Hiša Franko
June 19 in Slovenia ⋅ ☀️ 28 °C
Pünktlich angekommen. Auf der Terrasse mit Wiese und Bergblick hab ich erstmal ganz entspannt einen Aperitif genossen. Im Hiša Franko. Die hausgemachte Cola war der Hammer.
Seit der Chef's Table Folge über die Chefin Ana auf Netflix stand das Restaurant irgendwie auf meiner Liste. Auch wenn ich sowas eigentlich gar nicht habe, so eine Liste.
Das Menü heißt Euphorest, ein Wortspiel aus Euphorie und Wald. Entworfen hat es Ana Roš zusammen mit Yvonne Meler Simon. Im Menüheft schreibt Ana dazu, sobald sie den Wald betrete verändere sich etwas in ihr. Der Druck falle ab, der Atem werde tiefer, die Sinne kommen zum Leben. Genau dort würden ihre Ideen entstehen.
Los ging's mit Garden Leaves, Blättern direkt aus dem Garten. Danach Sellerie mit Kürbiskernen und Kohlrabi mit Meerrettich und Wildkräutern. Dann zwei Klassiker des Hauses, Corn Beignet und Potato and Hay, eine Kartoffel im Heu gebacken. Weiter ging's mit Spring Harvest, dann Spring Butterflies, Tagliolini mit Steinfrüchten und ein Orzotto mit Früchten und Pflanzen. Als Hauptgänge gab's Forelle, charmant Trout the Queen genannt, und Reh. Zum Ausklang kamen Braune Bohnen mit Cola und Bienenwachs mit Mohn, dann Spring Fruit und zum Schluss ein Spicy Bite.
Zu trinken hab ich's einfach bei Wasser belassen. Bei dem Essen hat's das auch gar nicht gebraucht.
Das Essen war einfach nur genial. Ich weiß nicht wann ich zuletzt so gut und gleichzeitig so unkompliziert gegessen habe. Ich würde es sogar vor meinem geliebten Essigbrätlein einordnen. Beide verfolgen ja ein ähnliches Konzept.
Das Hiša Franko liegt direkt bei Kobarid im Soča Tal nahe der italienischen Grenze. Das Gebäude geht auf eine alte Gaststätte aus dem Jahr 1861 zurück. Der Legende nach wurde hier sogar Ernest Hemingway behandelt als das Haus im Ersten Weltkrieg ein Lazarett war.
Die Chefin Ana Roš war früher Skirennfahrerin im jugoslawischen Nationalteam. Eigentlich wollte sie Diplomatin werden und hat dafür in Triest studiert. Dann hat sie sich in Valter Kramar verliebt. Seine Eltern führten damals das Gasthaus Hiša Franko. Als der Koch ging hat sie 2003 kurzerhand selbst die Küche übernommen. Eine Kochausbildung hatte sie nie. Gelernt hat sie alles von ihrer Mutter und Großmutter und einfach durch Machen. Ihr Mann Valter kümmert sich bis heute um den Weinkeller.
Heute beschäftigt das Restaurant 35 Leute aus 15 Nationen. Es gibt 15 Tische für 45 Gedecke. Geöffnet ist nur von Mittwoch bis Sonntag.
Seit 2017 steht Hiša Franko auf der Liste der World's 50 Best Restaurants. Im selben Jahr wurde Ana Roš zur besten Köchin der Welt gekürt. 2020 gab's beim allerersten Guide Michelin für Slowenien gleich zwei Sterne. Im September 2023 kam der dritte Stern dazu, als erstes Restaurant überhaupt in Slowenien. Am Eingang hab ich gesehen, die drei Sterne gelten auch für 2026 noch.Read more

























