• Ruta 60 - tolles Panorama, üble Piste

    November 19 in Colombia ⋅ 🌧 22 °C

    Nach einer Nacht mit Musikbeschallung aus der Nachbarschaft fahren wir heute also weiter. Die Straße wird immer besser. Gestern gab es noch kleine ungeteerte stellen. Heute läuft es auf einer frisch asphaltierten Straße bis nach Otanche. Der Ort liegt auf dem höchsten Punkt der Strecke. Von hierausgeht es wieder runter. Doch ein paar Kilometer hinter dem Ort endet die geteerte Strecke und die Straße geht in Form eines besseren Wanderweges weiter. Kleine Bäche überspülen den Weg. Wir halten uns tapfer. Dann geht es bergauf. Zum Glück ist dort eine Betonstrecke, daß wir die Steigung schaffen. Hinter dem Beton geht es auf glitschigen und matschigen Weg steil nach oben. Irgendwann schaft es da Buschen nicht mehr und die Räder drehen durch. Ob wir das überhaupt schaffen. Thomas lässt sich zurückrollen bis zu dem betonierten Stück, da er es sonst nicht ohne Anlauf schaffft. Wir steigen aus und laufen die Strecke entlang. Das ist steil und ausgefahren. Das schaffen wir nie. Wir haben doch keinen 4x4. Wieder zurück am Buschen, schaut Thomas auf dem Handy auf ein der Wander-Apps, um die Höhenlinien der Karte zu sehen und so die Steigung abzuschätzen. Da fällt ihm auf, daß wir gar nicht mehr auf der Straße 60 sind. Wir sind die Betonstrecke falsch abgefahren und sitzen nun auf einer winzigen Straße, welche nach ein paar hundert Metern an einem Gebäude endet. Da dürfen wir gar nicht weiter. Also müssen wir zurück. Aber wie soll man mit einen 6,50 Meter langem Auto auf einer verschlammten Straße wenden, welche vielleicht drei Meter breit ist. Also gehen wir verzweifelt den Weg zu Fuß zurück. Nach etwa 200 Metern machen wir eine Stelle ausfindig, an der Thomas drehen könnte. Also setzt er sich ins Buschen und fährt im Rückwertsgang die 200 Meter schlechten Pfad zurück. Das Drehen klappt dann zum Glück problemlos ohne stecken zu bleiben. Wir fahren zurüch zu der Stelle, wo wir vom Hauptweg abgekommen sind. Da geht der Hauptweg in einer Kurve durch einen reißenden Bergbach. Daher hatten wir das nicht als Hauptweg erkannt. Wir sehen aber jetzt ein kleines Holzschild, welches in die Richtung zeigt. Das hatten wir vorhin nicht gesehen. Also prüft Thomas zunächst zu Fuß, wo er am besten durch den Bach fährt. Es ist gar nicht so tief und wir sind wieder auf der Hauptstraße, welche den Wanderweg-Charakter weiter beibehält. Es geht durch Abschnitte mit tiefen Schlamm, welche nur mit Vollgas zu bewältigen sind, an scharfen Felsabbrüchen vorbei, an kleinen ärmlichsten Hütten vorbei. Für 80 Kilometer Strecke brauchen wir dann fünf Stunden. Es wird Abend und wir sind froh, das zusammen mit dem Buschen überstanden zu haben. Thomas ist gefahren wie ein erfahrener Offroad-Fahrer in einem nicht geländegängigen Buschen. Das war sehr anstrengend und wir versprechen uns, das nicht wieder zu fahren. Heute Nacht übernachten wir wieder an einem Balneario und bekommen diesmal auch noch lecker gekocht.Read more