Panoramaplatz
August 23 in Georgia ⋅ ☀️ 13 °C
Wer in Erdkunde aufgepasst hat, weiß vielleicht: Der vermeintlich höchste Berg Europas liegt gar nicht in den Alpen, sondern im Kaukasus. Der Elbrus ist mit 5.642 Metern deutlich höher als der Mont Blanc und liegt – zumindest nach der gängigen geografischen Grenzziehung – auf der europäischen Seite des Kaukasus. Ganz einig ist man sich bei der Grenze zwischen Europa und Asien allerdings nicht. Aber egal wie man es dreht: Der Elbrus ist der höchste Berg des Kaukasus. Und den wollten wir unbedingt sehen.
Das Problem: Zwischen uns und dem Elbrus liegen noch ein paar ziemlich stattliche Viertausender. Nach einiger Recherche hatte Anja schließlich einen Touranbieter gefunden, der für rund 200 Euro Sonnenauf- und Sonnenuntergangstouren zur Kirche des Erzengels Gabriel auf etwa 2.500 Metern Höhe anbietet. Von dort soll man einen spektakulären Blick auf Elbrus, Ushba und Tetnuldi haben.
Also hat Anja den Standort der Kirche und eine mögliche Route dorthin herausgefunden. Und unsere Logik war ziemlich einfach: Was die Georgier mit ihren Mitsubishi Delicas schaffen, schaffen wir mit unserem Bulli auch - so zumindest die Theorie.
Die ersten Kilometer waren zwar schon offroad, aber noch nicht wirklich dramatisch. Je weiter es nach oben ging, desto mehr änderte sich das allerdings. Zu Geröll, tief ausgefahrenen Spurrillen, Matschlöchern und engen Kurven kamen irgendwann Steigungen dazu, die zu Fuß kaum machbar sind.
An einer besonders steilen Stelle brauchten wir drei Anläufe und Anja musste aussteigen, damit der Bulli ein paar Kilo weniger den Berg hochschleppen musste. Aber: Wir haben es geschafft.
Oben angekommen stand bereits die Gruppe der Sunset-Tour an der Kirche – und die Blicke waren ziemlich eindeutig. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, dass plötzlich zwei Deutsche mit so einem Bulli dort oben auftauchen. Und so wurden wir mal wieder selbst zum Fotomotiv für die anderen Touristen.
Der Sonnenuntergang war dann einfach nur grandios. Nach und nach verschwanden die Tourfahrzeuge wieder im Tal und irgendwann hatten wir diesen unglaublichen Ort komplett für uns allein. Um uns herum die Berge des Kaukasus, über uns eine klare Sternennacht und ein so heller Mond, dass die ganze Landschaft fast unwirklich aussah.
Aber der nächste Morgen hat das Ganze tatsächlich noch einmal getoppt.
Wir hatten uns extra einen Wecker gestellt, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Als wir aus dem Bulli gekrochen kamen, war die Sunrise-Tour allerdings schon da – und unser Auto wurde bereits wieder fleißig fotografiert.
Und dann dieser Sonnenaufgang: Völlig klare Sicht, ein 360-Grad-Panorama über den Kaukasus und die schneebedeckten Gipfel ringsherum. Es war einfach irre und einer dieser Momente, bei denen man gar nicht so richtig weiß, wohin man zuerst schauen soll.
Als die Touristen wieder verschwunden waren, kamen zwei Einheimische zur Kirche. Im Gepäck hatten sie einen riesigen Haufen frisch gebackenes Brot und irgendwann winkten sie uns zu sich.
Und so saßen wir morgens um acht an einer kleinen Kirche auf 2.500 Metern Höhe im Kaukasus, aßen frisches Brot und tranken Chacha aus abgesägten Plastikflaschen. Dazu bekamen wir eine ausführliche Predigt über diesen heiligen Ort, über Liebe, Familie und Frieden. Was für ein Frühschoppen.
Und was für ein Ort. Hier sagen die Bilder tatsächlich mehr als tausend Worte.Read more


























TravelerAbsolut unbeschreiblich schön 🙏🙏🙏
Travelerunfassbar schön und ergreifend sieht das alles aus❤️🫶🥰
TravelerSehr, sehr schön 🤩
Traveler
Mega 👍