• Nicht so spannende Bilder, aber lecker

    25. november 2024, Italien ⋅ ☁️ 14 °C

    Den Großteil des Tages verbringe ich damit, mich aus Neapel heraus zu manövrieren. Wenn man viel Slalom und etwas anarchistisch in Bezug auf Verkehrsregeln drauf hat, kann das auch etwas Spaß machen. Tatsächlich ist alles etwas willkürlich, aber insgesamt fahren die Autos langsam – weil auch einfach überall mindestens stockender Verkehr ist – und nehmen zumindest in der Form Rücksicht, dass häufig (überraschend für andere Verkehrsteilnehmer) angehalten wird, um irgendwen über die Straße zu lassen, jemanden aus der Seitenstraße einbiegen zu lassen oder eine 180-Grad-Wende zu machen.

    Was passiert, wenn das alles nicht so ganz funktioniert, bekomme ich auch noch mit, als es neben mir ein wenig rumst. Ich schaue nach links und sehe, wie der für diesen Sound verantwortliche Autofahrer von seinem Handy aufschaut und ein paar Zentimeter zurücksetzt. Beim vorderen Auto geht die Tür auf, ein Mann steigt aus, geht ruhig zum Heck des Fahrzeugs und begutachtet dieses. Dann dreht er sich um, blickt den Verursacher an und hebt die Hand: „Alles in Ordnung.“ Er steigt wieder ein und fährt weiter. Es wirkt schon fast wie Routine, was vermutlich auch stimmt, denn wenn es eins in Neapel nicht gibt, dann sind es Autos ohne Beulen.

    Ich fahre weiter aus der Stadt heraus und bekomme zunächst Plattenbauten, dann eine slumartige Wellblechsiedlung unter einer Brücke, eingekreist von Müllhaufen, und danach Einfamilienhäuser zu sehen. Krasse Kontraste und umso grotesker wirken die leerstehenden Gebäudekomplexe ein paar Kilometer später und die fast komplett unbewohnten Urlaubsorte mit ihren Appartements und Hotels, die ich abends an der Küste sehe.

    Müll ist hier in und um Neapel übrigens ein richtiges Problem. Er liegt überall verteilt und es scheint vor allem normal, ihn einfach auf den Boden zu schmeißen.
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