• Teotihuacan

    12 febbraio 2025, Messico ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute müssen wir sehr früh aufstehen, heute ist unser Ballonflug. Wir sollen kurz vor sechs Uhr am Haus unserer Campingwirtin sein, damit sie uns zu den Ballons bringen kann. Das ist schon sehr früh, auch wenn es schnell geht, da wir kein Frühstück brauchen, das gibt es nach dem Ballonflug dort. Wir sind zu sechst außer uns beiden noch zwei Paare in etwa unserem Alter, alle aus Quebec in Kanada. Wir fahren in zwei Autos, die Tochter der Campingwirtin, die eigentlich Zahnärztin ist, fährt das zweite Auto. Bei den Ballons angekommen, sind die Vorbereitungen in vollem Gang, sie blasen mit sehr großen Ventilatoren Luft in die Ballonhülle, allerdings erst noch kalte Luft. Wir werden ins Haus geleitet, wo wir gewogen werden, bezahlen und uns registrierern – incl. Notfall-Telefonnummer von jemandem, der nicht mit im Ballon dabei ist. Außerdem gibt es schon einmal einen guten Kaffee und auch ein paar Plätzchen. Es dauert allerdings noch eine ganze Weile, bis es für uns dann wirklich losgeht, da hätten wir auch glatt eine halbe Stunde länger schlafen können, sei’s drum. Dann geht es aber los, wir steigen in die Körbe der Ballons, und schau einer an, wir sind dann nicht zu sechst im Ballon, sondern zu zwölft, zzgl. Fahrer. Nun laufen auch die Flammenwerfer, so daß die Luft im Ballon heiß wird und zunächst die Ballonhülle sich über uns erhebt. Es hängen noch etwa vier Männer vom Ballonteam außen an der Gondel, bis der Ballon schließlich startklar ist, die außerhalb des Ballons stehend Gasflasche wird abgeschraubt und die erste der vier Gasflaschen in der Gondel wird angeschlossen. Die Männer außen springen ab, der Fahrer gibt Feuer und wir heben ab. Wieder ist es ein erhebendes Gefühl, so lautlos und sanft nach oben zu gleiten. Wir hatten ja schon einmal vor knapp neun Jahren einen Ballonflug zuhause in Deutschland, aber es ist immer noch sehr aufregend. Wir gleiten nach oben in die kalte Luft – wir sind allerdings nicht alleine, ich zähle etwa 50 Ballons, die alle in der aufgehenden Sonne über das Land gleiten. Unter uns liegt die Stadt und in recht naher Entfernung das Ausgrabungsfeld mit den Pyramiden. Herausragend darunter ist die Sonnenpyramide, die größte Pyramide in Teotihuacan und nach der Pyramide von Cholula (bei Puebla, auch in Mexiko, dahin kommen wir noch) und der Cheops-Pyramide die drittgrößte Pyramide der Welt. Die Sonne steigt hinter den Bergen herauf und wir haben ein phantastisches Wetter, blauer Himmel und keine einzige Wolke ist zu sehen. Leider treibt uns der Wind leicht weg von den Pyramiden, aber man hat immer noch eine tolle Sicht, ein einmaliges Erlebnis. Nach einer Weile dreht dann der Wind und wir schweben wieder etwas in Richtung auf die Stadt und die Pyramiden zu. Wir genießen jeden Augenblick dieser Fahrt, leise schwebend über die Felder und die Dächer hinweg. Nach etwa einer Dreiviertelstunde setzt unser Fahrer zur Landung an, unten ist das Team mit einem Kleinbus (für uns) und einem SUV mit Anhänger (für die Gondel und den Ballon). Wir landen in einem Feld, das dem Geruch nach erst vor kurzem natürlich gedüngt wurde, zum Glück am Rand, da ist es sauber. Die Gondel landet sehr sanft – das war damals in Eppstein deutlich rauer, allerdings waren wir da auch alleine und es gab kein Team von vier oder fünf Helfern, die sich an die Gondel hängen konnten. Wir steigen aus der Gondel aus und sind nach zwei Schritten auf der Straße, es war ein absolut tolles Erlebnis. Der Kleinbus bringt uns dann zu einen Restaurant, wo uns ein Frühstücksbuffet erwartet. Das Buffet ist OK, kein übermäßiger Renner, aber wir sind ja auch nicht wegen des Essens, sondern wegen der Ballonfahrt hier, und die war es allemal wert. Nach dem Frühstück bringt unsere Campingwirtin uns zurück zum Campingplatz. Wir bringen nur kurz unsere dicken Winter-Anoraks (die uns im Ballon sehr gute Dienste geleistet haben) ins Buschen und holen uns dafür die Hüte und etwas Wasser und fahren dann per Uber zu den Pyramiden. Nachdem wir sie nun von oben gesehen haben, müssen wir natürlich auch direkt dort hin. Wir streifen durch die gesamte Anlage, zuerst die „Zitadelle“, der Bereich der Priester, mit einer kleinen Pyramide mit Köpfen des Quetzalcoatl, der gefiederten Schlange, einem der wichtigsten Götter der Kultur von Teotihuacan, sowie des Regengottes Tlaloc. Die Kultur von Teotihuacan hatte ihre Zeit zwischen etwa 200 v. Chr uns 900 n. Chr, war also schon sehr lange um, bevor die Azteken (kurz nach 1300 n. Chr) in diese Gegend kamen. Sie hatten Handelsbeziehungen im gesamten Mittelamerika, auch mit den Maya. Warum diese Kultur dann unterging, ist nicht restlos geklärt, innere Zwistigkeiten müssen eine Rolle gespielt haben, aber die Pyramiden haben überlebt, auch die Azteken haben diese als religiöse Stätten angesehen. Nach der Zitadelle schlendern wir die „Allee der Toten“ entlang, immer wieder angesprochen von den vielen Souvenirhändlern, die gab es bei unserem letzten Besuch vor 26 Jahren nur außerhalb des Geländes. Auch ist es heute hier viel voller als damals, vor allem einheimische Touristen, aber auch Europäer (Deutsche und Franzosen), eher wenige US-Amerikaner und Kanadier. Da man die Sonnenpyramide nicht mehr besteigen darf, laufen wir drumherum und dann weiter bis zur Mondpyramide, sowie zu den Ausgrabungen, die dort in der Nähe gefunden wurden, Wohnbereiche der Priester und Adligen, die waren damals noch nicht zu sehen. Irgendwann sind wir dann erschöpft und schlendern langsam zurück, machen ab und zu halt uns sehen uns staunend diese gigantischen Bauwerke an. Schließlich kaufen wir noch bei einem der Souvenirhändler eine Decke, die wirklich schön gearbeitet ist und den großen Opferstein von Mexiko darstellt, nach etwas feilschen bekommen wir einen ordentlichen Preis, das ist ein schönes Souvenir. Wir fahren per Uber zurück zum Buschen und gehen dann in die Stadt. Heute wollen wir mal etwas anderes ausprobieren als das hervorragende Taco-Restaurant bisher, und außerdem brauche wir etwas Obst für das Frühstück. Nach einiger Lauferei kommen wir zum Markt, wo es wirklich gutes Obst gibt, aber das Restaurant, das wir uns ausgesucht haben, hat entgegen der Google-Information geschlossen. Also das nächste, was uns gefallen sollte. Das ist in der Nähe des Campingplatzes, so dass wir das Obst im Buschen lassen können. In diesem Restaurant gibt es eine interessante „all-you-can-eat“ Option. Man kann für umgerechnet 7,30€ soviel essen, wie man möchte, d.h. man kann alle Gerichte der Karte beliebig oft bestellen – allerdings mit einer wichtigen Randbedingung: Man muss alles aufessen, was man bestellt, ansonsten muss man die bestellten Gerichte alle a la carte bezahlen! Das machen wir mal nicht, wir stehen ohnehin eher zu gut im Futter. Wir werden auch so gut satt und gehen dann zurück ins Buschen – morgen klingelt kein Wecker, da können wir gut ausschlafen.Leggi altro