Ein Tag, ein Land Andorra; Bil. Spanien
July 17, 2024 in France ⋅ ☁️ 21 °C
Tor - L'Hospitalet pres-l'Andorre
Eingeschlafen bin ich heute spät. Pferde mit Kuhglocken haben die ganze Nacht Party vor der Hütte gemacht.
Auch am Morgen bimmeln die Pferde weiter (wann schlafen die eigentlich?), während ich in der Hütte frühstücke. Eigentlich ganz idyllisch.
Nach dem Frühstück trete ich die letzten 500 hm zum Pass nach Andorra an. Den Weg muss ich mit vielen Pferden und ein paar Jeeps teilen. Ansonsten ist es unglaublich einsam und es gibt nur weite Natur - bisher der schönste Pass der Pyrenäen. Oben angekommen ändert sich dies dann schnell von Andorra führt nämlich eine asphaltierte Straße hinauf, was mir aber eine wunderbare Anfahrt beschert.
Von Andorra war ich dann ziemlich positiv überrascht. Aus einem Buch zu Schulzeiten wusste ich nur, dass hier 24/7 Zäune und Häuser geweißelt würden. Tatsächlich gab es aber kein einziges weißes Haus. Stattdessen besteht Andorra aus vielen Bergen mit doppelt so vielen Skiliften, Ski und Mountainbike- bzw. Fahrradgeschäften und Ferienhäusern und Hotels. Trotzdem ist der Tourismus nicht unangenehm und - vielleicht sieht das im Winter aber auch anders aus. Die Straßen sind in so gutem Zustand wie in keinem anderen Land und die Kaffeepreise orientieren sich eher an Spanien als an Frankreich - günstig scheint es also auch noch zu sein.
Nach einer Kaffeepause in La Massana mache ich mich auf den Weg nach Frankreich. Der Pass ist zwar nicht wirklich schön und ziemlich Verkehrsreich (einzige große Straße die raus nach Frankreich oder Spanien führt), dennoch komme ich auf der moderaten Steigung gut voran.
Der Grenzort auf der anderen Seite des Passes fällt noch mit einem Supermarkt, der - warum auch immet - fasst nur Grosspackung handelt auf. Hier kann für den nächsten Geburtstag eingekauft werden. Ich muss mich nach den zwei Pässen wirklich zügeln nicht zuzuschlagen.
Bei der Schlafplatzsuche werde ich heute ausnahmsweise von OSM enttäuscht und lande zusammen mit vielen Zecken in einer grasigen Sackgasse - zumindest für Fahrradfahrende. Alternativ suche ich dann doch einen Campingplatz auf.
Bilanz Spanien (inkl. franz. Pyrénéen & Andorra):
Gesamtstrecke: 3654,4 km
Kürzeste Strecke: 11,8 km (sogar rückwärts)
Längste Strecke: 125 km
Platten: 0
Reisetage (davon Radeltage): 89 (55)
Zelt (davon Campingplatz): 32 (6)
Unter freiem Himmel, Bergshelters, Verlassene Häuser: 5
WarmShowers und Leute: 1
Hostel, Hütte/(Camino-)Herbergen: 20
Workaway: 31
Verloren: nichts, glaube ich...
Mit dem Rad umgefallen: 0
Kaputgegangen/Ersetzt: Reisverschluss und Taschen der Hose, Tretlager, Kette, Kettenblatt, Merionoshirt beginnt sich aufzulösen
Wetter: Angenehm warm, manchmal etwas windig
Essen: Pan con Tomate, Tapas, Croquettas, Pinchos, tatsächlich weniger Empanadas im Vergleich zur Ostküste, Haferflocken + Milchpulver + Kakao, Käse aus den Bergkäsereien der Picoa und Pyrenäen, die Reduziertbox bei Lidl
Fazit:
Der Westen Spaniens, der mittlere Süden und mittlere Norden bzw. die Atlantikküste (Nord und Süd) haben mir wirklich gut gefallen. Deutlich besser als die Mittelmeerküste. Dort gab es zwar auch sehr schöne Ecken, aber viele Gebiete waren eben auch sehr touristisch und zugebaut (mit Hotelanlagen). Auf der anderen Seite hingegen gab es viele unterschiedliche Landschaften und Naturparks. Touristen und Touristeninfrastruktur waren in vielen Gegenden eher spärlich anzutreffen (Santiago und die Pilgerwege ausgenommen) oder fielen zumindest nicht so ins Auge. Die Atlantikküste war wilderer Natur und insgesamt machte sich dadurch – und durch viele Picknickplätze (Galizien) – auch das Wildcampen einfacher (dünnere Besiedlung?). An vielen Orten war man einfach ungestört. Die Berge (Picos und Pyrenäen) waren einfach klasse. Natürlich kommt man mit dem Gepäck ganz schön ins Schwitzen, dafür sind die Temperaturen oben und vor allem abends sehr angenehm und man wird natürlich mit klasse Aussichten belohnt.Read more










