• Abendessen über dem Atlantik

    August 7 in Spain ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach unserem Strand ging es weiter Richtung San Sebastián. Unser Hotel lag noch vor der Stadt oben auf dem Monte Igueldo, ziemlich genau auf der Bergkette über dem Meer. Eigentlich ein genialer Platz: weit weg vom Trubel der Stadt und mit fantastischem Blick auf den Atlantik und die Küste. Nur aus unserem Zimmer bzw. dem Hotelgarten war von dieser Aussicht leider nicht ganz so viel zu sehen wie erhofft. Aber egal – der eigentliche Höhepunkt des Abends wartete sowieso nur rund zwei Kilometer weiter.

    Und der hieß Akelarre⁠.

    Das Restaurant liegt spektakulär am Hang des Monte Igueldo, hoch über dem Golf von Biskaya. Große Fensterfronten, davor praktisch nur Meer – und wir hatten mit dem Wetter richtig Glück. Während des Essens ging langsam die Sonne über dem Atlantik unter. Viel besser kann man ein Restaurant eigentlich nicht platzieren.

    Akelarre ist das Restaurant von Pedro Subijana, einem der großen Namen der spanischen Küche und einem der Wegbereiter der sogenannten Nueva Cocina Vasca, der neuen baskischen Küche. Subijana übernahm bereits 1975 die Küche. Der erste Michelin-Stern kam 1978, der zweite 1982 und seit 2007 trägt Akelarre drei Sterne.

    Damit gehört Akelarre seit Jahrzehnten zu den kulinarischen Institutionen des Baskenlands – und das will in San Sebastián etwas heißen. Kaum eine Region Europas hat eine derartige Dichte an Spitzenrestaurants.

    Unser Menü – einmal quer durch die baskische Küche

    Schon der Auftakt machte klar, wo die Reise hingeht. Kleine Snacks wie Duck MicroFoie mit Salz- und Pfefferflocken, Brot in drei Varianten, Consommé-Gelée mit Curry-Lumagorri-Huhn, Kabeljau mit violetten Kartoffeln und Kaviar, kleine Spider Crab und Idiazabal-Käse mit Anchovis.

    Danach wurde es noch besser: Hummer mit Venere-Reis und Salpicón-Sorbet, eine hauchdünne Gemüseschale, gefolgt von Leinen-gefangenem roten Thunfisch mit Rogen und Santolina-Oliva-Pil-Pil.

    Sehr spannend war die Neuinterpretation der französischen Tête de Veau mit Gribiche und Senfsprossen. Danach kam ein Gericht, das schon optisch großartig war: Squid „Handkerchief“, hauchdünn geschnittener Tintenfisch mit traditionellen baskischen Zutaten.

    Weiter ging es mit gegrillter Dorade und Meeresschnecken, anschließend weißer Entenbrust mit Zitrusfrüchten und Mini-Gemüse. Alles technisch unglaublich präzise, teilweise verspielt, aber nie nur Show. Man merkt bei vielen Gerichten, dass Subijana moderne Techniken benutzt, ohne die baskische Herkunft zu verstecken.

    Zum Abschluss wurde es süß: eine kalte Milch mit Zimt und Zitrone, Honig und Kräuter-Granita, angelehnt an die spanische Leche Merengada. Danach die angeblich „dünnste Apfeltarte der Welt“ mit Apfel-Gel, Cidre-Karamell und osmotisiertem Apfel.

    Dazu hatten wir einen richtig schönen Wein – und spätestens als draußen die Sonne immer tiefer über dem Atlantik stand, war der Abend perfekt.
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