• Omaha Beach

    August 12 in France ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute Morgen ging es zum Omaha Beach – ein geschichtsträchtiger Ort, bei dem schon einige Gefühle aufkommen.

    Bereits bei der Ankunft war die Geschichte überall präsent. Kleine Museen, alte amerikanische Panzer, Militärfahrzeuge und zahlreiche Gedenkstätten. Dann standen wir direkt am Strand. Heute ein wunderschöner, breiter und friedlicher Sandstrand mit einigen Besuchern – kaum vorstellbar, was sich hier am 6. Juni 1944, dem D-Day, abgespielt hat.

    Omaha Beach war einer der fünf alliierten Landungsabschnitte in der Normandie und wurde zum blutigsten der amerikanischen Strände. Am frühen Morgen landeten hier vor allem Soldaten der amerikanischen 1. und 29. Infanteriedivision. Vieles ging schief: Die vorausgegangenen Bombardierungen hatten die deutschen Stellungen kaum getroffen, zahlreiche Schwimmpanzer sanken im aufgewühlten Meer und viele Landungsboote erreichten nicht die vorgesehenen Stellen.

    Die deutschen Verteidiger lagen in gut ausgebauten Stellungen oberhalb des Strandes. Bunker, Maschinengewehre, Artillerie, Minen und Hindernisse deckten die wenigen Ausgänge vom Strand. Neben der deutschen 716. Infanteriedivision befanden sich hier überraschend auch kampferfahrene Soldaten der 352. Infanteriedivision. Als sich die Rampen der amerikanischen Landungsboote öffneten, gerieten viele Soldaten sofort unter schweres Feuer.

    Für die Amerikaner wurde der Strand zu „Bloody Omaha“. Rund 2.400 amerikanische Soldaten wurden an diesem Tag getötet, verwundet oder galten als vermisst. Teilweise lagen ganze Einheiten am Strand fest. Trotzdem gelang es kleinen Gruppen, die Hänge hinaufzukommen, deutsche Stellungen zu umgehen und von hinten anzugreifen. Bis zum Abend hatten die Amerikaner einen schmalen Brückenkopf erkämpft.

    Aber natürlich starben an diesem Tag nicht nur Amerikaner. Auch auf deutscher Seite gab es viele Tote und Verwundete. Eine genaue Zahl nur für Omaha Beach lässt sich kaum bestimmen. Für die beteiligte 352. Infanteriedivision werden für den gesamten D-Day etwa 1.200 Tote, Verwundete und Vermisste genannt, allerdings kämpfte sie nicht ausschließlich am Omaha Beach. Auch viele der deutschen Soldaten hier waren sehr jung. Andere waren ältere Reservisten oder sogenannte Osttruppen aus verschiedenen Teilen Europas und der Sowjetunion. Für sie bedeutete dieser Morgen ebenfalls Angst, Verwundung und Tod.

    Heute erinnern Denkmäler direkt am Strand und im Meer an die Ereignisse. Oberhalb des Omaha Beach liegt außerdem der riesige amerikanische Soldatenfriedhof von Colleville-sur-Mer mit 9.389 Gräbern amerikanischer Gefallener der Kämpfe in der Normandie.

    Wenn man heute dort steht, auf das ruhige Meer schaut und diesen endlos wirkenden Strand entlangblickt, ist kaum vorstellbar, welches Drama sich hier vor mehr als 80 Jahren abgespielt hat.
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