• Vermillion Cliffs und Grand Canyon Nord

    May 20, 2024 in the United States ⋅ 🌬 22 °C

    Am nächsten Morgen geht es dann weiter mit dem Ziel Grand Canyon North Rim. Zunächst kommen wir aber an der Marble Lodge vorbei. Die hatte uns vor 17 Jahren gerettet, als wir in Page wirklich jedes Hotel und Motel und was es sonst noch gab abgefahren hatten und beim besten Willen keine Unterkunft finden konnten. Damals mussten wir die ganze Strecke im Dunklen zurückfahren. Die Lodge existiert immer noch, sie ist sogar um einiges größer geworden, wie eigentlich alles in den letzten 17 Jahren – kein Wunder, ist ja auch eine lange Zeit. Wir sehen uns um und ich kaufe mir ein Schnapsglas als Andenken. Weiter geht es zu den Vermillion Cliffs und den Steinformationen davor. Große Steine („Boulder“) liegen auf eher dünnen Unterlagen, man denkt, sie müssten jeden Moment herunterfallen, was sie aber nicht tun. Damals hatten die Indianer Mauern darunter gebaut und damit Höhlenwohnungen erstellt. Dort hat sich nicht viel verändert. Wir fahren weiter in Richtung Grand Canyon. Die Straße windet sich immer weiter den Berg hinauf, es wir kühler und die Vegetation nimmt eher alpinen Charakter an. Kein Wunder, die North Rim des Grand Canyon liegt auf über 2.550m Höhe. Vor dem Parkeingang ist eine weite Hochebene, teils bewaldet, teils sieht man, daß dort vor einigen Jahren ein Waldbrand stattgefunden haben muß. Es wird richtig kühl und an einigen Stellen liegt in geschützten Ecken noch Schnee. Wir fahren in den Park hinein und orientieren uns erst einmal zur Lodge. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick über den Canyon und einige tolle Aussichtspunkte sind nahe dabei. Die Lodge hat aus dem Restaurant einen genialen Blick über den Canyon, mit großen Panoramascheiben, man sitzt da (gefühlt) fast direkt an der Abbruchkante. Wir hatten bereits im Internet einen Tisch für morgen Abend gebucht, konnten allerdings erst einen sehr späten Tisch bekommen, 21:00, da ist schon wirklich spät und da ist es dann auch schon fast dunkel. Wir fragen also am Schalter, ob es eine frühere Möglichkeit gibt, und tatsächlich können wir den Termin auf 16:30 vorziehen, das passt klasse. Außerdem gibt es mittags keine Reservierung, wir könnten also auch heute direkt in ca. 20-30min hier zu Mittag essen. Das machen wir doch glatt. Wir hinterlegen den Namen und warten dann in der Lounge – auch dort tolle Panoramascheiben mit Blick auf den Canyon – bis wir aufgerufen werden. Die Mittagskarte ist etwas einfacher als die Abendkarte, aber das passt uns sehr und das Essen ist top. Wir sitzen direkt in der ersten Reihe, besser kann man nicht tafeln. Danach geht’s zurück zum Buschen und wir fahren einige der Aussichtspunkte am östlichen Teil der Rim an. Wir kommen zum Point Imperial und machen eine Wanderung zum Cape Final. Da geht es etwa eine Stunde durch den Wald, sehr schön, aber ohne Sicht auf den Canyon, und plötzlich kommt man an der Rim an und hat wieder einen tollen Blick. Wir gönnen uns die mitgebrachten Muffins und einen Tee und wandern zurück. Weiter geht es zum Cape Royal, dem äußersten Punkt der Strecke, immerhin 37km vom Abzweig von der Hauptroute durch den Park entfernt. Das ist der ideale Punkt für den Sonnenuntergang an der North Rim und mittlerweile ist es auch Abend, genau die richtige Zeit. Der Blick ist überwältigend und der Sonnenuntergang ist klasse. Nun müssen wir uns um unsere Übernachtung kümmern. Auf dem Weg war ein Picknickplatz, an dem kein Schild stand, daß dort das Übernachten verboten sei (die stehen sonst überall sehr präsent und unübersehbar), also beschließen wir, dort unsere Nacht zu verbringen. Es ist auch sonst keiner da und der Platz ist so abgelegen, daß wir eine sehr ruhige Nacht verbringen.Read more