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- 日625
- 2025年11月25日火曜日 22:16
- 🌧 24 °C
- 海抜: 1,579 m
コロンビアPerímetro Urbano Medellín6°15’20” N 75°37’21” W
Medellín - Comuna 13
11月25日, コロンビア ⋅ 🌧 24 °C
Wir haben schön ruhig in unserem Buschen hoch oben am Waldrand geschlafen. Wir frühstücken und bemühen uns, einen Uber zu rufen. Das gelingt uns leider nicht. Thomas installiert eine andere App (inDrive), die Markus uns eigentlich für Peru besonders empfohlen hatte, und siehe da, dort gibt es einen Fahrer, welcher uns in 10 Minuten abholt. Wir schnappen uns unsere Sachen und los geht es. In einer knappen Stunde hat uns der Fahrer bis zur Station San Javier gebracht, wo unsere Free Walking Tour um 13 Uhr beginnen soll. Da haben wir noch viel Zeit. Wir gehen gemütlich in einem Kaffee frühstücken und gönnen uns einen Panchocha. Das ist ein großes süßes Brot, welches mit drei Sorten Käse gefüllt ist. Eine Spezialität aus den Bergen rund um Medellin. Uns schmeckt es ausgezeichnet. Es ist jedoch sehr mächtig. Danach laufen wir zur Station San Javier zurück und fahren mit der Seilbahn auf einen nahegelegenen Hügel. Von Aurora aus hat man eine super Sicht über den gesamten Talkessel und auf die Comuna 13. Wir laufen noch etwas herum, aber der Stadtteil selber hat nichts zu bieten. Nur Hochhäuser mit Wohnungen und kleine Parkanlagen darum herum. Sehr gepflegt, könnte so auch in Spanien stehen. Wir sprechen mit den Eltern und fahren wieder mit der Seilbahn runter. Diese Seilbahnen sind schon ein wirklich bequemes Verkehrsmittel, um die steilen Ortsteile am Berghang mit der Innenstadt im Talkessel zu verbinden. Wir suchen etwas, bis wir eine Flasche Wasser bekommen. Hier gibt es jede Sorte Alkohol oder Softdrink, aber kein einfaches Wasser. Im dritten Geschäft werden wir endlich fündig. Kein Wunder, dass das Übergewicht unter den Kolumbianern so weit verbreitet ist. Wenn die nur Softdrinks trinken. Dann wird es Zeit, und wir gehen zum Treffpunkt der Free Walking Tour. Unser Guide heisst Christian und die Gruppe ist bunt gemischt. Ein älteres holländisches Ehepaar, zwei junge Mädchen aus Belgien, zwei mittelalte Frauen aus Deutschland und ein Amerikaner. Zunächst fahren wir mit einem lokalen Bus bis zum Haus von Christian in der Comuna 13. Hier ist er geboren und hier lebt er noch heute. Mittlerweile hat er selbst ein Kind und er liebt den Stadtteil und seine Bewohner. Er ist sehr stolz, was sie geschafft haben und dass sie die Drogenbanden überlebt und vertrieben haben. In seiner Kindheit in den 80er Jahren haben sich die Drogenbanden erbitterte Straßenkriege geliefert. Die Bevölkerung war ihres Lebens nicht mehr sicher im Stadtteil. Keine Polizei hat sich dahin gewagt, daher hat der kolumbianische Staat das Militär in den Stadtteil geschickt. Er selber hat in seiner Familie und seinem Freundeskreis unzählige Tote, welche Opfer dieser Auseinadersetzungen wurden. Aber seine Eltern wollten nicht fort, da sie sich ein schönes Haus aufgebaut hatten. Auch er wollte nicht fort. Nach und nach hat die Sozialarbeit in den Vierteln gegriffen. Die Drogenbanden konnten keine Jugendlichen mehr rekrutieren. Die jungen Leute hatten Möglichkeiten in der Straßenkuunst, in Graffiti und Rapp und sie hatten freien Zugang zu Bildung. Er selber ist Englischlehrer und arbeitet viel mit jungen Menschen. Das entscheidende sagt er, sei die Perspektive welche sich für die jungen Leute verändert habe. Es ist deutlich attraktiver ein angesehener Street Art Künstler zu sein, als in einer Drogenbande zu arbeiten. Das Viertel hat es geschafft, vom Drogenhotspot zum Touristenmagnet zu werden. Die Menschen aus aller Welt kommen in das Viertel und bewundern die Graffits auf den Häusern und die Rapper auf den Straßen. Es hat sich zu einem quirligen und lebendigen Stadtviertel entwickelt. Aus meiner Sicht immer noch nicht schön, aber quirlig, interessant und sehenswert. Am Ende der Tour bedanken wir uns und wandern noch alleine durch Viertel. Zum Sonnenuntergang setzen wir uns in eine Bar mit super Sicht über das Viertel und die gesamte Stadt. Dazu trinken wir ein Bierchen. Neben uns raucht ein junger Mann sein Marihuana und am anderen Tisch koksen drei junge Männer ganz offen. Einen so öffentlichen Drogenkonsum in einer Bar am hellichten Tag ist mir bisher auch nicht untergekommen. Aber das ist scheinbar auch die Realität von Comuna 13. Die Drogen beherrschen immer noch das Geschehen, entgegen dessen was uns Christian in der Tour erzählen wollte. Wir gehen noch zu Abend essen und rufen uns einen Uber, welcher uns quer durch die Stadt wieder zu unserem Campingplatz fährt. Wir sind voller neuer und interessanter Eindrücke. Aber Medellin reicht zumindest mir fürs Erste.もっと詳しく

























