Auf dem Zürisee
February 14 in Switzerland ⋅ ☁️ 6 °C
Jetzt wollten wir also doch noch aufs Wasser – und es ging tatsächlich schneller als gedacht. Mit unserem Tagesticket konnten wir ganz unkompliziert eines der Kursschiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft nehmen. Vom Bürkliplatz aus starteten wir Richtung Zürichhorn. Schon beim Ablegen wehte die Schweizer Fahne am Heck im kalten Wind, während sich die Stadt langsam vom Boot entfernte.
Der Zürichsee selbst wirkt auf den ersten Blick ruhig und fast unspektakulär – aber gerade diese Weite macht ihn so besonders. Rund 40 Kilometer lang zieht er sich vom Zürcher Oberland bis in die Stadt hinein, entstanden aus einem Gletscherbecken der letzten Eiszeit. An grauen Tagen wie diesem verschwimmen Himmel, Wasser und die Hügel fast ineinander. Trotzdem hatte die Fahrt etwas Beruhigendes: Möwen auf dem Wasser, vereinzelte Segelboote, dahinter die dicht bebauten Hänge von Küsnacht und Zollikon.
Unser Schiff – die „Uetliberg“ – glitt gleichmäßig durch das Wasser. Die modernen Kursschiffe sind erstaunlich komfortabel, mit großen Panoramafenstern und offenen Decks. Gerade im Winter ist es angenehm, zwischendurch hineinzugehen und sich aufzuwärmen. Der Blick zurück Richtung Stadt zeigte die beiden Türme des Grossmünsters, die Silhouette der Altstadt und die Quaibrücke – Zürich präsentiert sich vom See aus fast schon mediterran, wenn auch mit deutlich kühleren Temperaturen.
Am Zürichhorn angekommen, sind wir ausgestiegen. Dieser östliche Teil des Sees gehört zu den ruhigeren Ecken der Stadt. Weite Grünflächen, alte Bäume und viel Platz direkt am Wasser. Gleich ins Auge fällt das auffällige, schwarze Stahlkunstwerk von Jean Tinguely – eine seiner typischen, komplex verschachtelten Maschinen-Skulpturen, die eigentlich Bewegung suggerieren, selbst wenn sie stillstehen. Ganz in der Nähe steht der Chinagarten Zürich mit seinem traditionellen Tor und den goldenen Dächern – ein Geschenk der Partnerstadt Kunming und einer der schönsten chinesischen Gärten außerhalb Chinas.
Direkt am Wasser liegt auch das Restaurant „Fischerstube“ im Stil eines Pfahlbaus – mit seinem markanten, großen Schilfdach wirkt es fast wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Ruderboote zogen ihre Bahnen vorbei, trotz des Wetters waren einige Sportler unterwegs.
Von dort sind wir gemütlich am Seeufer zurückgelaufen. Der Uferweg ist perfekt ausgebaut, immer wieder mit kleinen Stegen, Blickachsen auf die Stadt und die gegenüberliegenden Hänge. Auf der rechten Seite Villen mit direktem Seezugang, auf der linken das ruhige Wasser. Je näher man wieder Richtung Bellevue kommt, desto urbaner wird es – mehr Spaziergänger, Cafés und die Tram, die parallel zum See fährt.
Am Bellevue angekommen, sind wir dann wieder in die 2er-Tram gestiegen. Einige Stationen später waren wir zurück in unserer Wohnung – mit dem Gefühl, trotz grauem Himmel einen perfekten Zürcher Nachmittag erwischt zu haben: ein bisschen Stadt, ein bisschen See, ein bisschen Weite.Read more




















