• México - San Andres, Coyoacan

    8 febbraio 2025, Messico ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute geht es los nach Mexiko Stadt. Unsere Campingwirtin hat uns gestern mit Infos dazu eingedeckt. Also lassen wir unser Buschen auf dem Campingplatz stehen und packen unseren kleinen Rucksack für die nächsten drei Nächte in Mexiko Stadt. Zunächst fahren wir mit dem Bus bis an den Stadtrand von Mexiko Stadt, wo die Metro beginnt. Dann nehmen wir die Metro Richtung Innenstadt, fahren allerdings noch etwas weiter nach San Angel, wo heute am Samstag ein Kunstmarkt stattfinden soll. Wir steigen aus, orientieren uns kurz und laufen los, durch eine schöne Parkanlage und dann an einer großen Avenida entlang. Und prompt haben wir uns verlaufen. Der Stadtplan auf Papier vom Lonely Planet taugt wirklich nichts, denn es sind noch nicht mal alle Straßen eingezeichnet. Also dann doch besser der Google. Dann sind wir mitten auf dem Kunstmarkt. Es ist der Hauptplatz von San Angel. Ein großer Platz mit dem üblichen kleinen Pavillon in der Mitte. Unzählige Maler, Fotografen, Bildhauer und andere Künstler bieten hier ihre Kunst zum Verkauf. Der Stadtteil ist sozusagen der Montmartre von Mexiko Stadt. Wir genießen das bunte Treiben und die angebotene Kunst. Ich erwerbe sogar eine wunderschöne weiß und blau bestickte Bluse. Das freut mich sehr. Weiter geht es an einer schönen Kirche vorbei, welche wir natürlich besichtigen, zum angrenzenden Stadtteil Coyoacan, vorbei an schönen Parkanlagen und durch Straßen mit hübschen Kolonialbauten. Alles sehr kleinstädtisch. Meist nie höher als zweigeschossig. Man fühlt sich wie in einer Kleinstadt und nicht wie in einer der größten Städte Amerikas bzw der Welt. An einem Kunstpark machen wir eine kleine Pause und gönnen uns einen Cappuccino und eine Blaubeerschnecke. Sehr lecker. Dann laufen wir zum Hauptplatz von Coyoacan. Er ist von schönen bunten Kolonialgebäuden gesäumt. In der Mitte ist eine kleine Parkanlage mit einem Springbrunnen mit zwei Coyoten in der Mitte, welche die Namensgeber des Stadtteils sind. An der Stirnseite des Platzes prangt eine eindrucksvolle Kathedrale mit einer kunstvollen Steinmetzarbeit als Fassade. Bevor wir da hineingehen, hält uns eine Gruppe von Tänzern auf, welche eine wunderschöne Tanzvorstellung geben. Die Frauen haben weite weiße Kleider an, welche sie ausgiebig schwenken und die Männer haben weiße Anzüge an und klappern mit ihren Schuhen den Takt der Musik nach. Eine wirklich hinreißende Aufführung. Nach dieser Tanzeinlage geht es in die Kirche, welche wieder einen üppig vergoldeten Hauptaltar hat. Heute ist Samstag und diesmal findet hier eine Taufe statt. Oft haben wir an Samstagen schon Hochzeiten erlebt, aber eine Taufe ist mal was anderes. Wir schlendern weiter durch die hübschen Straßen dieses Stadtteils, vorbei an Plätzen, welche ebenfalls Kunsthandwerke verkaufen, hin zum blauen Haus von Frida Kahlo, einer der bekanntesten Künstlerinnen von Mexiko. Im Internet haben wir keine Eintrittskarte mehr bekommen, vielleicht geht es vor Ort. Leider nicht, da es gar kein Verkaufshäuschen mehr gibt. Da spart man sich die Kasse. Schade, wir müssen uns also mit der Außenfassade zufrieden geben, welche wirklich in einem schrillen Blau angemalt ist. Aber wir können noch das Haus von Leo Trotzki besichtigen, welches nur ein paar Straßenzüge weiter liegt. Dieses Haus wurde Trotzki von Frida Kahlo in seinem Exil in Mexiko Stadt zur Verfügung gestellt. Hier hat er mit seiner Frau die letzten Jahre verbracht, bis ihn ein Scherge von Stalin an seinem Schreibtisch mit einem Eispickel erschlagen hat. So weit reichte die Rache dieses unmenschlichen Diktators. Das Haus ist eher klein und unscheinbar. Es ist eine Eingangshalle vorgebaut, welche in einer kleinen Museumsausstellung das Leben Trotzkis darstellt. Dann geht es in das Haus selber, durch einen kleinen Garten. Das Arbeitszimmer selber ist in dem Orginalzustand erhalten, wie Trotzki damals erschlagen wurde. Die zerbrochene Brille liegt noch auf dem Schreibtisch und der Brief, den er gerade geschrieben hat. Es ist etwas unheimlich. Dann treffen wir einen riesigen Litauer, welchen wir fälschlich für einen Russen halten, welcher daraufhin fürchterlich böse wird und gegen den aktuellen Diktator in Russland wettert und in Trotzkis Tod an den Hals wünscht. Echt schräg. Dann gehen wir weiter bis zur nächsten Metrostation und fahren zum Zocalo. Dieser erwartet uns mit einer riesigen Menschenmasse. Dort gibt es viele Musikbands, Paraden von kostümierten, Gauklern, indianischen Wunderheilern und Tänzern und vieles mehr. Ein unheimlich buntes Treiben auf dem riesigen Platz, welcher von der Kathedrale, dem Präsidentenpalast, den Gerichtspalast und einigen Hotels in den riesigen mehrgeschossigen Kolonialgebäuden gesäumt ist. Der Platz ist wirklich eindrucksvoll und so toll, wie wir ihn in Erinnerung haben. Unser Hotel liegt nur zwei Häuserblocks entfernt und so checken wir ein und stellen dort unsere Rucksäcke ab. Dann gehen wir schräg unter dem Hotel in einem schönen Innenhof zu Abend essen. Danach schlendern wir nochmals über den abendlichen Zocalo und gehen dann auf die Terrasse des Majestic Hotels, wo wir vor 26 Jahren übernachtet haben und wo wir unseren ersten Abend am Zocalo verbracht haben. Es ist noch immer genauso schön diesen riesigen Platz von der Dachterrasse aus zu genießen und so beenden wir den Abend mit dieser tollen Aussicht bei einem Bierchen und einem Tequila.Leggi altro