• Big Basin Redwoods State Park

    April 24 in the United States ⋅ ☀️ 15 °C

    Nach Monterey haben wir uns auf den Weg Richtung San Francisco gemacht. Kurz nach Santa Cruz sind wir in die Hügel abgetaucht und bald waren wir in tiefsten, dunkelgrünen Wald vergraben. Der Big Basin Redwoods State Park war unser Ziel, wir waren dort auch vor 29 Jahren und waren damals schon völlig beeindruckt von diesen riesigen Bäumen.

    Dieses Mal war es anders. Schon nach kurzer Zeit wurde der Wald lichter, viele Stämme waren schwarz verbrannt, ganze Hänge wirkten wie abgestorben. Das liegt am großen CZU Lightning Complex Fire im Jahr 2020. Damals haben mehrere durch Blitze ausgelöste Brände über Wochen hinweg rund 350 Quadratkilometer Wald zerstört, Big Basin war einer der am stärksten betroffenen Parks. Ein Großteil der Infrastruktur ist komplett abgebrannt, und selbst heute sieht man die Spuren noch überall.

    Was aber wirklich beeindruckend ist: Die Redwoods sind nicht einfach tot. Viele der riesigen Stämme sind außen komplett verkohlt, aber sie leben weiter. Die Küstenmammutbäume haben eine extrem dicke, faserige Rinde, die sie wie eine Isolierung vor Feuer schützt. Zusätzlich können sie aus ihrem Stamm und sogar aus den Wurzeln wieder austreiben. Genau das sieht man hier überall – direkt am schwarzen Stamm wächst frisches, sattgrünes Laub nach, fast wie bei einer Zypresse, nur viel dichter am Holz. Manche Bäume wirken dadurch komplett surreal, halb verbrannt, halb neu geboren.

    Der Wald wirkt dadurch gleichzeitig zerstört und lebendig. Zwischen den schwarzen Gerippen stehen wieder junge Triebe, Büsche und Gras kommen zurück, und auch Tiere sind wieder da. Auf der Fahrt haben wir Hirsche, Rehe und sogar Truthähne gesehen, die sich durch das neue Unterholz bewegen.

    Nach dieser doch sehr besonderen und teilweise fast bedrückenden, aber gleichzeitig faszinierenden Fahrt kamen wir wieder auf eine größere Straße. Und die hatte einen ganz anderen Charakter: gefühlt die Rennstrecke der lokalen Halbstarken. BMW M3, aufheulende Motoren, und dazu jede Menge Motorradfahrer, die die Kurven eher als persönliche Herausforderung sehen. Ein ziemlicher Kontrast zu der ruhigen, fast ehrfürchtigen Stimmung im Wald davor.
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