• Via de la Plata VII

    2. maj 2024, Spanien ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Nacht war ganz windstill und ruhig, was mir den besten Schlaf seit Wochen brachte (in der Herberge lässt es sich meist nur mit Oropax schlafen). Nach einem sonnigen Frühstück mache ich mich auf nach Cañaveral. Statt für die Straße entscheide ich mich für den Fuß-Pilgerweg, was aufgrund des felsigen Bodens wenige Minuten später zu einigem Fluchen führt. Dafür treffe ich noch einen niederländischen Radfahrer, dem ich ein paar Tipps für Marokko mitgeben kann und zwei österreichische Radfahrer, mit denen ich mich lange beim Kaffee unterhalte.

    Nach Cañaveral bleibt der Weg zwar noch etwas holprig, führt aber dafür durch blumige Wiesen. Ich steuere eine spendenbasierte Herberge in Grimaldo an, wobei ich beim ersten Versuch in irgendeinem Gemüsegarten lande – eigentlich sollte hier ein Weg sein.
    Irgendwann erreiche ich die Herberge. Neben einem Japaner, einem Kolumbianer und mir ist hier nicht viel los. Wir teilen Tee und Wein. Mir fällt mal wieder auf, dass ich aufgrund der Siesta gar kein Mittagessen hatte und sich im Dorf leider auch nichts auftreiben lässt. Also geht es in die für die Herberge verantwortliche Gaststätte nebenan. Hier gibt es fünf Menüs, die sich jeweils in ihrer Hauptspeise (Schwein I, Schwein II, Omelett, Huhn oder Fisch) unterscheiden, aber vermutlich alle identisch gewürzt werden, für je 8,50 Euro zu ersteigern. Schmecken tut es gut und dafür, dass der Ort so klein ist, ist sogar ein bisschen was los. Warum gibt es das bei uns nicht mehr (so häufig)? Eine originelle, einfache Gaststätte, in der man zu einem günstigen Preis das bekommt, was man möchte: ein simples und gut schmeckendes Gericht mit dem ganz ursprünglichen Zweck einer Gaststätte (Reisenden) etwas Sättigendes zu essen zu bekommen.
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