Moki Dugway
April 17 in the United States ⋅ ☀️ 10 °C
Wir sind dann weiter über das Colorado Plateau Richtung Süden gefahren. Die Landschaft hat sich dabei kaum verändert – endlose Weite, rote und braune Töne, kaum Vegetation. Was aber immer wieder überrascht hat: wir waren immer noch auf fast 2000 Meter Höhe unterwegs. Entsprechend frisch war es, obwohl es optisch längst nach heißer Wüste aussah.
Irgendwann sind wir dann zum Muley Point abgebogen. Die letzten Kilometer dorthin gingen über eine Schotterstraße, die schon ordentlich zur Kante hin abfällt. Und dann steht man plötzlich oben – und vor einem geht es einfach hunderte Meter senkrecht nach unten. Die Abbruchkante hier liegt tatsächlich rund 300 bis 400 Meter über dem Talboden, und man schaut direkt auf eine riesige Canyonlandschaft mit dem San Juan River, der sich tief unten durch die Landschaft zieht.
Noch beeindruckender wurde es dann kurz danach: wir mussten nämlich wieder runter von diesem Plateau. Und das passiert über den berühmten Moki Dugway – eine in den Fels geschnittene Schotterstraße mit engen Serpentinen. Die Straße wurde Anfang der 1950er Jahre gebaut, genauer gesagt zwischen 1958 und 1959, und zwar ursprünglich gar nicht für Touristen, sondern für den Transport von Uranerz. In dieser Region gab es damals einen richtigen Uran-Boom, und das Erz wurde von den Minen oben auf dem Plateau hinunter ins Tal transportiert.
Der Dugway war dabei die direkte Verbindung von oben nach unten – ohne ihn hätte man riesige Umwege fahren müssen. Gebaut wurde die Straße relativ simpel direkt in den Fels, ohne Asphalt, dafür mit engen Kurven und steilen Abschnitten von bis zu etwa 10 %. Heute gehört sie offiziell zum Highway-System von Utah, ist aber immer noch unbefestigt und wirkt entsprechend abenteuerlich.
Da geht es auf wenigen Kilometern mehrere hundert Höhenmeter nach unten. Oben steht man noch im Wind auf dem Plateau, unten ist man plötzlich mitten in der Wüste.
Unten angekommen hat sich die Landschaft nochmal verändert – weiter, flacher, noch trockener. Von dort sind wir dann weiter zum Goosenecks State Park gefahren. Und das war wirklich eines der spektakulärsten Dinge bisher.
Der San Juan River hat sich hier über Millionen Jahre extrem tief in den Sandstein eingeschnitten und dabei mehrere enge Schleifen gebildet – sogenannte Incised Meanders. Von oben sieht das aus wie eine perfekte Doppel- oder sogar Dreifachschleife. Die Tiefe dieser Einschnitte liegt bei rund 300 Metern, und man steht direkt an der Kante und schaut senkrecht runter.
Im Hintergrund konnte man dann schon die ersten Tafelberge und Formationen vom Monument Valley erkennen – ein ziemlich cooler Moment, weil man merkt, dass man jetzt wirklich in diese ikonische Landschaft reinfährt.
Am Abend sind wir dann dort angekommen und haben in der Nähe übernachtet – mit Vorfreude auf den nächsten Tag und die berühmten Felsformationen.Read more


























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