• Kle

    February 14 in Switzerland ⋅ 🌧 5 °C

    Nach ein paar Stunden Olympia-Schauen – leider ohne neue Medaillen – ging es am frühen Abend wieder mit der 2er Richtung Stadt, aber nur ein paar Stationen. Das Wetter hatte leider nicht wirklich aufgeklart, und die letzten Meter zum KLE mussten wir dann mit Regenschirmen zurücklegen. Leichter Regen, nasse Straßen, diese typische Zürcher Abendstimmung im Winter.

    Im ersten Stock hatten wir den Chef’s Table – sehr gemütlich, fast schon wohnzimmerartig. Der Raum ist ruhig, warm, minimalistisch, mit viel Holz und sanften Farben, genau die Art von Atmosphäre, die sofort entschleunigt. Silvia hat uns den ganzen Abend über wunderbar begleitet: aufmerksam, herzlich, sehr entspannt, mit genau dem richtigen Maß an Erklärung und Zurückhaltung.

    Wir haben uns für das 6-Gänge-Überraschungsmenü entschieden. Immer wieder erstaunlich, was Zizi Hattab mit ihrer veganen Küche auf den Teller bringt. Die Gerichte sind präzise, klar aufgebaut und gleichzeitig verspielt – viel Textur, überraschende Säure, feine Röstaromen, oft kombiniert mit Kräutern, Nüssen oder fermentierten Komponenten. Nichts wirkt dogmatisch oder „ersetzend“, sondern einfach eigenständig und durchdacht. Man vermisst zu keinem Zeitpunkt Fleisch, Fisch oder Milchprodukte – im Gegenteil, man denkt gar nicht darüber nach.

    Schade nur, dass Zizi an diesem Abend selbst nicht da war. Ihre Handschrift ist trotzdem in jedem Gang spürbar: diese Mischung aus Schweizer Produktfokus, internationaler Technik und großer Lust am Experimentieren. Kein Wunder, dass KLE zu den spannendsten veganen Restaurants der Stadt zählt und auch weit über Zürich hinaus einen Namen hat.

    Zum Absacker sind wir danach gleich um die Ecke noch in ihre Weinbar Cor gegangen. Sehr entspannte Atmosphäre, gute Musik, ein sorgfältig kuratierter Weinfokus mit viel Naturwein, aber ohne belehrend zu sein. Der perfekte Abschluss für einen langen, genussvollen Abend – ein paar Gläser haben wir uns noch gegönnt!
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