Congosto - Pedrosillo:Jakob wiederfinden
22. maj 2024, Spanien ⋅ ☁️ 17 °C
Puente del Congosto - Pedrosillo de los Aires
Ich wache früh auf. Es ist noch ziemlich frisch, aber die Sonne blinzelt bereits durch die Bäume, und über dem Fluss hängen Nebelschwaden. Beste Bedingungen für ein entspanntes, wenn auch nur aus Keksen bestehendes Frühstück und langsames Zusammenpacken. Dann mache ich mich auf den Weg zurück zur Via de la Plata.
Bereits nach einem Kilometer finde ich die gelbe Jakobsmuschel und wundere mich, was für ein Weg hier sein soll. Der eigentliche Jakobsweg sollte noch 20 km entfernt liegen. Wie sich dann herausstellt, folgt auch kein weiteres Schild. Der Weg ist dennoch schön und fürs Fahrrad denkbar ungeeignet. Ich komme gefühlt in Schrittgeschwindigkeit voran und wäre bestimmt schneller gewesen, hätte ich einfach umgedreht und die Straße genommen. Sicherlich die mit dem Kopf durch die Wand-Lösung, aber da ich ja einen Helm aufhabe, geht das ja schon. So komme ich auch langsam voran, muss schließlich aber doch auf die (kleine) Straße ausweichen, als ein Fluss meinen Weg durchkreuzt. Ein halber Meter Wasser (oder mehr) ist mir dann doch etwas zu viel, zumindest bei diesen Temperaturen.
Nach meinen Offroad-Abenteuern erreiche ich deutlich später als geplant den Camino und eine ziemlich große und schön eingerichtete Herberge. Die vielen gelben Schilder und Pfeile geben mir gleich wieder ein ganz anderes Reisegefühl. Es ist doch irgendwie etwas Besonderes, auf Wegen unterwegs zu sein, die genau für lange Reisen gemacht sind. Wenn man weiß, dass Herbergen auf dem Weg liegen, man sich die Straße (meistens) nicht mit Autos teilen muss und dass die meisten, die hier unterwegs sind, eben auch reisen und sogar dasselbe Ziel ansteuern. Die gelben Pfeile haben etwas Vertrautes.
Da ich eben nur spät und nicht zu spät wieder auf den Jakobsweg gestoßen bin, entschließe ich mich, noch etwas weiter zu radeln. Schnell finde ich mich wieder auf alten römischen Straßen wieder, die noch erstaunlich gut in ihrer ursprünglichen Form zu erkennen sind. Das nächste Dorf (Pedrosillo de los Aires) mit einer Herberge auf Spendenbasis habe ich dann auch schnell erreicht. Im Dorf selbst ist wenig los, so wenig, dass etwa jedes zweite Haus zum Verkauf steht. Hier ist es extrem, aber auch in vielen anderen Dörfern hier keine Seltenheit, obwohl die meisten wunderschön gelegen sind.Læs mere









