• Via de la Plata XI

    24 de mayo de 2024, España ⋅ ☀️ 22 °C

    Auch wenn ich mal wieder deutlich später gestartet bin als die anderen PilgerInnen, scheine ich nicht ganz ausgeschlafen zu sein. Es passiert mir heute etliche Male, dass ich die Pfeile übersehe und auf der großen Bundesstraße, die nebenan entlangführt, lande. Die Ausschilderung ist hier allerdings auch nicht mehr so offensichtlich, häufig sind es kleine Steinpfosten an Feldrändern, die von Pflanzen überwuchert sind. Hinzu kommt etwas geringere Aufmerksamkeit durch eine eintönigere Landschaft. Das erste Mal sind heute keine Berge am Horizont zu sehen und es gibt auch keine Weiden und Viehwirtschaft mehr. Stattdessen große Felder und relativ gerade verlaufende Wege. Gut, um Strecke zu machen und dafür etwas mehr Zeit in Zamora zu verbringen.

    Zamora ist auch wieder eine wunderschöne alte Stadt. Ich mache hier Mittagspause, schlendere durch die Straßen, hole mir meinen Stempel ab und lese bei einem Kaffee noch etwas zur Geschichte der Stadt. In dieser tauchen natürlich wieder die Römer auf, die Araber und irgendwann lande ich bei den Mongolen. Letztere haben gar nichts mehr mit der Stadt zu tun, aber so ist es eben bei Wikipediaartikeln: Mit ein, zwei Links ist man plötzlich ganz woanders und auch wieder nicht, denn was auf der einen Seite der Welt passiert, hat in irgendeiner Form dann doch manchmal Auswirkungen auf die andere Seite der Welt.

    Irgendwann reiße ich mich aus dem Wikipediadschungel los und mache mich auf nach Montamara, wo ich mich mit Pia und Moritz treffen will. Getreu Moritz’ FindPenguins-Motto „Rumbrettern“ brettern die beiden nämlich vom Süden Portugals 800 km bis hier hoch. Das verdient ein Bierchen oder auch zwei! Und so haben wir ein wunderschönes Wiedersehen an einem wundervollen Caravanplatz. Nach gemeinsamem Überlegen stellen wir fest, dass wir uns Silvester 22/23 zuletzt gesehen haben...krass und verrückt, dass wir uns nun hier in Spanien treffen. Es gibt viel zu quatschen und zu berichten und gleichzeitig fühlt es sich vertraut an, als würden wir uns wie früherim Alltag treffen - schön:).
    Pia war in den letzten Wochen ebenfalls auf dem Jakobsweg unterwegs, und Moritz machte die portugiesische Küste mit seinen Surfbrettern unsicher. Wir kochen gemeinsam und erzählen noch eine ganze Weile. Zum Glück gibt es hier keine Nachtruhe um zehn:)
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