Von Venedig bin ich weitergefahren Richtung Slowenien. Kurz vor der Grenze habe ich einen Stopp eingelegt. Das Städtchen heißt auf Deutsch Görz, auf Italienisch Gorizia. Ich bin reingefahren und habe mir einen schönen Espresso am Marktplatz gegönnt.
Danach habe ich kurz die Kirche besucht. Es ist die Chiesa di Sant'Ignazio an der Piazza della Vittoria. Die Jesuiten haben sie zwischen 1654 und 1767 gebaut. Auffällig sind die zwei Türme mit den Zwiebelhauben, das sieht man sonst eher in Mitteleuropa als in Italien. Innen ist viel Marmor und ein barocker Hochaltar zu sehen.
Dann habe ich die Drohne fliegen lassen für eine Übersicht über die Stadt. Man sieht gut die Burg auf dem Hügel, das Castello di Gorizia. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und war der Sitz der Grafen von Görz. Im Jahr 1500 starb der letzte Graf ohne Erben. Danach ging die Burg an die Habsburger über und blieb bis 1918 österreichisch.
Ein wirklich nettes Städtchen für eine Pause. Ruhig, aber mit viel Geschichte.
Görz hat eine bewegte Vergangenheit. Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte die Stadt zu Österreich-Ungarn. Nach dem Krieg fiel sie an Italien und wurde zu Gorizia. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt geteilt. Der östliche Teil ging an Jugoslawien, heute Slowenien. Dort entstand ab 1948 eine komplett neue Stadt auf dem Reißbrett, daher der Name Nova Gorica, auf Deutsch Neu Görz. Mitten durch die Stadt verlief jahrzehntelang eine richtige Grenzmauer. Erst 2004, mit dem EU-Beitritt Sloweniens, wurde sie abgerissen. Heute erinnert nur noch eine Markierung am Boden auf dem früheren Grenzplatz an die alte Teilung. 2025 waren Görz und Nova Gorica gemeinsam Europäische Kulturhauptstadt, die erste länderübergreifende in der Geschichte.Read more