Via de la Plata XII
25 de mayo de 2024, España ⋅ ☀️ 24 °C
Moritz, Pia und ich frühstücken gemeinsam und lassen uns dabei alle Zeit der Welt. Mit Blick über das Wasser und auf die Kirche am anderen Ufer lässt es sich hier genießen. Unsere Bielefelder Wohnmobilnachbarn kommen auch noch kurz vorbei, um sich zu verabschieden, noch ein paar Tipps für den Norden Spaniens zu geben und FindPenguins auszutauschen.
Beim Abbauen lassen wir uns dann genauso viel Zeit und finden immer wieder ein neues Gesprächsthema. Kurz vor zwölf lässt sich der Abschied dann allerdings nicht mehr weiter hinauszögern, und so verabschieden wir uns. Moritz und Pia brettern weiter nach Norden, und ich stelle fest, dass meine Kette harkt. Meine darauf folgende Inspektion ergibt: Durch die Abnutzung des kleinsten Kettenblatts hat sich der Stahl soweit aufgeschoben, dass sie Kette gelegentlich an den Zähnen hängen bleibt - isf ja bereits bekannt. Einmal schnell unter Last geschaltet und nicht aufgepasst führte das (gestern) dazu, dass sich die Kette verkantete und eins der Kettenglieder ordentlich verbogen wurde. Eine Ersatzkette habe ich dabei, allerdings habe ich wohl meine Kettenschlösser und Nietstifte falsch gezählt. Von diesen finde ich nämlich keine, klasse. Aber am Ende vielleicht auch besser, mit dem Kettenwechsel zu warten, bis das kleine Kettenblatt gewechselt ist. Kurzes Grübeln und dann entschließe ich mich dazu, die Kette mit vier Gliedern weniger zu fahren (zum Glück lag das verborgene Glied am Rand) und auf das kleine Kettenblatt zu verzichten. Ein Glück ist die Etappe heute relativ flach. Damit folgt dann Prio 1 für die nächsten Tage: Ersatzteile und Werkzeug organisieren – ist ja nicht so, als wäre ich erst vor zwei Tagen im Fahrradladen gewesen …
Auf dem Camino strample ich in Gedanken vorwärts. So ganz gut gelaunt bin ich aber nicht: Neben dem Kettenproblem hatte ich heute Morgen auch noch ein Loch mit dunklem Fleck im Zelt festgestellt. Zersetzt mir gerade ein Pilz mein Material? Auf jeden Fall immer etwas anstrengend, wenn sich solche Dinge summieren, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.
Zumindest am Abend hebt sich die Stimmung dann aber wieder. Ich komme in einer schönen Herberge mit zwei freundlichen Herbergsvätern an. Die beiden sind voll und ganz in ihrem Element, heißen alle Pilgerinnen und Pilger herzlich willkommen. Jede und jeder erhält eine kleine Camino-Halskette und später wird mit allen zusammen gemeinsam zu Abend gegessen. Das Menü: Suppe, Paella, Nachtisch, Sangria und ein Schnaps und dann natürlich noch Infos über die morgige Etappe – die sind aber eher für das Fußvolk gedacht.Leer más




