• Kunsthaus Zürich

    February 15 in Switzerland ⋅ ☁️ 2 °C

    Nach dem genialen Frühstück bei Sprüngli am Paradeplatz mussten wir uns erst einmal bewegen – wir hatten natürlich wieder viel zu viel gegessen. Die gut 20 Minuten Richtung Heimplatz waren perfekt. Ein entspannter Spaziergang durch Zürich, frische Luft, ein bisschen Verdauung – und dann steht man vor dem Kunsthaus.

    Das Gebäude selbst ist beeindruckend. Der historische Bau wirkt klassisch und fast ehrwürdig, der neue Erweiterungsbau dagegen klar, reduziert und modern. Viel Stein, viel Licht, großzügige Räume. Innen wirkt alles ruhig und konzentriert – fast sakral. Kunst bekommt hier wirklich Raum.

    Schon im Eingangsbereich haben uns die großen Installationen begeistert. Monumentale Figuren mit schillernden, fast metallisch glänzenden Gewändern, riesige farbige Wandarbeiten – sehr stark inszeniert und ein spannender Kontrast zur klaren Architektur. Man bleibt automatisch stehen und schaut.

    Die Ausstellung der Sammlung Merzbacher ist dann das eigentliche Highlight. Eine unglaubliche Dichte an Klassischer Moderne – und man merkt sofort: Das ist mit Leidenschaft gesammelt worden.

    Besonders beeindruckt haben uns die Werke von Van Gogh. Das Weizenfeld mit der dunklen Zypresse – diese vibrierenden Pinselstriche, der bewegte Himmel, das leuchtende Gelb. Alles wirkt lebendig und voller Energie. Und dann das Portrait des alten Bauern – dieser Blick, die Hände, das intensive Gelb im Hintergrund. Man steht davor und wird ganz ruhig.

    Monets Küstenlandschaft bringt dagegen Leichtigkeit. Man spürt das Meer, das Licht, die Luft. Ganz anders wiederum Vlaminck – kräftige, fast aggressive Farben, expressive Linien, pure Dynamik im Feld. Und Chagalls Blumenstrauß in diesem tiefen Blau – traumhaft, poetisch, fast schwebend.

    Zum Schluss noch die abstrakte Energie eines Pollock – schwarz auf weiß, scheinbares Chaos, das doch Struktur hat. Man versucht Muster zu erkennen und merkt schnell: Es geht mehr um Bewegung als um Motiv.

    Die Mischung aus Klassischer Moderne und zeitgenössischen Installationen funktioniert hier wirklich hervorragend. Kein Bruch, sondern ein Dialog über Epochen hinweg.

    Fazit: Nach dem üppigen Frühstück war das genau der richtige kulturelle Vormittag. Das Kunsthaus Zürich ist nicht nur ein Museum, sondern ein Erlebnis. Architektur, Atmosphäre und eine Sammlung, die wirklich begeistert. Ein richtig starker Programmpunkt in Zürich.
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