen. Schade, die letzten Tage zu zweit waren eine gute Abwechslung. Insbesondere das Wildcampen fällt deutlich leichter, aber man kann schöne Momente eben auch teilen oder sich gemeinsam über etwas aufregen.

    Ich bin noch etwas unentschlossen über die eingeschlagene Route, der Jakobsweg bietet eine gute Infrastruktur und wäre sicherlich spannend, zurück an die Küste und durch Portugal aber auch cool. In Sevilla angekommen suche ich daher zunächst die 'Amigos de Camino de Santiago' auf, um mich über den Jakobsweg, die Via de la Plata, zu informieren. Meine schlechten Spanischkenntnisse nehmen mir die Entscheidung ab. Die 'Amigos' sind vorwiegend nette ältere Männer, die kein Englisch sprechen, aber natürlich begeisterte Pilger sind. Mir wird noch etwas auf der Karte gezeigt und plötzlich halte ich meinen Pilgerpass in der Hand und habe Gewissheit, dass ich übermorgen nach Santiago aufbrechen werde.

    Für heute und morgen checke ich noch in ein Hostel ein, um mir die Stadt etwas anzusehen und in der Fahrradwerkstatt drei Häuser weiter, die in Marokko gebrochene Öse schweißen zu lassen. Die Fahrradwerkstatt bekommt eine noch schlechtere Schweißnaht als der Betrieb in Barcelona zustande - zuhause mache ich selbst mal einen Schweißkurs oder probiere mal rum, so schwierig kanns doch echt nicht sein. Oder zumindest könnte man ja sagen, dass man so etwas nicht schweißen kann, statt irgendeinen Mist zu produzieren.

    Abgesehen von diesem kleinen Stimmungskiller genieße ich die Zeit in Sevilla. Am nächsten Morgen stolpere ich über einen Antikflohmarkt, schlendere durch Parks mit pompösen Bauten und besichtige die Nao Victoria & Ausstellung. Mit fünf von diesen Schiffstypen begann Ferdinand Magellan 1519 die erste Weltumsegelung. Eins schaffte die Weltumsegelung - ein Wunder, dass überhaupt ein paar der 270 Seeleute von dieser Reise zurückkamen. Wären die Mal alle mit dem Fahrrad gefahren!

    Sevilla gefiel mir gut, es war ein bisschen 'schicker' ( für optimistische LeserInnen) oder 'spießiger' (für pessimistische LeserInnen) als Valencia. Bestimmt hätte es auch noch sehr viel mehr zu sehen gegeben, insbesondere Kultur und Museen. Die Liste an Orten, die ich nochmal besuchen möchte, wird immer länger.
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