Bayonne
Yesterday in France ⋅ ☀️ 25 °C
Nach San Sebastián ging es für uns weiter Richtung Frankreich. Unser erster richtiger Stopp: Bayonne, nur rund 30 Kilometer hinter der spanischen Grenze.
Allerdings führte uns der erste Weg noch nicht in die historische Altstadt, sondern erst einmal zum Shoppen in ein riesiges Einkaufszentrum. Und tatsächlich gab es dort auch gleich einen kleinen persönlichen Erfolg zu feiern: eine Starbucks-Tasse aus Bayonne! Juhu – Sammlung wieder um ein Stück erweitert. 😄
Danach ging es weiter in die Innenstadt. Wir hatten Bayonne eigentlich eher als kurzen Zwischenstopp eingeplant und waren überrascht, wie voll es an einem Samstag im August war. Die Altstadt war aber auch deutlich schöner, als wir erwartet hatten.
Bayonne hat rund 50.000 Einwohner und liegt am Zusammenfluss von Adour und Nive, nur wenige Kilometer vom Atlantik entfernt. Gemeinsam mit Biarritz und Anglet bildet die Stadt einen Ballungsraum mit weit über 100.000 Einwohnern und ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren des französischen Baskenlands.
Besonders schön ist die historische Altstadt mit ihren schmalen Straßen und den typisch baskischen Häusern mit bunten Fensterläden. Mittelpunkt ist die mächtige Cathédrale Sainte-Marie de Bayonne, deren zwei rund 85 Meter hohen Türme schon von weitem zu sehen sind. Die gotische Kathedrale entstand überwiegend zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert und gehört zusammen mit ihrem Kreuzgang zum UNESCO-Welterbe der französischen Jakobswege nach Santiago de Compostela.
Wir sind einmal rund um die Kathedrale und durch die engen Straßen der Altstadt gefahren und gelaufen. Dabei merkt man schnell, dass Bayonne viel mehr als nur eine Durchgangsstation auf dem Weg von Spanien nach Frankreich ist.
Die Lage an Adour und Nive machte Bayonne schon früh zu einer bedeutenden Handels- und Hafenstadt. Gleichzeitig ist die Stadt bis heute stark von ihrer baskischen Identität geprägt. Baskische Kultur und französische Einflüsse vermischen sich hier ziemlich selbstverständlich – und neben Französisch begegnet einem immer wieder auch die baskische Sprache.
Kulinarisch hat Bayonne ebenfalls einen Namen: Berühmt ist vor allem der Jambon de Bayonne, der luftgetrocknete Bayonner Schinken. Außerdem gilt die Stadt als eine der historischen französischen Hochburgen der Schokolade. Jüdische Flüchtlinge von der Iberischen Halbinsel brachten im 17. Jahrhundert ihr Wissen über die Schokoladenherstellung mit nach Bayonne, und noch heute gibt es zahlreiche traditionelle Chocolatiers.
Touristisch steht Bayonne ein wenig im Schatten des mondänen Nachbarn Biarritz – und genau das macht die Stadt interessant. Statt Strand und großen Hotels gibt es hier mehr Altstadt, Geschichte, kleine Geschäfte, Cafés und baskisches Alltagsleben. Richtig voll wird es allerdings jedes Jahr bei den berühmten Fêtes de Bayonne, wenn mehrere Tage lang Hunderttausende Besucher in Weiß und Rot durch die Straßen feiern.Read more
















Traveler
Ich liebe Kreuzgänge. 😊