Atchafalaya und Avery Island/Tabasco
9. april 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 25 °C
Am Morgen sind wir dann pünktlich wach – da sind wir ja schon – und können Ronnie gleich begrüßen, als er kommt. Es ist noch ein weiteres Paar außer uns dabei – schade, wir hatten schon gehofft, wir wären die einzigen Gäste so mitten in der Woche. Ist aber auch so sehr gut und es wir eine sehr schöne Tour. Alligatoren sehen wir leider nur zwei und die sind dann so schnell untergetaucht, daß es nicht mal für ein Beweisfoto reicht, aber wir sehen viele Vögel und vor allem ist der Sumpf als solcher echt eindrucksvoll. Die Bäume stehen im Wasser und man kommt sich vor wie in einem Fantasy-Roman, was durch den bedeckten Himmel noch verstärkt wird. Ronnie fährt mit uns noch an seinen Fallen vorbei, in denen er Crawfish fangen möchte, die hiesige Spezialität. Crawfish sind Flußkrebse, die aussehen wie kleine Hummer, allerdings hat er diesmal in seinen Fallen nichts drin. In einer hat sich eine Schlange festgeklemmt, die er befreit und dabei noch gebissen wird – sie ist ungiftig, versichert er und, na was ein Glück! Für den Nachmittag haben wir uns eine weitere Besonderheit ausgesucht, Avery Island. Whiskey-Distillen besichtigen kann jeder überall, Tabasco gibt es nur einmal, und zwar hier, auf Avery Island. Vorher besorgen wir uns aber noch eine Portion Crawfish. Wir halten an einem Shop an, den wir vorher im Internet gefunden hatten. Die Dame geht mit uns in die Kühlhalle. Dort gibt es große Säcke mit Crawfish, viel zu viel für uns. Kein Problem sagt sie, wir können auch kleine Portionen bekommen. Wie viel man denn so braucht? Oh, sagt sie, wir essen immer so fünf Pfund pro Person, aber das sei für uns sicher zu viel. Sie holt für uns eine Portion aus dem Sack, bis wir Stopp sagen, das sind dann der Pfund. Lebend, wohlgemerkt! Also wieder in den Kühlschrank, damit sie in die Kühl-Ruhe gehen, das Kochen geht dann genau wir bei den Blue Crabs. Zum Essen soll man einfach die Köpfe abknicken und nur den Schwanz essen, erklärt sie uns, das sei ganz einfach (im Vergleich zu den Blue Crabs ist es das auch!). Also in den Kühlschrank und weiter dann zu Tabasco. Man kann die Produktions- und Abfüllhallen besichtigen. Produktion heißt, daß dort riesige Holztanks stehen, in denen die Chilis mit Essig gerührt und von den Arbeitern kontrolliert werden. Nebenan im Shop kann man eine Verköstigung machen. Alle zwölf produzierten Sorten sind nach zunehmendem Schärfegrad aufgestellt. Man bekommt Salzstängelchen und Papp-Schälchen und kann dann abfüllen und probieren. Da sind einige Sorten dabei, die wir vorher noch nie gesehen hatten. Nicht alle sind überzeugend, aber wir könnten ja ohnehin keine zwölf Falschen mitnehmen. Wir suche und die vier Besten aus und machen weiter mit der Tour. Die Familie McIlhenny, der die Firma und die Insel noch immer gehören, hat dort eine Parkanlage und einen Rundweg eingerichtet, da suchen wir uns einen Picknick Platz und kochen unseren Crawfish. Geht wirklich sehr einfach. Sie schmecken sehr gut, diesmal isst Claudia auch mit. Für die nächste Zeit ist allerdings unser Bedarf an lebenden Tieren zum Kochen erst einmal gedeckt, beschließen wir. Wir verlassen Avery Island und fahren weiter zum Chicot Lake, einem See mit Sumpf-Landschaft, da gibt es einen sehr hoch beleumundeten Wanderweg. Es ist schon dunkel, als wir ankommen und so stellen wir uns einfach auf einen freien Platz. Kaum dort, kommt der Campground-Host und begrüßt uns. Hosts sind auf amerikanischen Campgrounds oft Rentner, die am Eingang ihren Wohnwagen haben und sich um die Gäste kümmern. Wir stehen gut, sagt er, und die Registrierung könnten wir auch morgen früh noch machen – über das Internet kann man die meisten State Park Camps nur maximal zwei Tage im voraus buchen, da sind wir zu spät, und die Rezeption ist um diese Zeit schon geschlossen. Kein Problem, passt uns auch besser, zumal wir morgen – wegen der Wettervorhersage – erst mal nach Natchez wollen, da kommen wir eh an der Rezeption vorbei.Læs mere












