? - Posada de Valdeón: In die Picos
13. juni 2024, Spanien ⋅ ☁️ 20 °C
Heute soll es in die Picos gehen. Das Frühstück ist schnell gemacht und verzehrt. Dennoch kommen wir erst spät los, da wir die Zelte erst vom Tau und Kondenswasser trocknen lassen wollen.
Zunächst fahren wir dann entlang des Stausees Nr. 1 und biegen schließlich nach Osten ab. Versuche, unsere tägliche Kaffeepause einzulegen, schlagen fehl. Die Dörfer hier sind so klein, dass Bars und Cafés nicht existieren oder nur an bestimmten Tagen geöffnet haben. Dafür gibt es hinter jeder Kurve kühles Quellwasser.
So geht es also ohne Kaffee den ersten ziemlich steilen und aus grobem Schotter bestehenden Weg hinauf zum Pass. An einigen Stellen hebt mein Vorderrad ab oder der Schotter rutscht unter meinen Reifen weg – ich muss schieben. Mit Kaffee wäre das sicher anders gelaufen! Oben angekommen können wir bereits ein paar schneebedeckte Gipfel der Picos de Europa sehen – Vorfreude und ein bisschen Respekt vor den Strecken der nächsten Tage.
Auf der anderen Seite geht es dann fast genauso steil und schotterig hinunter. Irgendwann stoßen wir wieder auf Asphalt und kommen deutlich schneller voran. Allerdings nicht schnell genug, um Stausee Nr. 2 rechtzeitig zu passieren und vor der Siesta in Riaño einzukaufen.
Dafür gibt es dann doch den ersehnten Kaffee und wir begnügen uns mit ein paar Keksen und Brotresten zum späten Mittagessen. Nach kurzer Zeit kommen zwei weitere Radler am Café an, ihre ausgeblichenen Ortliebtaschen zeugen von längerer Radlererfahrung. Erst als wir aufbrechen wollen, erkennen wir die Besitzer der Räder wieder: Rob und Wendy aus Devon, England. Wir haben sie in Santiago an der Kathedrale getroffen, noch ein paar Tipps für unsere Route erhalten und fuhren eigentlich in entgegengesetzte Richtungen weiter – was für ein Zufall. So wird unsere Pause nochmal um eine Stunde verlängert und mit Radthemen, englischen Landhäusern, den Ansichten über spanische AutofahrerInnen (Übereinstimmung: sehr rücksichtsvoll) und Co. gefüllt. Inspirierend, die beiden sind schon etwas älter (ein runder Geburtstag stand an, ich tippe auf 60) und trotzdem mit normalen Rädern, Zelt und wildcampend unterwegs – schön!
Schließlich müssen wir dann auch weiter. Die letzten 30 km vergehen wie im Flug. In Posada de Valdeón haben wir dann ein günstiges Hostel mit einer unglaublich freundlichen Eigentümerin ausfindig gemacht (Empfehlung von Mina aus Granada) und besorgen uns das einzig Essbare, was man sich hier außerhalb eines Restaurants noch besorgen kann: Käse aus der Dorfkäserei. Mit dem Reis, den wir noch dabei haben, folgt daraus logischerweise ein Risotto (oder so etwas Ähnliches) zum Abendessen. Am Ende gibt es zur Feier des Tages die erste (richtige) Dusche seit einer Woche.Læs mere








