Via de la Plata I
26. april 2024, Spanien ⋅ ☁️ 16 °C
Mein Weg nach Santiago auf der Via de la Plata beginnt an der Kathedrale. Da ich nicht pünktlich bin, verpasse ich den Pilgergottesdienst und schaue mir die Kathedrale nur kurz von innen an.
Dann gehts los auf dem Boden vor der Kathedrale markiert eine Fliese den Startpunkt. Ab hier weisen die gelben Pfeile den Weg nach Santiago aus. Ich verlasse mich auch vollständig auf sie und will das Handy nur für Fotos zücken. So muss ich ein bisschen aufmerksamer fahren, nach den Markierungen Ausschau halten und mich ab und an nach dem Weg erkundigen. Das ein oder andere Mal handel ich mir auch einen kleinen Umweg ein bzw. fahre in die falsche Richtung und muss einige hundert Meter zurück, um die gelben Pfeile zu suchen.
Es ist eine ganz andere Art zu Reisen bzw. der Navigation - schön, solange man es nicht eilig hat. Die Umgebung nimmt man viel stärker wahr und es ist natürlich was anderes, nicht immer aufs Handy schauen zu müssen. Eine Karte wäre natürlich trotzdem noch eine hilfreiche Ergänzung.
Die Via de la Plata führt einen zielsicher aus der Stadt und auf Feldwege, sodass man schnell das Gefühl hat in der Natur undicht Ruhe angekommen zu sein. Die Anzahl der PilgerInnen, die mir begegnen hält sich in Grenzen. Über den Tag verteilt sind es 7 zu Fuß und 3 (+2 in entgegengesetzte Richtung) per Rad (ohne die Leute in der Unterkunft). Dieser Camino ist - vielleicht aufgrund seiner Länge von 1007 km - einer der weniger begangenen. Dafür scheint er landschaftlich aber wirklich klasse zu sein und schafft es mich auf dieser ersten Etappe (müssten ca. 3 Wanderetappen sein) größtenteils Abseits von größeren Straßen zu führen.
Nur im letzten Abschnitt bin ich froh, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, über 30 km gibt es hier keine Herbergen oder Einkaufsmöglichkeiten. Hinzu kommt ein ziemlich langer Straßenabschnitt, den ich glücklicherweise schnell überwinden kann. Danach folgt allerdings ein wundervoll grünes und stilles Tal, die Sierra Norte de Sevilla, welches im Norden und Süden von Bergen eingeschlossen wird. Hier kann man über 11 Kilometer einfach nur in der Natur sein und sich fernab der Zivilisation fühlen. Der Weg aus dem Talkessel ist aufgrund der Steigung dann etwas schwierig und ich muss schieben. Auf der anderen Seite des Berges habe ich dann allerdings mein Ziel Almadén se la Plata erreicht und nutze heute das erste Mal mein Handy als Hilfsmittel, um die günstigste Herberge ausfindig zu machen - es ist schon spät sich durchfragen und Preise vergleichen hätte man sicherlich auch machen können, in diesem Fall war das Handy auf jeden Fall eine gute Zeitersparnis.
Die Municipal Herberge kostet für mich nur 8 Euro, wobei außer PilgerInnen niemand da ist. So werde ich das Geld morgen lediglich am Tresen hinterlegen und gebe mir selbst einen Stempel geben.
An die Herbergszeiten muss ich mich die nächsten Tage wohl noch etwas anpassen. Ich verspeise noch fröhlich meine Nudeln, als alle anderen bereits im Schlafsaal verschwunden sind und ihr Schnarchkonzert beginnen. Um 22 Uhr ist hier Nachtruhe und es scheint Schicht im Schacht zu sein.Læs mere











Rejsende
Vermutung: Die Person ist mit der spanischen Sprache nicht klargekommen und hat das Handbuch bzw. Handtuch geworfen
Rejsende
Noch kleinere Schilder waren wohl gerade aus…