Nikosia
January 24 in Cyprus ⋅ ☁️ 12 °C
Nach dem Frühstück sind wir nach Nikosia gefahren. Vom Hotel aus sind es knapp eine Stunde Fahrt, überwiegend über die Autobahn, sehr unkompliziert. Die Ankunft selbst war allerdings eher nüchtern: kein Regen, aber graues, trübes Wetter, das der Stadt – besonders der Altstadt – eine insgesamt schwere, wenig lebendige Atmosphäre verlieh.
Historisch ist Nikosia eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte im östlichen Mittelmeerraum. Ihre Ursprünge reichen bis in die Bronzezeit zurück, später war sie Teil des assyrischen, persischen, hellenistischen und römischen Einflussbereichs. Ihre größte Bedeutung erlangte die Stadt im Mittelalter, als sie unter den Lusignans Hauptstadt des Königreichs Zypern wurde. Aus dieser Zeit stammt auch der Grundriss der Altstadt. Unter venezianischer Herrschaft im 16. Jahrhundert erhielt Nikosia ihre bis heute prägende sternförmige Befestigungsanlage mit massiven Mauern und Toren – ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel militärischer Stadtplanung der Renaissance.
Heute ist Nikosia mit rund 200.000 Einwohnern im Stadtgebiet und deutlich über 300.000 in der Metropolregion das politische, administrative und wirtschaftliche Zentrum der Republik Zypern. Während Küstenstädte wie Limassol oder Paphos stark vom Tourismus geprägt sind, hat Nikosia einen ganz anderen Charakter: funktionaler, geschäftiger und weniger auf Besucher ausgerichtet.
Wirtschaftlich ist die Stadt das Herz Zyperns. Hier sitzen Regierung, Ministerien, Zentralbank, Universitäten sowie ein Großteil der zypriotischen Banken, Anwaltskanzleien und Beratungsunternehmen. Nikosia spielt eine zentrale Rolle im Finanz- und Dienstleistungssektor des Landes, insbesondere in den Bereichen Recht, Unternehmensdienstleistungen, Bildung und Verwaltung. Entsprechend wirkt die Stadt tagsüber eher wie ein Verwaltungs- und Arbeitszentrum als wie eine klassische touristische Destination.
Wir schlenderten eine gute Stunde durch die Stadt, vor allem durch die Altstadtbereiche. Trotz einzelner schöner Ecken und historischer Bausubstanz wirkte vieles an diesem Tag etwas leblos. Das Zusammenspiel aus Wetter, Architektur und wenig Straßenleben ließ wenig Aufenthaltsqualität aufkommen. Schließlich machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto. Wir wollten wohin auf der Insel mit besserem Wetter.Read more




















TravelerNikosia hat ein wirklich großartiges archäologisches Museum, dessen Besuch sich sehr lohnt.