Via de la Plata VIII
3. maj 2024, Spanien ⋅ ⛅ 15 °C
Abschnitt:
Grimaldo bis Puerto de Béjar
Heute wache ich von dem auf, was mich gestern nicht schlafen ließ: 40-Tonner, die direkt durch das Dorf scheppern. Warum, frage ich mich? Ein paar hundert Meter weiter verläuft die Autobahn, ebenso wie Auffahrten, die vor und hinter dem Dorf liegen. Warum ist die Straße nicht für den Schwerverkehr gesperrt? Das wird sicherlich auch die letzten verbliebenen Bewohner des Dorfes vertreiben.
Die ersten anderthalb Stunden Fahrt sind etwas anstrengend. Keine 9 km schaffe ich, da der Weg wieder einmal eher für MTBs geeignet ist. Danach wird es aber besser und am späten Vormittag komme ich in Galisteo an. Zufälligerweise zeitgleich mit Eduardo, dem Kolumbianer aus der Herberge – er hat schon doppelt so viele Kilometer auf dem Tacho. Wir trinken einen Kaffee in dieser schönen, verschlafenen (so verschlafen, dass mir der Camino-Stempel im falschen Feld gemacht wird) und vollständig von einer Stadtmauer umgebenen Stadt. Auf Eduardos Nachfrage gibt es zum Café auch noch Tapas (ein Stück Tortilla) dazu – ein Glück, wenn jemand dabei ist, der Spanisch spricht.
Die nächsten 15 km fahren wir gemeinsam und Eduardo versucht mir etwas Spanisch beizubringen – hoffentlich behalte ich ein bisschen. In Carcaboso verabschieden wir uns, vielleicht sieht man sich ja mal in Kolumbien – eingeladen bin ich zumindest.
Ich fahre weiter nach Placencia, wo ich nach einer kurzen Stärkung auf eine ehemalige Bahntrasse, die mir gestern der Niederländer empfohlen hatte, abbiege. Mit einer angenehmen Steigung führt sie mich in die Berge und bietet dabei noch atemberaubend schöne und beeindruckende Landschaften mit Schluchten, Bächen und vielen Blumen am Wegesrand. Dazu immer mal wieder alte Städtchen, Viadukte, Rastplätze und alte, teils sanierte, Bahnhöfe. Warum ist die Strecke eigentlich nicht offizieller Teil des Eurovelos?
In den Pilgermodus komme ich heute nicht so ganz. Am Vormittag war die Strecke anspruchsvoll und am Nachmittag auf der Bahntrasse wollte ich noch ein paar Kilometer machen. Die Konzentration auf den holprigen Weg und die Anstrengung, wenn Kilometer machen möchte, machen es schwerer Gedanken schweifen zu lassen.
In Puerto de Béjar stoße ich wieder auf die offizielle Vía de la Plata und suche auch hier eine spendenbasierte Herberge, die eher einem Sternehotel gleicht, auf. Aus irgendeinem Grund werde ich noch von einem anderen Pilger bekocht und treffe einen Niederländer, der inzwischen auch mit dem Rad unterwegs ist, zuvor aber 14 Monate zu Fuß durch Europa ging – verrückt!Læs mere










