Morgens Nebel, abends Nebel
3 dicembre 2024, Italia ⋅ ☁️ 5 °C
Im Zelt sind es morgens vier Grad, draußen -2, was mich dazu verleitet, mich nochmal umzudrehen. Doch auch eine halbe Stunde später wird es nicht besser. Da hilft nur Aufstehen, in Bewegung kommen und ein warmes Frühstück.
Als ich schließlich aufbreche, fahren gerade zwei Autos vor. Ob die wohl etwas dagegen hatten, dass ich übernachtet habe? Das werde ich wohl nicht erfahren, ich bin nämlich schon über alle Berge – also eigentlich nicht, denn es geht weiter am Kanal entlang.
Es gibt bis auf eine kurze Zeit am Nachmittag heute vor allem Nebel, Nebel und Nebel. Dennoch bleibt es trocken – außer meine Schuhe, mit denen ich eigentlich nur durch nasses Gras gegangen bin. Ich frage mich, ob die Gore-Tex-Membran in meinen Schuhen irgendwie falsch herum funktioniert …
Am Kanal treffe ich noch zwei Radreisende aus Deutschland, die auf dem Weg nach Süden sind. Ein kurzer Schnack, dann geht es weiter.
Am Nachmittag folgt noch eine Cappuccino-Pause zum Aufladen der Elektrogeräte.
Dann geht es an die letzten Kilometer. Ich steuere Ponte a Poppi an, wo ich noch einen kurzen Einkauf erledige und dann bei einem Kloster nachfrage, ob ich hier mein Zelt aufbauen könnte. Von den Brüdern ist leider niemand da, aber in der Kirche höre ich Geräusche. Ich klopfe an, und es öffnen zwei Frauen. Zunächst scheint es nicht möglich zu sein, hiet zu übernachten; vielleicht haben sie mich aber auch nicht ganz verstanden. Dann kommt allerdings noch ein Mann vorbei, der ein bisschen Englisch spricht. Nachdem ich erklärt habe, dass ich nur eine Nacht bleibe, mit dem Fahrrad unterwegs bin, mein Zelt nicht groß ist, ich auch nicht frieren werde und aus Deutschland komme, ist das Zelten hinter der Kirche kein Problem.
Die Frage nach meiner Herkunft kam übrigens direkt nach der Kältewarnung. Mit der Antwort Deutschland ging dann ein Lachen einher und scheinbar ein deutlicher Glaubwürdigkeitsgewinn, dass ich wirklich nicht frieren werde.
Für mich war das Gespräch nochmal eine Erkenntnis, dass viele Leute gar nicht genau verstehen, was man möchte. Dass man als Radreisender weder ein tolles Zimmer noch irgendwelchen Komfort braucht, noch mehrere Nächte verweilen möchte (also im klassischen Sinne campen – es fehlt hier wirklich ein passendes Wort in allen Sprachen). Gerade in westlichen Ländern scheint dies nicht immer ganz klar zu sein, was zunächst zu einem Nein führt, wenn man nach einem Zeltplatz fragt. Vermutlich muss man immer ausführlicher erklären, was man macht und braucht.Leggi altro











Viaggiatore
Warum machst Du das denn so schnell? Lass Dir doch etwas mehr Zeit :-D