Nachtfahrt, die Beine sind noch fit
17. november 2024, Grækenland ⋅ ☀️ 15 °C
Bis auf ein paar Jugendliche, die auf dem Spielplatz hinter meinem Zelt eine Weile abgehangen haben, war es eine ruhige Nacht, sodass ich mich erholt aufs Fahrrad schwingen kann. Auf nach Korinth!
Die Strecke entlang der Küste ist wirklich schön und mir wird erstmals bewusst, welche besondere Landschaft Griechenland besitzt: so viele Inseln, so viel Wasser und gleichzeitig doch hohe Berge. Was das auch für eine Infrastruktur an Fähren und Logistik bedeuten muss. Gleichzeitig ist es wirklich schade, dass viele Häuser und Hotels verlassen sind oder nie vollendet wurden. Sind dies Folgen der Eurokrise oder von Corona? Wo sind die Eigentümer? Ausgewandert?
Auffällig an der Küste sind übrigens die vielen Öltanks und die eine oder andere große Raffinerie. In einer zeugen schwarze, verbogene Stahlgerüste und Leitungen von einem kürzlichen Brand, ebenso das Feuerwehrauto, das noch davor steht. Ein Mann winkt ab, dass ich keine Fotos machen soll – sorry, aber das ist interessant und ich frage mich, wie so eine Anlage noch weiterlaufen kann, wenn es in der Mitte einen Brandherd gab.
Als Nächstes erreiche ich den Kanal von Korinth, den ich vor ein paar Tagen noch gar nicht auf dem Schirm hatte, der aber doch ein ganz beeindruckendes Bauwerk ist. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts von ungarischen Ingenieuren erbaut. Ein paar Fotos sind Pflicht, bevor ich mich zum späten Mittagessen nach Korinth aufmache. Im Anschluss geht es zum Fotos knipsen in das sechs Kilometer entfernte alte Korinth, dessen Ausgrabungsstätte leider schon geschlossen ist.
Durch die ganzen Fotopausen bin ich wirklich langsam vorangekommen. Doch die Beine sind noch fit, und ich will morgen Nachmittag die Fähre in Patras erreichen, weshalb ich mich für eine kleine Nachtfahrt entscheide. Die sind übrigens auch gar nicht so schlecht, denn erstens ist fast kein Verkehr mehr unterwegs, und zweitens sieht man mich mit Warnweste vermutlich schon von Weitem. Nur wird es durch die Dunkelheit etwas eintönig, weshalb ich die Zeit mit Podcasts, ein paar Telefonaten und einer Kekspause in einer Bäckerei überbrücke. In Sachen Kekse sind uns die Griechen übrigens weit voraus. Hier wurde nämlich schon begriffen, dass (Weihnachts-)Kekse das ganze Jahr über schmecken, weshalb es in jeder Bäckerei eine riesige Keksauswahl gibt, die mich schnell zum Krümelmonster werden lässt.
Als es irgendwann nur noch 60 km bis Patras sind, beschließe ich, dass diese morgen noch gut machbar sind, und suche den nächstbesten Strand zum Übernachten auf. Ein Glücksgriff, denn ich finde eine bereits geschlossene Strandbar, die sich bestens zum Zelten eignet und deren Wasserhähne noch nicht angestellt sind – Vorteile des Radelns, wenn die Saison vorbei ist.Læs mere




















Rejsende
Klasse! Katzenklo heißt auf Griechisch τουαλέτα γάτας, da kann sie ππ machen.
Rejsende
Ist das eine reine Sachinformation oder möchtest Du uns damit vielleicht irgendetwas sagen? :-D
Rejsende
Wieder so ein tolles Foto - klasse!