• Old Man River und Natchez

    10. april 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 23 °C

    Für den nächsten Tag ist das Wetter nicht so gut angesagt, daher beschließen wir, nach Natchez zu fahren, das bekannt ist für sein schönes Stadtbild mit alten Häusern, die den Charme des Grand Old South ausstrahlen. Wir fahren auf dem Hinweg über die Landstraße, das ist genauso schnell, aber eine kürzere Strecke. Das wird sich so auch erweisen, um nicht zu sagen, es ist ein ziemliches Gezockel. Allerdings ein sehr interessantes Gezockel. Wir fahren durch fruchtbares Ackerland, schwarze Erde und Äcker, die fast bis zum Horizont reichen. Das Land ist absolut flach, Claudia kommt sich fast vor wie zuhause am Niederrhein, nur daß die Felder viel größer sind uns daß die Kühe, die zwischendurch auch ab und zu auf den Weiden stehen, einfach braun sind und nicht schwarz-weiß gefleckt. Vom Regen der vergangenen Tage steht noch überall viel Wasser in den Feldern. Nach etwa zwei Stunden Fahrt kommen wir in Natchez an. Wir parken erst einmal am Visitor Center, aber das hat geschlossen und der Parkplatz ist sehr einsam. Wir gehen los, Richtung Stadt. Am Weg ist ein Shop, in dem wir kurz reinschauen. Dort gibt es Praline, die so verführerisch aussehen, daß wir uns welche mitnehmen, ist ja sonst eigentlich gar nicht unser Ding. Sie sahen auch viel besser aus, als sie dann schmeckten. Nach kurzer Strecke sehen wir sehr viel bessere Plätze, also gehe ich zurück und hole das Buschen her und parke an der Straße, direkt an einem Park. Es ist ein toller Park, oberhalb einer Klippe am Mississippi entlang, mit grandioser Aussicht auf den Old Man River und schönen alten Villen auf der anderen Seite der Parkanlage. Es gibt dort sogar einen großen Parkplatz, da könnten wir heute sogar übernachten, wir hatten die Reservierung für Lake Chicot bewußt offen gelassen, in Natchez soll es auch gute Livemusik geben, hier kein Jazz wie in New Orleans, sondern Country, aber das wäre ja auch gut. Wir könnten dort klasse übernachten, mit Blick auf den Mississippi. Der soll ja ein ganz wichtiger Wassertransportweg sein, nur sieht man davon nichts. Irgendwann kommt am Horizont ein einziger Schubverband daher, zugegeben ein beachtlicher, mit vier Kähnen in der Breite und sechs in der Länge, aber er ist da ganz einsam auf weiter Strecke. Da ist am Rhein deutlich mehr Verkehr. Allerdings ist der Mississippi hier auch nicht begradigt Nun aber erst einmal ins Städtchen. Viele schöne alte Häuser, wie erwartet, aber heute am Mittwoch ist hier nichts los. Leider keine Livemusik, schade. Wir finden aber ein schönes Lokal am Park mit Blick auf den Mississippi. Wir gönnen uns jeweils ein Po-Boy, das sind die New Orleans Style Hamburger, mit Baguette statt Labbel-Brötchen. natürlich kein original französisches Baguette, das wäre sicher zu scharfkantig für den hiesigen Geschmack, aber trotzdem ganz ausgezeichnet, vor allem das mit New Orleans Debris (man könnte auch sagen pulled Beef, sehr lecker). Wir beschließen, trotz des tollen Parkplatzes doch wieder zum Lake Chicot zurück zu fahren, da können wir dann morgen die Wanderung rund um den See machen, hoch gehyped. Wir nehmen den Highway, das ist einfacher und mit weniger Schlaglöchern als die Nebenstrecke am Morgen, zumal wenn es dann dunkel wird. Die Highways sind in der Regel sehr gut in Schuss, das Vorurteil der deutschen Autobahn als Maß aller Dinge kann man hier schnell vergessen. Es gibt zwar ein Tempolimit, meist 70mph, oft 75mph, aber die kann man auch durchgehend fahren, nicht wie bei ins ständig ausgebremst durch irgendwelche Pseudobaustellen (das sind die vielen Vielen Strecken, an denen Baustellenschilder und Tempo 60 oder 80 stehen, aber keinerlei Aktivitäten zu beobachten sind). Deutlich besser zu fahren als bei uns. Unterwegs gibt es einen sehr heftigen Regen, echter Wolkenbruch. Diesmal suchen wir einen Platz am südlichen Campground, und wieder sind wir zu spät für die Anmeldung, morgen früh also wieder.Læs mere