• La Table de Pavie, Saint-Émilion, Frankreich

    Yesterday in France ⋅ ⛅ 34 °C

    La Table de Pavie
    5 Place du Clocher, 33330 Saint-Émilion, Frankreich
    2 Michelin-Sterne
    Küchenchef: Yannick Alléno

    Direkt im Hôtel de Pavie und damit für uns praktischerweise nur ein paar Schritte vom Zimmer entfernt liegt La Table de Pavie. Vor dem Essen erst noch ein Glas Wein auf der Terrasse mit Blick über Saint-Émilion – bei einem immer noch richtig warmen Sommerabend.

    Der Speisesaal selbst ist sehr elegant: klassisch, aber modern interpretiert, schick, ruhig und mit vielleicht 15 Tischen angenehm klein. Der Service entsprechend aufmerksam, aber nicht unangenehm steif.

    Beim Essen hatten wir uns glücklicherweise für das kleinere Menü entschieden. Und das war geschmacklich wirklich außergewöhnlich gut. Yannick Alléno ist bekannt für seine intensive Arbeit mit Saucen und Extraktionen, und genau das hat man gemerkt. Nicht nur hübsche Teller, sondern kräftige Aromen und immer wieder das Spiel zwischen Säure, Süße, Schärfe und Umami.

    Gerade die Gemüsegerichte waren richtig stark. Sehr grün, sehr frisch, teilweise fast wie kleine Gärten auf dem Teller: Kräuter, Blätter, Blüten, Erbsen und Bohnen, einmal in einem wunderbar klaren Sud, dann wieder mit intensiven grünen Saucen und knusprigen Elementen. Optisch aufwendig, aber diesmal eben auch geschmacklich überzeugend.

    Auch die kräftigeren Gerichte funktionierten hervorragend. Pilze, Gemüse und eine dunkle, intensive Sauce – richtig viel Geschmack. Und dann tatsächlich das Hauptgericht: überraschenderweise wieder einer der Höhepunkte. Bei langen Menüs sind die Hauptgerichte ja manchmal fast die langweiligsten Gänge. Hier definitiv nicht.

    Nach ungefähr vier Gängen waren wir eigentlich schon ziemlich zufrieden. Dann kam die Käseauswahl. Und danach wurde es fast absurd: noch vier Desserts. Eines besser als das andere. Frucht, Säure, Süße und immer wieder unterschiedliche Temperaturen und Texturen. Spätestens jetzt war klar, dass die Entscheidung für das „kleine“ Menü goldrichtig gewesen war.

    Insgesamt eines dieser Zwei-Sterne-Essen, bei denen die Technik zwar überall sichtbar ist, der Geschmack aber trotzdem im Mittelpunkt bleibt. Aufwendig, wunderschön angerichtet, aber vor allem richtig lecker. Für uns deutlich wichtiger als ein Teller, der nur wie ein Kunstwerk aussieht.

    Zum Abschluss noch einmal raus auf die Terrasse. Inzwischen zog ein Gewitter über Saint-Émilion, die Luft kühlte langsam ab und wir hatten noch einen Absacker mit Blick über den Ort. Danach einfach ein paar Schritte durchs Hotel und hoch aufs Zimmer. Ein ziemlich perfekter Abend.
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