• Pompeji

    23. november 2024, Italien ⋅ ☀️ 13 °C

    Lange schlafen (weil spät ins Bett), spät loskommen war das Motto des heutigen Morgens. Es soll nach Pompeii gehen. Dafür nehme ich heute allerdings den Zug und lasse das Fahrrad im Hostel. Da die Website von Trenitalia am rumspacken ist, muss ich das Ticket am Automaten kaufen und verpasse so um 2 Minuten meinen Zug - Empfehlung etwas mehr Zeit einplanen und früher los machen. Glücklicherweise fahren die Züge halbstündlich.
    Ein ähnliches Zeitspiel findet dann noch am Ticketverkauf statt. Die Schlange ist lang, nicht etwa, weil wahnsinnig viel los wäre, sondern weil der Verkauf eines Tickets ewig dauert. Bei ersten Schalter kann nur mit Cash gezahlt werden, aber quasi ohne Wechselgeld, der zweite geht mit Karte. Also auch hier ist etwas mehr Zeit einzuplanen. Es kommt noch die Scherheitskontrolle und beim Ticketeinlass muss tatsächlich auch nochmal der Ausweis gezeigt werden. Aber auch das ist irgendwann alles geschafft und ich stehe in der antiken Stadt direkt vor dem Amphietheater! Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich mir ja heute eine ganze Stadt anschaue - vielleicht hätte ich doch etwas mehr Zeit mitbringen sollen, das 3 Tage Ticket hat sicherlich niemand aus Spaß erfunden.

    Pompeii ist dann wirklich beeindruckend. Die Fotos sprechen sicherlich für sich. Durch den Vulkanausbruch (vorausgegangen war ein Erdbeben 62. n. Chr.) des Vesuvs (sieht eigentlich wirklich ungefährlich aus) 79 n. Chr. wurde die Stadt unter Asche und Bimsstein begraben und damit quasi eingefroren und konserviert. Viele erhaltene Wandmalereien, Alltagsgegenstände, Lebensmittel, wie Ernteerträge, die zur zeitlichen Einordnung des Ausbruchs dienten, verkohlte Brote, aber auch Menschen, die nicht rechtzeitig entkamen (heute als Gipsabzüge konserviert).

    Die alten Straßen sind gut erhalten, wobei ich mich frage wie man auf diesen ordentlich laufen geschweige denn mit dem Wagen fahren konnte. Ebenso kann man die ein oder andere Bäckerei entdecken, in der das Getreide scheinbar direkt zu Mehl gemahlen wurde. Alles in allem sehr spannend, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Infos und Erklärungen zum damaligen Leben bzw. den Erkennissen, die aus einzelnen Funden gewonnen wurden (nicht nur ,wer in dem Haus wohnte und was zu sehen ist, sondern, was einzelne Funde über das damalige Leben aussagen) gewünscht hätte. Vielleicht muss man dafür aber nochmal ins Museum gehen.

    Am Ende schaffe ich es trotz des halben Tages (im Winter sind die Öffnungszeiten auch insgesammt kürzer - auch wenn diese nicht so streng gehandhabt werden) dennoch den Großteil der alten Stadt zu erkunden und werde sogar noch mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt, der die alten Straßen, Säulen und Statuen in ein wunderbares Licht taucht.

    Empfehlung zum Pompeiibesuch:
    - Bereits im Vorraus die MyPompeii App herunterladen inklusive Audiodateien und Bildern (hier kann auch bereits ein Ticket gekauft werden). Aktivierung per Ticket-Barcode möglich (die Info, dass es diese kostenlose App gibt, bekommt man leider nicht unbedingt beim Ticketverkauf)
    - Früh da sein und die volle Zeit ausnutzen (dann reicht vermutlich auch ein Tag).
    - Die beiden Stadtvillen (Villa of Mysteries, Villa of Diomedes & Villa Regina in Boscoreale) benötigen nicht allzu viel Zeit und sind gut direkt am Anfang anzuschauen.
    - Die Ausgrabungen des alten Ercolano sind wohl auch sehr sehenswert. Sie sollen in noch besserem Zustand sein als Pompeii.
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